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28.04.2005

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Ehrenbürgerwürde von Prof. Alfred Neven DuMont

Im folgenden finden Sie die von der FDP-Fraktion unterstützte Rede der demokratischen Kräfte zur beantragten Aberkennung der Ehrenbürgerwürde von Prof. Alfred Neven Dumont. Die Rede sollte stellvertretend für alle demokratischen Kräfte im Rat der Stadt Köln von Altbürgermeisters Manfred Wolf gehalten werden. Auf die Rede wurde dann seitens der demokratischen Fraktionen zu gunsten der Stellungnahme des Oberbürgermeisters verzichtet.


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Ratsmitglieder von Pro Köln.

Heute müssen wir uns mal wieder mit der Ausnutzung demokratischer Grundrechte zur politischen Selbstbefriedigung einer vom Verfassungsschutz beobachteten Gruppierung mit rechtsextremen Tendenzen beschäftigen. Nachdem wir durch diese Gruppe einfache Themen schon auf stundenlange Abstimmungsmarathons verlängert haben, nimmt PK heute die nächste Hürde um den Rat der Lächerlichkeit preiszugeben. Heute um die Ehre eines hochverdienten Mitbürgers, unseres Ehrenbürgers Professor Alfred Neven Dumont in den Schmutz zu ziehen.

Daher möchte ich, insbesondere für die erst seit der Kommunalwahl im Rat vertretenden Gruppen, noch einmal an die Ratssitzung vom 4. November 2001 erinnern. Damals wurde Professor Neven DuMont als erstem Verleger die Ehrenbürgerwürde seiner und unserer Heimatstadt Köln verliehen. Aber nicht nur ein Verleger, sondern mit Konsul Hans Imhoff auch der Schokoladenkönig wurden an diesem Tag von uns geehrt. Unisono äußerten sich alle an der Sitzung teilnehmenden Laudatoren, die ehemaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel, aber auch Sie, Herr Oberbürgermeister, von der Größe einer Stadt, die an einem Tag auf einen Schlag zwei solche Persönlichkeiten ehren kann.

Mit Alfred Neven Dumont ehrten wir damals nicht nur einen Verleger, sondern den Verleger, dessen Familie den Grundstein für die heutige Medienstadt Köln legte. Wir haben Professor Neven Dumont, anders als Sie hier von PK in einem regelrechten Pamphlet Vorwürfe der abstrusesten Art zusammengetragen haben, geehrt. Im Urkundentext von damals steht, dass wir Professor Neven DuMont für seinen lebenslangen und herausragenden Einsatz für das Wohl seiner Heimatstadt Köln in sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Fragen diese Würde verliehen haben.

Er wirkt weit über Köln hinaus. Er ist ein herausragender Verleger, Unternehmer, Kunstliebhaber und –förderer. Er ist ein streitbarer, ein bekennender Demokrat. Das ist es wahrscheinlich, was PK nicht gefällt. Er flüchtet sich nicht in die Anonymität der Hinterzimmer seiner Zeitung und steuert Artikel, nein er bekennt sich selbst zu wichtigen Themen, schreibt selbst und steht mit seinen Leitartikeln offen zu seiner Meinung. Damit jeder sieht, wo er steht.

Meine Damen und Herren, die Würdigung, die wir damals vornahmen, ist heute immer noch gültig. Wenn nicht sogar aktueller denn je, wenn ich sehe, mit welchem Dreck hier von den Rechten auf ihn, den Ehrenbürger unsere Stadt, geworfen wird. Die Würdigung galt und gilt, wie Hans-Dietrich Genscher damals in seiner Laudatio gesagt hat, und ich zitiere „einem außergewöhnlichen und auch recht eigenwilligen Verleger, einem bedeutendem Mäzen, einem engagierten Demokraten und einem Mann, der sich um die innere Vereinigung unseres Landes in ganz besonderer Weise verdient gemacht hat.“

Und nicht zuletzt hat sich der geehrte damals selbst an uns gewandt und sich nicht nur bei uns bedankt, sondern nebenbei zugesagt, den Weg der Stadt und ihre Ziele zu unterstützen.

Wir werden in diesem Sinne gemeinsam mit den anderen demokratischen Kräften hier im Rat den unsäglichen PK-Antrag, unserem verdienten Ehrenbürger Professor Alfred Neven Dumont diese Würde abzuerkennen, nicht zustimmen.

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