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16.12.2015

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Larmann: Die Jugend lag Jacobs sehr am Herzen

Friedrich Jacobs
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Friedrich Jacobs
Ronald Larmann, stellvertretender Vorsitzender der katholischen Studentenverbingung Novesia zu Bonn anlässlich der Verleihung des Friedrich-Jacobs-Preises 2015

Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Preisträger,

ich bin von Ralph Sterck gebeten worden, ein paar Sätze über Friedrich Jacobs Engagement in seiner Bonner Studentenverbindung Novesia zu sagen, deren stellvertretender Vorsitzender ich bin.

Ich möchte mit einer kleinen Anekdote beginnen, die mir ein Bundesbruder erzählt hat. So war Friedrich Jacobs, bei uns trug er den Spitznamen Itze, 1933 als junger Student an Scharlach erkrankt und musste längere Zeit ins Krankenhaus. Hier bekam er häufig Besuch von einer 19-jährigen Dame namens Elisabeth Andres, in die er sich alsbald verguckte und schnell wusste: Die oder keine.

Während Lia nach ihrem Abitur fleißig Zahnmedizin studierte und promovierte, waren bei Friedrich kaum Fortschritte in seinem Jura-Studium festzustellen. Daher ließ Vater Andres über seine Tochter Lia dem bummelnden Itze ausrichten, wenn er ernsthafte Absichten hege, müsse er sich mit dem Studium beeilen. Itze ging in sich, ließ die Füchse der Novesia, also die noch jungen Mitglieder zur Probe, vor dem Haus der Schwiegereltern aufmarschieren und ein nächtliches Lied singen, mit dem Refrain: „Drum Alter, lass ab von deinem scheltenden Tun!“
Von Stund an ließ er das Bummeln, Singen und Biertrinken sein und ward ungemein fleißig. Schon 1935 bestand er sein Referendarexmanen.

Geboren am 19.12.1910 in Essen-Stele musste er sich wegen einer Stiftung in der Familie seiner Mutter als Student an einer preußischen Uni einschreiben und tat dies in Bonn an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Bereits am 1. Mai 1931 trat er in die Novesia ein.

Ein paar Worte zu unserem Bund: Die Novesia ist eine farbentragende, nicht schlagende Verbindung katholischer Studenten aller Fakultäten der Uni Bonn. Sie wurde am 10. Januar 1863 von Theologiestudenten aus Neuss gegründet. Wie der Name, so wurden auch die Farben Rot-Weiß-Rot und das Wappen der Stadt am Niederrhein übernommen.

Novesia ist ein Lebensbund Studierender und Alter Herren. Zu letzter Gruppe zähle auch ich. Als Studentenverbindung leben wir studentische Traditionen und eine akademische Kultur. Unser Semesterprogramm bietet stets ein möglichst breites Spektrum an Veranstaltungen. Dazu gehören Vorträge von Rednern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kirche sowie Ausflüge in andere Universitätsstädte oder der gemeinsame Kirchgang. Natürlich gehören dazu auch – manche sagen sogar im Besonderen – gesellige Feiern.

Obwohl die Novesia 1938 von der Nazi-Diktatur gezwungen wurde, sich offiziell aufzulösen, führte sie das Verbindungsleben unter dem Spaßnamen Conrübia, später unter Coronia bis zum Sommersemester 1944 illegal fort. Zu Beginn dieser Untergrundverbindung war auch Friedrich Jacobs eingebunden, doch wegen seines Kriegsdiensts konnte er später nicht mehr an den geheimen Treffen in Gaststätten und Kneipen teilnehmen.

Nach dem Krieg, Novesia konnte bereits im Sommersemester 1946 eine Wiederbegründung starten, sollte er allerdings wieder an sein Engagement anknüpfen. Er war sehr häufiger Gast auf den verschiedenen Festen, die wir regelmäßig an je einem Wochenende im Winter und im Sommer, feiern. Er engagierte sich – während seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt Köln etwas weniger – intensiv im Kölner Zirkel, dem Stammtisch von Novesen aus Köln und Umgebung, die hier auch heute noch regelmäßig zusammenkommen. Mit seiner Frau Lia hat er seine Bonner Bundesbrüdern immer wieder nach Köln gelockt, ins Hänneschen, zu Karnevals-Sitzungen oder in Theater-Aufführungen mit Trude Herr. Itze und seine Frau waren der Motor des Kölner Zirkels, hat mir ein Bundesbruder geschrieben, der ihn besser kannte als ich.

Legendär sollen jahrelang und alle Jahre wieder seine Geburtstagsfeiern am 19. Dezember gewesen sein, zu denen er die Novesen samt Anhang in seine Wohnung einlud und alle kamen. Zum geflügelten Wort wurde der Ausspruch eines Bundesbruder, der auf die Frage: „Wann beginnt Weihnachten?“ antwortete: „Wenn Itze Geburtstag hat.“

Für sein vielfältiges Engagement hat er das Ehrenband unserer Verbindung erhalten. Er hatte immer ein großes Herz gegenüber seiner Novesia, vor allem gegenüber den aktiven Studenten und den frisch Eingetretenen. Wenn es zwischen Jung und Alt Streit gab, hielt er regelmäßig zur Jugend als die vermeintlich Schwächeren. So hat er uns einen Geldbetrag vermacht, um bedürftige Studenten zu unterstützen. Die Jugend lag ihm also sehr am Herzen, daher dürfte er sich über die heutige Preisverleihung auch ganz besonders freuen.

Wenn ich persönlich an ihn denke, ich bin 1999 eingetreten und habe ihn nur ein paar Jahre erleben dürfen, dann haben mich immer seine besondere Präsenz und seine wachen Augen mit dem etwas spitzbübischen Einschlag beeindruckt. Ein Bundesbruder hat es während eines Telefonats zur Vorbereitung dieses Vortrags auf den Punkt gebracht. „Wenn Itze bei uns auf dem Haus war, dann war er im Herzen wieder der junge Student von damals.“ Auch im hohen Alter von über 90 Jahren noch. Und dann kann man sich genau vorstellen, wie er 1933 mit den Füchsen in der Nacht zum Haus seines Schwiegervaters gezogen ist – dieses, für die damalige Zeit, doch recht kesse Lied gesungen hat…

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