Die Stadt der besten Bildungschancen
Hervorragende Bildung befähigt Menschen zur Unabhängigkeit, und eine ausgezeichnete Ausbildung verleiht ihnen Eigenständigkeit. Sie ist der Schlüssel für individuelle Chancen und unsere gemeinsame Zukunft in Freiheit und Wohlstand. Dazu benötigen wir Kindergärten, Schulen und Berufsschulen in einwandfreiem Zustand – zahlreich, für alle zugänglich und modern ausgestattet.
Wir bekennen uns zum Hochschulstandort Köln: Unsere erstklassigen Kölner Hochschulen möchten wir mit ebenso erstklassiger Infrastruktur im städtischen Umfeld stärken und attraktiver für Lehrende und Studierende gestalten. In einer sich wandelnden Welt denken wir weiter: Lebenslanges Lernen wird immer bedeutender. Daher soll es in unserer Stadt zahlreiche Lernorte und interessante Angebote für alle Lebensphasen geben.
Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, Köln zur Stadt der besten Bildungschancen zu machen!
Hier finden Sie ausgesuchte Forderungen. Das komplette Wahlprogramm steht Ihnen am Seitenende zum Download als PDF-Datei zur Verfügung.
Schulwesen
Neue und moderne Schulgebäude errichten
Köln wird weiterhin wachsen, was sich in steigenden Zahlen schulpflichtiger Kinder zeigt. Daher muss die Stadt dringend zusätzliche Schulbauprojekte realisieren. Für uns hat der Bau neuer Schulen im gesamten Stadtgebiet höchste Priorität. Verfahren müssen beschleunigt werden und Schulbauprojekte müssen Vorrang vor anderen Vorhaben haben. Die Stadt verfügt nicht über ausreichend Personal, um die zahlreichen neuen Schul-Sanierungsprojekte selbst zu betreuen. Daher sollte sie vermehrt die Unterstützung privater Unternehmen in Anspruch nehmen. Diese können schneller arbeiten, da sie nicht den Vorschriften des öffentlichen Vergaberechts unterliegen. Wir setzen uns dafür ein, Aufträge häufiger an Generalunternehmer zu vergeben, die die Gebäude im Auftrag der Stadt fertigstellen.
Digitales Informationsportal und einheitliche, digitale Anmeldeverfahren
Um den Eltern eine bessere Übersicht zu ermöglichen, soll die Stadt die regelmäßige Veröffentlichung eines aktualisierten Schulwegweisers in digitaler Form herausgeben. Dieser Leitfaden soll alle Schulen samt ihrer speziellen Angebote und Schwerpunkte auflisten. Im weiteren Verlauf kann er zu einem umfassenden Informationsportal ausgebaut werden, auf dem sich die Schulen detailliert präsentieren können.
Zur Behebung der bestehenden Ungleichbehandlung der verschiedenen Schulformen sollen die Anmeldeverfahren für alle Schulformen gleichzeitig stattfinden. Dies soll durch eine gemeinsame Online-Plattform erfolgen, auf der Eltern den Anmeldestatus ihrer Kinder transparent verfolgen können.
Beste Hygienebedingungen in Schulen
Als öffentliche Räume, in denen viele Menschen aufeinandertreffen, ist es besonders wichtig, dass Schulen höchste Hygienestandards erfüllen. Da Kinder und Jugendliche hier viel Zeit verbringen, sollten vorbildliche Hygienemaßnahmen selbstverständlich sein. Dazu gehören natürlich auch saubere Toiletten. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife und das Abtrocknen mit Papierhandtüchern müssen immer und überall möglich sein. Jeder Klassenraum sollte zukünftig wieder mit einem eigenen Waschbecken und der entsprechenden Ausstattung ausgestattet werden. Sanitäranlagen möchten wir flächendeckend mit Damenhygieneartikeln ausstatten.
Wahlfreiheit durch Stärkung aller Schulformen schaffen
Die Freien Demokraten stehen uneingeschränkt hinter dem dreigliedrigen Schulsystem und betrachten den Abschluss der Fachoberschulreife als wertvoll und unterstützenswert. Realschulen sind in den letzten Jahren oft vernachlässigt worden, weil die Stadt Köln sich auf den Ausbau von Gesamtschulen und Gymnasien fokussiert hat. Eine gezielte Förderung der Realschulen wird insbesondere dem Kölner Handwerk zugutekommen. Daher fordern wir – neben der Errichtung neuer Grundschulen, Gesamtschulen und Gymnasien – auch den Ausbau von Realschulen. Dieser Ausbau soll durch ein umfassendes Investitionspaket gefördert werden.
