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14.04.2008

KölnLiberal

Pressespiegel

Kunst in Köln

Lorenz Deutsch, Sachkundiger Einwohner der FDP im Kulturausschuss, hatte die Unregelmäßigkeiten bei den Besucherzählungen aufgedeckt
Lorenz Deutsch, Sachkundiger Einwohner der FDP im Kulturausschuss, hatte die Unregelmäßigkeiten bei den Besucherzählungen aufgedeckt
Lorenz Deutsch, Sachkundiger Einwohner der FDP im Kulturausschuss, hatte die Unregelmäßigkeiten bei den Besucherzählungen aufgedeckt
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Lorenz Deutsch, Sachkundiger Einwohner der FDP im Kulturausschuss, hatte die Unregelmäßigkeiten bei den Besucherzählungen aufgedeckt
Köln braucht die Art Cologne - und umgehrt

Von Lorenz Deutsch

Die Erfolgsgeschichte vom Aufstieg Kölns zur Kunstmetropole, die in den 60er Jahren ihren Anfang genommen und in den 80er Jahren ihren Höhepunkt erreicht hat, wird gerne erzählt. Allerdings ist inzwischen viel Glanz verblasst. Eng mit dieser Erfolgsgeschichte verbunden ist die Entwicklung der Art Cologne – und auch die derzeitigen Schwierigkeiten zeigen einen engen Zusammenhang. Zu Wenige in der Stadt sehen diesen Zusammenhang!

Schon seit einigen Jahren kämpft die Art Cologne mit einem Verlust an internationaler Ausstrahlung und Bedeutung. Viele bedeutende Galerien haben der Messe den Rücken gekehrt und auch für Sammler ist die „Mutter aller Kunstmessen“ nicht mehr der wichtigste Termin des Jahres. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Neben hausgemachten Fehlern werden zunehmend auch strukturelle Veränderungen des Kunstmarktes zur Belastungsprobe. Die Stadt muss ihre Kräfte bündeln, damit Köln wieder sein kann, was es einmal war: ein Zentrum für Bildende Kunst.

Die ersten Krisenzeichen traten in den neunziger Jahren auf. Neben depressiven Entwicklungen in der Galerienszene und dem Berlin-Effekt wirkte auch eine Messepolitik negativ, die auf der Jagd nach immer neuen Rekordmeldungen das Teilnehmerfeld so weit vergrößerte, dass sowohl die Übersichtlichkeit als auch eine hohe Durchschnittsqualität auf der Strecke blieben. Mit dem damaligen neuen Messeleiter, Gérard A. Goodrow, wurde seit einigen Jahren versucht gegenzusteuern. So wurde die Zahl der teilnehmenden Galerien auf zuletzt 189 reduziert und so der Messeauftritt deutlich kompakter. Innovative Elemente, wie der Bereich „open space“, der auf die klassische Kojengestaltung verzichtet, versuchen die angestaubte Messepraxis zu beleben.

Die einschneidenste Änderung besteht aber sicher in der Verlegung des Termins vom Herbst auf das Frühjahr. Mit dieser Maßnahme und der Gründung einer Dependance, der „ART COLOGNE Palme de Mallorca“, reagiert die Messeleitung auf ein gänzlich verändertes Umfeld der internationalen Kunstszene. In den letzten fünf Jahren hat sich die Messelandschaft radikal verändert. Die „Art Basel“, und ihre Dependance, die „Art Basel-Miami Beach“, oder die Londoner „Frieze Art Fair“ haben Köln als hot spot der Kunstszene abgelöst. Trotz der beschriebenen Anstrengungen findet sich die Art Cologne in der zweiten Reihe wieder, was die Berichterstattung in der nationalen und internationalen Presse deutlich zeigte.

Köln ist zu genügsam

Warum sind die Messen in London oder Miami so viel attraktiver als Köln mit all seiner Tradition? Die Antworten von Szene-Kennern lauten immer gleich: Dort herrscht eine vibrierende Atmosphäre, das gesamte Umfeld nimmt mit attraktiven Veranstaltungen am Get-together der Kunstszene teil, wirkt inspirierend und lockt Galerien, Sammler und Kunstinteressierte an. Einfach eine Messe zu veranstalten, reicht nicht mehr!

Und Köln? Die letzte Art Cologne war in der Stadt kaum spürbar. Zum Vergleich: Wenn die Möbelmesse stattfindet, strahlen die „Passagen“ deutlich in das Stadtbild und das Leben in der Stadt aus. Die Galerienszene schafft es dagegen nicht, einen vergleichbaren Auftritt zu organisieren. Einige haben sich zwar im Frühjahr zum Ausstellungsprojekt „Köln-Show II“ zusammengefunden, die Ausstrahlung blieb aber begrenzt.

Einen besonders bedauerlichen Ausfall markiert das Museum Ludwig. Weder im letzten Herbst, noch zum neuen Termin im Frühjahr hat eine große, internationales Publikum lockende Ausstellung stattgefunden. Auch für das nächste Frühjahr ist nichts Entsprechendes angekündigt. Die Begleitung durch Köln-Tourismus ist mangelhaft. Kurz: Köln verschläft seine Chancen und lässt die Art Cologne allein!

Die FDP hatte in Reaktion auf dieses Bild schon Ende des letzten Jahres eine Anfrage im Kulturausschuss gestellt, was als Begleitprogramm zum neuen Frühjahrstermin in der Stadt zu erwarten sei. Die Antwort fiel so ernüchternd aus, dass wir in einer zweiten Anfrage wissen wollten, ob an eine Koordinierung für das kommende Jahr gedacht sei. Allein die Antwort ließ fünf Monate auf sich warten. Ihr Inhalt war mehr als peinlich: Es hatte in der ganzen Zeit nur ein Gespräch mit der Messeleitung stattgefunden. Es traf sich deshalb gut, dass in der gleichen Sitzung Gerard A. Goodrow eingeladen war. Er warb fast händeringend um Unterstützung durch die Stadt und ihre Institutionen, durch Köln-Tourismus und andere Akteure.

Die im Anschluss von der FDP formulierte Kritik an der unambitionierten Haltung der Verwaltung wurde vom gesamten Ausschuss geteilt und unterstrichen. Der Kulturdezernent stellte dem Ausschuss im Januar ein Heft mit dem Titel „art city cologne“ vor, das viele Kulturveranstaltungen zum Termin der nächsten Art Cologne verzeichnet und den Besuchern in großer Auflage zur Verfügung gestellt wird.

Aber leider ziehen immer noch nicht alle am gleichen Strang. Eine einflussreiche Gruppe Kölner Galeristen hat lautstark ihre Teilnahme an der nächsten Messe abgesagt und auf eine Veränderung der Messeleitung gedrängt. Ob eine solche Maßnahme die Kunststadt Köln voranbringt, bliebe abzuwarten– dass sie den Einfluss der betreffenden Galeristen steigern würde, ist dagegen sicher.

Es ist aber nicht die Zeit für Eigeninteressen! Alle müssen daran arbeiten, dass die Art Cologne wieder wird, was sie war: das Kulturereignis in der Stadt Köln mit dem größten Potential zur internationalen Ausstrahlung. Aber dafür muss die ganze Stadt leuchten und vibrieren! Wir brauchen einen Ruck!

Die FDP wird darauf drängen – im Kulturausschuss, aber auch im Diskurs der Stadtgesellschaft.


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