Grundstück am Mediapark liegt seit Jahrzehnten brach - Ärger über Staus
Solange die Stadt den Plänen der Firma Lammerting nicht zustimmt, lässt diese dort Würstchen verkaufen und Parkplätze vermieten.
Von Helmut Frangenberg
Die Würstchenstand am Mediapark hat sich zum Schnellimbiss-Toptipp rund um den Cinedom entwickelt. Auch die Informationen, dass man gleich neben dem Grill günstig parken kann, hat sich herumgesprochen. Die Kölner Immobilienfirma Lammerting - eigentlich zuständig fürs Häuserbauen, -vermarkten und -vermieten - verdient hier Geld mit parkenden Autos und gegrillten Würstchen. Der Grund: Die ambitionierten Pläne für ein großes, modernes und gläsernes Büro- und Geschäftshaus an dieser Stelle liegen auf Eis. Lammerting gibt der Stadt die Schuld, die sieht dagegen die Immobilienfirma in der Pflicht.
Seit rund 15 Jahren ist das Grundstück am Kümpchenshof zwischen Ring und Mediapark Gegenstand von Planungen und Überlegungen. Jahrzehntelang lag das Eckgrundstück am Ring brach. Vor drei Jahren wurden die Gebäude an der Maybachstraße abgebrochen, um den Weg für eine Neubebauung an dieser zentralen Stelle in der Stadt freizumachen. Gleichzeitig wurde die Lösung der Verkehrsprobleme in Aussicht gestellt. Eine zusätzliche Fahrspur sollte den Rückstau beseitigen, der sich in schöner Regelmäßigkeit zu den Hauptanfangszeiten im Cindedom bildet.
Die Firma Lammerting, die das Grundstück erworben hatte, versprach, unmittelbar nach dem Abbruch der alten Wohngebäude mit den Bauarbeiten zu beginnen. Statt- dessen begann jedoch ein Streit um den Entwurf des Architekten, für den sich Lammerting entschieden hatte, und die Vermarktung der Fläche als Parkplatz und Werbefläche. "Das wird zu einer unendlichen Geschichte", ärgert sich SPD-Fraktionschef Martin Börschel. "Es heißt, Lammerting habe keine Lust mehr zu bauen", sagt FDP-Fraktionschef Ralph Sterck, der genau wie Börschel hier seinen Wahlkreis hat. Die Staus wie der Zustand des Grundstücks seien nicht akzeptabel.
Unternehmenschef Udo Lammerting weist die Kritik zurück. Er wolle bauen. Allerdings sei er nicht bereit, von seinen Entwürfen Abstriche zu machen. Im Gestaltungsbeirat, der Bauprojekte der Stadt, mit beratender Stimme begleitet, hat es Kritik am Baukörper gegeben, den Archi- tekt Hanspeter Kottmair für das Grundstück geplant hat. Lammerting will sich einen Teil der Fläche, die er der Stadt zum Bau einer weiteren Fahrspur abtritt, über der Fahr- spur zurückholen: Kottmairs Gebäudeentwurf, der versucht, die alte Architektur am Ring mit den modernen Gebäuden des Mediaparks zu verbinden, wird von Stockwerk zu Stockwerk breiter. Diese Auffächerung über der Straße halten einige für zu gewaltig.
Auch innerhalb der Stadtverwaltung soll es keine Einigkeit geben, ist zu hören. Ein klärendes Wort von höchster Stelle ist bislang ausgeblieben.
Architekt Kottmair setzt nun darauf, dass ein solches Votum der Stadtspitze die Diskussionen in Kürze beenden wird. "Wir sind zuversichtlich, jetzt zu Ergebnissen zu kommen."
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