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04.05.2012

Express, Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau

Pressespiegel

FDP will SPD-Schlichter im Opernstreit

Ulrich Wackerhagen
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Ulrich Wackerhagen
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Ulrich Wackerhagen
Ratsantrag: Berliner André Schmitz als Mediator für Oper
Express
FDP will SPD-Schlichter im Opernstreit
Angriff auf Rot-Grün

Von R. Baumanns

Die FDP will im Streit um Opernintendant Uwe Eric Laufenberg und die Zuschüsse für die Bühnen einen Schlichter einschalten.

Die Liberalen blasen so zum Angriff auf Rot-Grün. Denn der Schlichter soll André Schmitz sein, Kultur-Staatssekretär von Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit. Und: Schmitz ist in der SPD. „Er soll zwischen der Stadtverwaltung und der Bühnenleitung vermitteln und den Finanzbedarf für die kommenden Spielzeiten feststellen“, sagt FDP-Kultursprecher Dr. Ulrich Wackerhagen.

Außerdem fordert die FDP, dass 20 % der Kulturförderabgabe (Bettensteuer) an die städtischen Bühnen fließen sollen. „Kein einziger Cent der 16 Millionen Euro aus dem Jahr 2011 ging an die Bühnen, stattdessen hat man dort sogar noch Geld weggenommen“, tobt FDP-Finanzexperte Uli Breite. Überhaupt seien nur 4,5 der 16 Millionen Euro ausgegeben worden. „Der Rest versickert im Haushalt oder im rot-grünen Wolkenkuckucksheim“, so Breite.


Kölner Stadt-Anzeiger
Parteien suchen nach einem Schlichter
Kölner Opernkrise

Die Einschaltung eines Schlichters, der den Konflikt zwischen der Stadt und Opernintendant Uwe Eric Laufenberg lösen helfen soll, und die Trennung von Patrick Wasserbauer, dem Geschäftsführenden Direktor der Bühnen, der mit den ihm gestellten Aufgaben erkennbar überfordert sei - das sind die Forderungen der FDP im Kölner Rat angesichts der aktuellen Opernkrise. FDP-Kultursprecher Ulrich Wackerhagen trug sie am Mittwoch in einer Pressekonferenz vor. Ziel der Schlichtung müsse es sein, Laufenberg trotz der angekündigten Vertragsauflösung in Köln zu halten - "am besten bis zum Ende seines regulären Vertrags 2016". Wasserbauer hingegen habe es bis heute nicht einmal geschafft, einen Jahresabschluss der Bühnen für 2009 vorzulegen, ganz zu schweigen von den aktuellen Wirtschaftsplänen. Außerdem seien seine Auftritte im Kulturausschuss durchweg nicht überzeugend.

Rolf Bolwin im Gespräch

Wie zu hören ist, erwägt auch die rot-grüne Ratsmehrheit die Berufung eines Schlichters, der vor allem daran mitwirken soll, dass überhaupt eine Opernspielzeit 2012/13 ordnungsgemäß stattfinden kann. Im Gespräch für diese Rolle ist Rolf Bolwin, der Geschäftsführende Direktor des in Köln ansässigen Deutschen Bühnenvereins. Bolwin war allerdings gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Hintergrund: Die von Laufenberg vergangene Woche "im Konjunktiv" vorgestellte Saison 2012/13 erfordert in der Umsetzung zwei Millionen Euro mehr, als der Rat an Zuschüssen kurzfristig bewilligt hat. Derzeit ist nicht abzusehen, wie es weitergehen soll. Laufenberg mahnt eine zügige Entscheidung an, weil der Vorverkauf für die Saison starten soll, die Abonnenten Klarheit erwarteten und sein Haus Künstlerverträge unterschreiben müsse. Besagte Entscheidung kommt auch deshalb nicht zustande, weil der für die Finanzplanung der Spielzeit zuständige Wasserbauer erkrankt ist.


Kölnische Rundschau
Staatssekretär soll schlichten
FDP-Ratsantrag: Berliner André Schmitz als Mediator für Oper

"Wir schlagen André Schmitz, den Berliner Staatssekretär für Kultur, als Schlichter für den Streit um den Opernetat und den Verbleib von Opernintendant Uwe Eric Laufenberg vor", erklärt Ulrich Wackerhagen, kulturpolitischer Sprecher der FDP, den Antrag, den seine Fraktion in der nächsten Ratssitzung am 15. Mai stellen will.

Laut Antrag soll der Mediator "zwischen Verwaltung und der Bühnenleitung vermitteln" und "die Notwendigkeit der finanziellen Ausstattung der Bühnen für die Spielzeiten 2012/13, 2013/14 und 2014/15 feststellen". Wackerhagen: "André Schmitz wäre genau richtig dafür: Er weiß, wie Politik und Verwaltung funktionieren und kennt auch den Opern-Spielbetrieb." Denn bevor Schmitz 2006 Staatssekretär für Kultur wurde, war er unter anderem Verwaltungsdirektor der Volksbühne Berlin, sowie Geschäftsführender Direktor der Deutschen Oper Berlin und auch zeitweilig deren Kommissarischer Intendant. "Außerdem ist er SPD-Mitglied."

Aber er ist noch nicht im Kölner Opern-Rettungsboot: "Wir haben ihn angefragt und hoffen, dass er - nach einem einstimmigen Ratbeschluss - annimmt", so Wackerhagen. In Schmitz' Berliner Büro kannte man den Antrag gestern noch nicht. "Wenn der Antrag angenommen wird, wird Herr Schmitz sich dazu äußern", so sein Sprecher Torsten Wöhlert. "Ich kann den Mehrwert dieses Antrags nicht sehen", so Eva Bürgermeister von der SPD. "Die Rahmenbedingungen sind klar. Und damit ist die Betriebsleitung gefordert, ein Programm zu entwickeln. Was soll da ein Schlichter?"

Was denkt der Opern-Intendant über den Vorschlag? "Wenn es sich in einer Situation um keinen Millimeter bewegt, ist ein Schlichter eine gute Sache", findet Uwe Eric Laufenberg, der immer wieder darauf hingewiesen hat, dass für ihn die Zeit drängt, um den Spielplan abschließen und den Vorverkauf beginnen zu können.

"Der Schlichter könnte sicher Ende Mai beginnen, damit vor der Sommerpause eine Entscheidung gefällt ist", so Wackerhagen und setzt nach: "Man sollte statt des Herren der Musik den Herren der Zahlen austauschen: Ich denke, die Stadt sollte sich von Patrick Wasserbauer trennen. Mir sind schon Namen von Leuten genannt worden, die besser geeignet wären. "

Weitere Idee der FDP: "Von der Kulturförderungsabgabe, der Bettensteuer der Hotels, ist bisher noch kein Cent an die Städtischen Bühnen geflossen", so Ulrich Breite, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion. "Das sind 16 Millionen pro Jahr: 4,5 Millionen sind ausgegeben worden, der Rest versickert im Haushalt. Wir fordern, dass 20 Prozent an die Städtischen Bühnen gehen."


Hier geht es zu weiteren Meldungen und Initiativen der FDP zum Thema Kultur.

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