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31.01.2017

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

Meldung

„Deutschland kann viel von der Projektregion lernen“

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Detmar Doering ist neuer Projektleiter für „Mitteleuropa und Baltische Länder“ in Prag
Das Prager Büro der Stiftung für die Freiheit feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Doch das ist nicht der einzige Meilenstein: Borek Severa, der das Projekt "Mitteleuropa und Baltische Länder" seit 1991 für die Stiftung leitete, übergibt seinen Verantwortungsbereich an Detmar Doering. Im Interview mit freiheit.org spricht der neue Projektleiter über seine Projektvorhaben und Persönliches.

Wo waren Sie bisher für die Stiftung für die Freiheit im Einsatz?

Bisher lag mein Tätigkeitsfeld für die Stiftung stets im Inland - zuletzt als Bereichsleiter "Grundsatz und Forschung". Das waren allerdings schon immer sehr international vernetzte Aktivitäten. Dazu gehörte die Kooperation mit liberalen und marktwirtschaftlichen Denkfabriken weltweit.

Wie ist die aktuelle politische Situation in Ihrem neuen Projektland?

Es sind ja genau genommen acht Projektländer - Tschechien, die Slowakei, Polen, Ungarn, Slowenien und die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. In jedem Land herrschen naturgemäß recht unterschiedliche Bedingungen für eine liberale Projektarbeit. Es gibt "Musterknaben" wie Estland, die über sehr stabile liberale und demokratische Strukturen verfügen, und es gibt Länder, in denen eine durchaus bedenkliche Erosion demokratischer Spielregeln zu beobachten ist. Ungarn und Polen fallen einem da sofort ein. Diese Erosionsprozesse einzudämmen, wird eine der großen Herausforderungen der Projektarbeit werden.

Welche besonderen Ziele möchte die Stiftung für die Freiheit dort erreichen?

Es hat, gerade im Zuge der Flüchtlingskrise, eine gewisse politische Auseinanderentwicklung zwischen den neuen mitteleuropäischen und den "alten" EU-Ländern gegeben. EU und NATO stoßen nicht mehr ganz auf die ungeteilte Zustimmung wie früher. Das ist, vor allem angesichts des neuen russischen Expansionismus, kein gutes Zeichen. Hier gilt es, klare Visionen zu entwickeln, wie man die westliche Welt wieder attraktiver machen kann und wie man dem Populismus dagegen Einhalt gebieten kann.
Zudem gibt es immer noch vieles, was man in Deutschland von der Projektregion lernen kann. Bildungspolitik wäre eines der Beispiele, das auf der Agenda stehen wird. Hier ist man in vielen Ländern - etwa in Litauen - wesentlich weiter und experimentierfreudiger, wenn es beispielsweise um mehr Wahlfreiheit und Autonomie im Schulsystem geht. Hier muss die Rolle als Ideenlieferant für Deutschland und seine Liberalen weiter ausgebaut werden.

Was wird Ihnen aus Deutschland am meisten fehlen?

Zunächst einmal: Prag ist eine wunderschöne Stadt. Da vermisst man nicht viel. Nur Tschechisch ist eine schöne, aber schwer zu lernende Sprache. Insofern wäre die Verständlichkeit der Sprache ein Punkt, den man vielleicht nennen könnte. Aber das wird sich mit zunehmenden Lernfortschritten beim Tschechischen legen. Ach ja, als Rheinländer vermisse ich den kölschen Karneval. Aber das habe ich vorher in Berlin auch schon getan. Und so weit ist Köln ja auch nicht entfernt...

Worauf freuen Sie sich in Ihrer neuen Heimat persönlich am meisten?

Wenn es die Zeit erlaubt: Prag ist eine Stadt mit einem ungeheurem Kulturangebot, das ich gerne mit meiner Frau genießen möchte.

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