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24.04.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

"Subkutane" Pläne neben dem Krieler Dom

Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
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Katja Hoyer, Mitglied der Bezirksvertretung Lindenthal
Bezirksvertreter lehnen neues, fünfgeschossiges Berufskolleg des Erzbistums kategorisch ab

Von Stefan Rahmann

Lindentah. Investoren in Immobilien haben im Stadtbezirk Lindenthal auch schon bessere Zeiten gesehen. Anwohner und Bezirksvertreter reagieren immer empfindlicher, wenn die gewohnte Umgebung nachhaltig verändert werden soll. Jetzt traf es das Erzbistum. Einstimmig sprach sich die Bezirksvertretung gegen einen Plan des Bistums aus, an der Ecke Zülpicher Straße/Gleueler Straße einen Neubau mit bis zu fünf Geschossen zu errichten. Dort soll ein zentrales Erzbischöfliches Berufskolleg entstehen, das bislang auf drei Standorte - Sachsenring, Klosterstraße und am Krieler Dom - aufgeteilt ist. In den Berufskollegs werden Erzieher und Erzieherinnen, Heilpädagogen und Kinderpfleger und -pflegerinnen auch für nichtkirchliche Arbeitgeber ausgebildet. Darüber hinaus will man sich in dem Neubau der steigenden Nachfrage nach Altenpflegekräften stellen.

Eine klare Absage erteilt die Bezirksvertretung Lindenthal diesem Vorhaben. "Ein solcher Bau ist an dieser Stelle unmöglich", erklärte Heribert Resch (CDU) kategorisch: "Bei fünf Geschossen müssen wir ja von einer Gesamthöhe von 21 Metern ausgehen." Resch kritisierte auch, dass in einer anzulegenden Tiefgarage nur 40 Stellplätze vorgesehen seien: "Das reicht doch nicht mal für die Autos der Lehrer." Er wies darauf hin, dass es in dem Bereich rund um den Krieler Dom schon jetzt zu wenig Parkplätze gebe. "Wenn nur jeder fünfte Schüler mit dem Auto kommt, brauchen wir 130 zusätzliche Stellplätze", hat Resch ausgerechnet, der im Übrigen die Zufahrt zur Tiefgarage über die kleine Freiligrathstraße für "völlig daneben" hält.

"Der Krieler Dom ist ein Kleinod in unserem Bezirk. Der darf auf keinen Fall derart zugebaut werden", ergänzte Katja Hoyer von der FDP. Wenn das Erzbistum so großen Raumbedarf habe, müsse man sagen: "An dieser Stelle geht das nicht." Ulrich Naumann (SPD) pflichtete seinen Vorrednern bei: "Die Baumasse ist an dieser Stelle eine Belastung des Umfeldes."

Heribert Resch machte eine neue Rechnung auf: "Wenn das Erzbistum die Kosten für den Neubau an dieser Stelle einspart und das Grundstück verkauft, müsste genügend Geld da sein, um an einer geeigneteren Stelle bauen zu können." Resch schlug das Gelände hinter dem Krankenhaus Hohenlind vor. Dem schlossen sich die anderen Fraktionen an. Die Verwaltung wurde beauftragt, gemeinsam mit dem Erzbistum einen anderen Standort zu suchen. Ausdrücklich lobten Vertreter aller Parteien trotz allem die "ansprechende" Architektur, die das Bistum verwirklichen wollte.

Heinrich Funk vom Stadtplanungsamt war angetreten, das Bauvorhaben zu verteidigen. Dafür wurde er wortschöpferisch tätig: "Wir haben es hier mit einer subkutanen Planung zu tun", erklärte er dem staunenden Plenum: "Die geht nämlich unter die Haut." Er berichtete von den Gesprächen mit dem Bauherren: "Kleiner bauen können die das nicht." Man sei bei fünf Geschossen und 7800 Quadratmetern Nutzfläche schon am unteren Level der Baumasse angelangt. "Die Zufahrt zur Tiefgarage ist sicher noch optimierbar", räumte Funk ein. Resch blieb unversöhnlich, erklärte aber, über eine Reduzierung auf vier Geschosse könne man reden. Seinem Verdacht wurde nicht widersprochen: "Wird hier vielleicht vom Erzbistum gepokert?"


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