Die Gesamtschule ergänzt das dreigliedrige Schulsystem auf sinnvolle Weise, und die anhaltend hohe Nachfrage nach Gesamtschulplätzen bestätigt deren Bedeutung. Um die Wahlfreiheit der Eltern zu gewährleisten und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder an der von ihnen bevorzugten Schulform anzumelden, müssen in Köln zusätzliche Gesamtschulplätze geschaffen werden.
Deutschlandticket für alle Kölner Schülerinnen und Schüler
Außerschulische Lernorte sind ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit, doch oft sind diese nur unter hohen Kosten für Schülerinnen und Schüler (sowie für das Lehrpersonal) erreichbar - insbesondere dann, wenn kein Schüler-Deutschlandticket zur Verfügung steht. Wir setzen uns daher für ein Deutschlandticket für alle Schülerinnen und Schüler ein, unabhängig davon, wie weit ihre Schule vom Wohnort entfernt ist. Dies würde nicht nur die Kosten für den Zugang zu unterschiedlichen Lernorten senken, sondern auch dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche den öffentlichen Nahverkehr als alltägliches Fortbewegungsmittel in der Stadt kennenlernen.
Fit für die Zukunft durch Bildung!
Digitale Infrastruktur für Schulen und Lehrkräfte
Wir fordern eine Investitionsoffensive der Stadt um sicherzustellen, dass alle Schulen über schnelles WLAN mit ausreichender Kapazität verfügen. Es muss weitergehen, dass alle Schulen mit den notwendigen Geräten und dem erforderlichen Know-how ausgestattet werden müssen. Vor allem muss vonseiten der Stadt mehr IT-Personal zur Verfügung gestellt werden, damit Lehrkräfte sich voll auf ihren Unterricht konzentrieren können. Inzwischen wurden Lehrkräfte durch Landesmittel mit iPads ausgestattet. Allerdings ist es derzeit nicht möglich, eigene Apps einfach auf die Tablets zu laden und deren Funktionen somit vollständig und unkompliziert zu nutzen. Wir setzen uns daher für ein einfacheres Verfahren zum Download von Apps ein, um den Lehrkräften das Verfassen von Zeugnissen und Dokumentationen auf größeren Bildschirmen zu ermöglichen.
Eine digitale Ausstattung fordern wir auch für alle Schülerinnen und Schüler: Wir streben an, dass alle Kinder und Jugendlichen lernen, sich sicher und kompetent in der digitalen Welt zu bewegen. Um dies zu gewährleisten, müssen digitale Endgeräte professionell in den Schulalltag integriert werden.
Sprachförderung
Bereits in den Kindertagesstätten muss aktive Sprachförderung betrieben werden, damit alle Kinder mit den gleichen Chancen in die Schule starten können. Kinder, die nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, beginnen ihre Schulzeit mit einem klaren Nachteil. In der Schule ist nur begrenzt Zeit und Raum, um diese Defizite aufzuholen. In der Schule sollte der Fokus demgemäß auf den Kindern liegen, die keine deutsche Kindertagesstätte besuchen konnten.
Psychosozialen Schwierigkeiten durch mehr Fachpersonal begegnen
Für eine erstklassige Bildung, die sich auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen konzentriert und deren Besonderheiten berücksichtigt, benötigt Köln eine größere Anzahl an Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sowie an psychologisch geschultem Fachpersonal. Dieses sollte nicht nur Kinder und Jugendliche unterstützen, sondern auch für das Lehrerkollegium als Ansprechpartner bereitstehen. Der Umgang mit psychischen Erkrankungen ist oft noch tabuisiert, was ernsthafte Konsequenzen haben kann. Daher muss das Personal an Schulen in der Lage sein, Probleme frühzeitig zu erkennen und professionelle Hilfe bereitzustellen.
Erste-Hilfe-Kurse an Schulen
Angesichts der wachsenden Herausforderungen, denen Schülerinnen und Schüler heute gegenüberstehen, ist es unerlässlich, unsere Bildungseinrichtungen umfassend zu unterstützen. Wir fordern die Einrichtung und Förderung von Ersthelferkursen an allen Kölner Schulen, um sicherzustellen, dass alle Jugendlichen die notwendige Unterstützung erhalten, um ihre Bildungsziele zu erreichen. Diese Kurse sollen gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingehen und Hilfestellungen in Kernfächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch bieten sowie Unterstützung bei Lernschwierigkeiten und Prüfungsvorbereitungen leisten.
