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01.07.2008

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Mit der Schwangerschaft ändert sich alles

Dr. Silvana Koch-Mehrin, MdEP aus Köln
Dr. Silvana Koch-Mehrin, MdEP aus Köln
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Dr. Silvana Koch-Mehrin, MdEP aus Köln
Koch-Mehrin zum Thema Emanzipation

50 Jahre Emanzipation - am 1. Juli feiert das Gleichberechtigungsgesetz sein 50-jähriges Bestehen. Im Jahre 1958 trat das Gesetz in Kraft und das weibliche Geschlecht schloss in Schule, Ausbildung und Beruf zu Männern auf. Auch verantwortungsvolle Positionen in Politik und Wirtschaft wurden von Frauen besetzt.

Auf „Spiegel Online“ erzählt die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin wie sie zu diesem Wertewandel steht. „Ich war überzeugt, dass ich als junge Frau beruflich die gleichen Möglichkeiten haben würde wie die Männer, wenn nicht sogar bessere“, erzählt die junge Politikerin. Mit Eintritt der Schwangerschaft änderte sich für Koch-Mehrin jedoch einiges, „man gilt einfach nicht mehr als vollwertige Arbeitskraft“, so die Liberale. Das FDP-Präsidiumsmitglied berichtet von neuen Rollen, alten Vorurteilen und den heutigen Grenzen der Emanzipation.

Kein eigenes Bankkonto und Erwerbstätigkeit nur mit Erlaubnis des Gatten: Was heute unfassbar klingt, war noch vor einem halben Jahrhundert für westdeutsche Frauen Realität. Dann trat am 1. Juli 1958 das Gleichberechtigungsgesetz in Kraft. Spiegel-Online lässt anlsässlich des Jahrestages fünf erfolgreiche Frauen aus verschiedenen Generationen erzählen, wie sie diesen Wertewandel erlebt haben und wo die Gleichberechtigung heute steht. Darunter auch Silvana Koch-Mehrin. Sie ist FDP-Abgeordnete im Europäischen Parlament und lebt mit Mann und drei kleinen Töchtern in Brüssel. Dort kämpft die 37-Jährige für ein Europa der Bürger.

Für Silvana Koch-Mehrin war es immer klar, dass sie mal berufstätig sein wird, berichtet die Liberale auf „Spiegel-Online“. Über das Thema Gleichberechtigung hat sie sich zuvor nie wesentliche Gedanken gemacht. Durch ihre erste Schwangerschaft wurde sie erstmals mit diesem Thema konfrontiert und war erstaunt, wie sich als schwangere Frau das Leben als Politikerin ändert. „Mir wurde bewusst, dass die Gleichberechtigung nicht da ist. Man gilt einfach nicht mehr als vollwertige Arbeitskraft“, bedauert Koch-Mehrin.

Aufsehen erregte die FDP-Frontfrau im März 2005, als sie im Magazin „Stern“ ihren nackten Babybauch zeigte und als schwangere Politikerin ein Zeichen der Emanzipation setzte. Sie wollte ihren Bauch als „Provokation und als dramatischen Zeichen der Emanzipation zeigen“, erklärt die Politikerin. „In Deutschland eine schwangere Politikerin zu sein, die Karriere machen will, ist ein Politikum“, berichtete Koch-Mehrin 2005 im „Stern“.

Die FDP-Politikerin betont, dass man sich nicht davon beeindrucken lassen darf, wenn in männerdominierten Sitzungen jeder seine Position bekunden muss. „Jeder muss noch mal seinen Senf abgeben,um einmal der Platzhirsch gewesen zu sein“, erzählt die Abgeordnete. „Frauen müssen sich ein noch dickeres Fell zulegen, gerade wenn es um Machtrituale in der Arbeitswelt geht“, betont die Liberale. In Sitzungen gäbe es immer wieder Situationen, in denen sich Männer als die „Größten und Stärksten“ darstellen, so Koch-Mehrin.

Die EU-Abgeordnete erzählt, dass sie noch des öfteren mit alten Rollenbildern konfrontiert wird. „Wenn eine Besuchergruppe kommt und ich da sitze mit einem männlichen Kollegen, der auch zwei kleine Kinder zu Hause hat, dann fragt keiner, wie er das mit seinem Job vereinbaren kann“, so Koch-Mehrin. Sie bedauert diese Tatsache und bezeichnet es als wirklich mühsam dagegen anzugehen. In solchen Situationen holt sie sich Rat von guten Freundinnen, die wie Koch-Mehrin Familienleben und Beruf unter einen Hut bringen müssen. Die Frauen unterstützen sich dann mit „gegenseitigem Lobpreisen“. „Es tut schon gut, wenn mal jemand sagt: Du machst das toll, du bist meine Heldin“, so die FDP-Abgeordnete.

Auch vor diesem Hintergrund hat die FDP das Mentoring-Programm „Top-Nachwuchs-Talent“ ins Leben gerufen. Mit Blick auf eine intensivierte Förderung innerhalb der FDP richtet sich dieses Nachwuchs-Förderungsprogramm in erster Linie an Frauen. Es richtet sich an engagierte Menschen, die an einer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung, egal ob in Politik oder Wirtschaft, interessiert sind.

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