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17.06.2008

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Pfefferminze swingt

Kronleuchtersaal
Kronleuchtersaal
Kronleuchtersaal
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Kronleuchtersaal
Kölns ungewöhnlichster Konzertort: Jazz im "Kronleuchtersaal" der Kanalisation

Von Rolf-R. Hamacher

Da hätte selbst der "Duke" nicht Nein sagen können. Charmant drückte Ralf Bröcker von den Stadtentwässerungsbetrieben den 50 "Auserwählten" (A.d.fdp-koeln.de-Redaktion: unter ihnen FDP-Fraktionschef Ralph Sterck) einen Pfefferminzzweig in die Hand. Und ab ging's in den Kölner Untergrund. Genauer gesagt, in den selten geöffneten "Kronleuchtersaal" unter dem Theodor-Heuss-Ring, wo im "Regenentlastungsbauwerk" Abwässer zusammenfließen. Aber man war ja nicht zum Riechen gekommen...

Auf dem Programm: eine Hommage an Swing-Legende Edward Kennedy "Duke" Ellington (1899-1974). Das Beate Starken Acoustic Trio mit Harald Königs (Saxofon), Ralf Haspel (Bass) und Beate Starken am Cello hatte sich mit dem Schlagzeuger Gerd Breuer verstärkt, um ein wenig den Big-Band-Sound Ellingtons erahnen zu lassen. Dabei kam dem Quartett das überhallige Gewölbe entgegen, das die Töne anschwellen ließ, zurückwarf, aber nicht verzerrte.

"It don't mean a Thing if it ain't got that Swing" machte den Anfang einer kleinen, aber feinen Titel-Auswahl, die Beate Starken für die kleine Besetzung kongenial umarrangiert hatte. So machte sie aus "Don't get around much anymore" etwas, was dem "Duke" nie eingefallen wäre: einen Tango. Als sie mit ihrem Cello die Ballade "Come Sunday" anstimmte, der Bass die Melancholie aufnahm, ehe Saxofon und Schlagzeug den Sonntag freudig begrüßten, spürte man das Genie des "Dukes". "Er hat den Blues genommen und klassische Musik daraus gemacht", erzählte Starken.

Die Zugabe war zwar nicht von Ellington, dafür aber genial gewählt: Anton Karas' "Harry Lime Thema" aus Orson Welles' Wiener Kanal-Thriller "Der dritte Mann".

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