Wir setzen uns dafür ein, dass in allen Schulen ab der 7. Klasse spätestens alle zwei Jahre für die Schülerinnen und Schüler ein Kurs in erster Hilfe durchgeführt wird. Das trägt dazu bei, dass Leben gerettet werden können und Schülerinnen und Schüler in Notfallsituationen reagieren können.
Lebenslanges Lernen in der Ausbildung und im Beruf
Stärkung der Berufsberatung und -orientierung
Online-Portal zur Berufsorientierung weiterentwickeln
Die Stadt sollte ein zielgerichtetes Online-Portal einrichten, das es Jugendlichen ermöglicht, sich umfassend über Berufsperspektiven und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Gleichzeitig können Unternehmen dort ihre Angebote präsentieren. Das derzeitige Portal ist unzureichend, daher wollen wir eine bessere Vernetzung mit den Angeboten der Berufskollegs in Köln schaffen, um eine vollständige Übersicht über alle Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten. Das Portal soll leicht zugänglich sein und durch Gamification-Elemente zusätzlichen Anreiz bieten, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Zudem soll es eine direkte Verbindung zur Agentur für Arbeit schaffen, um weiterführende Beratungen zu ermöglichen.
Erschwinglicher ÖPNV und Wohnraum für Auszubildende
Die Stadt hat die Verantwortung, die Attraktivität der Ausbildung in Köln weiter zu steigern, indem sie beispielsweise vergünstigte ÖPNV-Tarife für Auszubildende anbietet und zusätzlichen, erschwinglichen Wohnraum speziell für sie bereitstellt. Dazu sollten neben dem Studierendenwerk weitere Partner gewonnen werden, die von einer verbesserten Situation für Auszubildende profitieren könnten.
Stärkung, Ausbau und Digitalisierung der VHS
Die Volkshochschule (VHS) spielt eine zentrale Rolle im lebenslangen Lernen. Ihr breites Angebot muss weiter ausgebaut und an die wachsende Nachfrage angepasst werden, insbesondere durch die Aufnahme zusätzlicher Kurse zur beruflichen Qualifikation. Die Stadt sollte diese Weiterbildungsmöglichkeiten stärker bewerben und bestehende Informationsdefizite abbauen, um eventuelle Hemmschwellen zu überwinden. Auch auf unser Bestreben hin wurden in der letzten Ratsperiode Verbesserungen bei der Bezahlung der Lehrkräfte erreicht. Um weiterhin ein qualitativ hochwertiges und umfangreiches Angebot zu gewährleisten, ist es wichtig, auch in Zukunft auf gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung der Lehrkräfte an der VHS und in anderen Bildungseinrichtungen, wie etwa der Musikschule, zu achten.
Inklusion und Integration
Wahlfreiheit für Eltern durch Inklusions- und Förderschulen
Ob Inklusion besser an Regelschulen oder Förderschulen gelingt, sollten die betroffenen Familien individuell entscheiden können, anstatt sich auf staatliche, oft pauschale Lösungen verlassen zu müssen. Um sowohl Inklusions- als auch Förderschulen unter optimalen Bedingungen zum Wohle der Kinder zu fördern, möchten wir die Inklusion nicht auf alle Schulen verteilen, sondern gezielt Inklusionsschulen in Köln etablieren, die diesen Schwerpunkt in ihrer pädagogischen Arbeit sehen. Gleichzeitig muss das Angebot an Förderschulen erweitert werden, damit dieser Bildungsweg allen offensteht, die ihn bevorzugen.
Deutschunterricht als Schlüssel zur Integration
In Köln leben Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Herkunftsländern und mit unterschiedlichen Geschichten zusammen. Unser Ziel ist es, alle erfolgreich in die Stadtgesellschaft zu integrieren. Besonders Menschen, die neu in Deutschland sind, sollen durch erstklassige Bildungschancen Aufstiegsmöglichkeiten erhalten. Für den Bildungserfolg spielt die Sprache eine entscheidende Rolle. Daher ist es wichtig, dass alle Kinder in Köln schnell und unkompliziert Zugang zum Deutschunterricht erhalten. Eine gemeinsame Sprache bildet die Grundlage für erfolgreiche Bildungs- und Integrationsprozesse.
