Wirtschaftsausschuss lehnt gemeinsames Köln-Bonner Kongressbüro ab
Die Städte wollen zwar Synergien nutzen, bleiben im internationalen Wettbewerb aber Konkurrenten.
Von Helmut Frangenberg
Während überall auf der Welt die Ballungsräume im internationalen Wettbewerb zusammenwachsen, tut sich in der Köln-Bonner Region weiterhin wenig. "Wir sind kein Big Apple, sondern eine große Traube", sagte Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans in Anspielung auf den amerikanischen "Global Player" New York. Zuvor hatten Verwaltung und Ratspolitiker einvernehmlich die Idee eines gemeinsamen Büros zur Vermarktung der Angebote für Kongressveranstaltungen in Köln und Bonn beerdigt. Auch in Bonn ist das Projekt gescheitert, bevor es erprobt wurde.
Der Wirtschaftsdezernent sah's positiv: "Der Grund für unsere Schwäche beim Marketing ist gleichzeitig unsere Stärke: nämlich die Vielfalt in der Region." Er halte viel von regionaler Zusammenarbeit. "Wir leben aber in einer Mischung von Kooperation und Konkurrenz." So sei man bei der Prüfung der besten Strukturen für eine Neuausrichtung der Kongresswirtschaft zu dem Ergebnis gekommen, dass man zwar Synergien nutzen wolle, aber keine gemeinsame Institution gründen werde.
FDP-Ratsmitglied Ulrich Breite sah die Skepsis der Kommunalpolitiker bestätigt: "Bonn ist eine scharfe Konkurrenz für Köln", sagte er im Wirtschaftsausschuss, der einstimmig der Verwaltungsvorlage zustimmte. Sie sieht vor, dass sowohl Bonn wie Köln eigene "Kongressbüros" gründen, die dann bei gemeinsamen Messeauftritten oder einem gemeinsamen Internetauftritt kooperieren sollen.
Außerdem sollen Daten ausgetauscht und weitere gemeinsame Vermarktungsaktivitäten entwickelt werden. Die Stadt sucht nun mit einer Personalagentur nach einem qualifizierten Leiter des Kongressbüros, das bei "Köln-Tourismus" angesiedelt sein wird. In eigener Regie laufen auch die Prüfungen für ein neues Kölner Kongresszentrum für 3500 bis 4000 Teilnehmer weiter, obwohl ein solches Zentrum in Bonn im Bau ist und auch die zukünftige Basketballhalle für die "Cologne 99ers" in Hürth für Kongresse genutzt werden soll.
In den Gesprächen mit Bonn ist nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" auch über eine Zusammenlegung der Tourismus-Büros gesprochen worden. Auch diese Kooperation ist - offenbar am Bonner Widerstand - gescheitert. Walter-Borjans kritisierte nach der Ausschusssitzung die Haltung der Kölner Nachbarn: Viele ließen sich von "alten Verletzungen" leiten und hätten ein Problem, Köln als stärksten Partner zu akzeptieren. "Wenn unsere Nachbarn so weit wären wie Köln, wäre die Region stärker."
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