Um dies zu erreichen, benötigen wir bedarfsgerechte Klassen für Deutsch als Fremdsprache (DaF) an Grund- und weiterführenden Schulen, die von qualifiziertem Personal geleitet werden. Auch in Kindertagesstätten sollte der Deutschunterricht verstärkt werden, wozu zusätzliches Personal eingestellt werden muss. Zur Deckung des Bedarfs an DaF-Lehrkräften sollte die Stadt mit der Universität und dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) in Köln und Leverkusen zusammenarbeiten, um eine ausreichende Anzahl von Zertifikatskursen anzubieten.
Kindertagesstätten und Betreuungsangebote
Vollständige Abdeckung des Betreuungsbedarfs
Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre eine vollständige Deckung des Betreuungsbedarfs zu erreichen. Um dies zu gewährleisten, müssen verschiedene Ansätze verfolgt werden; ein rein staatlich getragenes System lehnen wir klar ab. Vielmehr streben wir nach einem vielfältigen Angebot und setzen uns für die Förderung privater Kita-Initiativen ein, die nicht durch bürokratische Hürden und langwierige Genehmigungsverfahren gehemmt werden sollten. Die Stadt soll aktiv neue Träger anwerben und Elterninitiativen durch professionelle Beratung unterstützen.
Zusätzlich möchten wir ein Startfördergeld für private Kitas einführen, da private Einrichtungen auch zur Reduzierung der Kosten für die Stadt beitragen können.
Verlässliche Kinderbetreuung in Köln heißt Tagespflege stärken
In Köln gibt es derzeit einen erheblichen Mangel an U3-Betreuungsplätzen, insbesondere in den Stadtteilen Chorweiler, Kalk, Mülheim und Porz. Dieser Engpass ist auf den schleppenden Ausbau von Kitas zurückzuführen, wobei zwischen dem Beschluss für eine neue Kita und ihrer Eröffnung oft sechs bis sieben Jahre vergehen. Hinzu kommt die unzureichende Bezahlung der Tagespflegepersonen.
Um dieses Problem zu lösen, müssen wir die Unterstützung für Tagespflegepersonen verstärken. Dazu gehören die Eröffnung von Kinderstuben in Stadtbezirken mit besonders hohem Bedarf sowie die Einführung von Prämien für besonders erfahrene Tagespflegepersonen. Zusätzlich sollten Prämien für Tagespflegepersonen eingeführt werden, die in den genannten Stadtteilen Gruppen eröffnen, um die Betreuungslücke zu schließen.
Das Angebot der Kölner Bibliotheken muss stärker beworben und in der Stadtgesellschaft präsenter werden.
Gerechtere Kita-Beiträge für Köln
In Köln sind die Elternbeiträge für die Betreuung und Verpflegung in Kitas extrem hoch, insbesondere für die Mittelschicht. Grüne, CDU und Volt haben die Beiträge gerade noch einmal kräftig erhöht. Dies führt in vielen Fällen dazu, dass sich Eltern überlegen müssen, ob es sich lohnt, wieder arbeiten zu gehen. Um dieses Problem zu beheben, müssen die Tabellen für Elternbeiträge angepasst werden. Es sollten zusätzliche Einkommensstufen für Haushalte mit über 150.000 Euro Bruttoverdienst eingeführt werden. Zudem müssen die Gehaltsspannen in der Tabelle verringert werden, um eine gerechtere Beitragsstruktur zu gewährleisten.
nterstützung und Verbesserung der Arbeit in Kitas aktiv vorantreiben
Die Qualität der staatlichen Kitas muss konsequent erhöht werden. Häufig werden Erzieherinnen und Erzieher in ihrer Arbeit und ihrem Engagement durch komplexe bürokratische Anforderungen ausgebremst. Deswegen müssen wir dringend Maßnahmen zur Entlastung ergreifen. Dazu gehört die Einstellung von zusätzlichem Verwaltungspersonal, beispielsweise zur Unterstützung bei Dokumentationsaufgaben, damit die Erzieher mehr Zeit für die Betreuung der Kinder haben. Während der Corona-Pandemie wurden auf Initiative der FDP-Landtagsfraktion in NRW “Alltagshelferinnen und -helfer" in Kitas eingesetzt. Wir unterstützen die Fortführung dieses Programms, das es Kitas ermöglicht, Aufgaben an zusätzliches Personal zu delegieren, um den Erzieherinnen und Erziehern mehr Zeit für eine qualitativ hochwertige Betreuung der Kinder zu verschaffen.


