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28.05.2002

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Gesamtkonzept Schülerbetreuung und Sportförderung

Auf Antrag der Fraktionen von CDU und FDP hat der Sportausschuss folgenden Beschluss gefasst:

Die Verwaltung wird beauftragt, das vom StadtSportBund entwickelte Gesamtkonzept zur Schülerbetreuung und Sportförderung in Grundschulen hinsichtlich einer zügigen Umsetzung (zum Beginn des neuen Schuljahres) zu prüfen.
Die Ansätze des „Paderborner Modells“ sollten Berücksichtigung finden. Das Sportamt, die Sportvereine, der StadtSportBund Köln, das Amt für Kinder, Jugend und Familien, das Schulamt, das Gesundheitsamt etc. sind zu beteiligen.
Hinsichtlich der Finanzierung sollten auch Krankenkassen und Sponsoren aus dem Sportbereich in die Beratung über die Konzeption eingebunden werden.

Begründung:
Nur 40 % der Mädchen und gut 50 % der Jungen im Grundschulalter sind nach einer sogenannten „Interventionsstudie“ des „Kölner Kinder Projekts“ in einem Sportverein aktiv. Aufgrund von Bewegungsmangel und vielfach damit einhergehender ungesunder Ernährung kommt es immer häufiger und immer früher zu den sogenannten „Wohlstandssyndromen“: Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder Stoffwechselstörungen – allesamt Risikofaktoren für spätere Herz-Kreislauferkrankungen.
Ebenso haben wissenschaftliche Studien ergeben, dass bei Defiziten in der Feinmotorik parallel auch Konzentrationsstörungen und eingeschränkte Verarbeitung von komplexeren Lernprozessen auftritt.
Ein flächendeckender Test zur sportmotorischen Vielseitigkeit der Kinder kann kostensparend parallel mit der ersten Schuluntersuchung erfolgen, da heute schon eine große Menge von Daten hier erfasst, aber nicht ausgewertet werden.
Bei dem vom StadtSportBund erarbeiteten Gesamtkonzept für Schülerbetreuung und Sportförderung an Grundschulen stehen 3 Ziele im Vordergrund.
a) Verbesserung der defizitären körperlichen Verfassung von Kindern
b) Frühzeitige und flächendeckende Talentsichtung
c) Zusammenführung der verschiedenen Aktivitäten zur Förderung von gesundheitsfördernden Maßnahmen in ein Gesamtkonzept mit einem synoptischen Angebotskatalog, um Eltern und Pädagogen praktische Hilfestellungen an die Hand zu geben.
Die Realisierung des Konzeptes trägt sowohl zu einer Verbesserung der defizitären körperlichen Verfassung von Kindern als auch zu einer frühzeitigen und flächendeckenden Talentsichtung in vielen Sportbereichen bei. Ebenso wird hierdurch die Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern ermöglicht.
Bereits vorhandene Angebote in den Kölner Grundschulen sind in das Konzept einzugliedern bzw. miteinander zu verbinden.
Insgesamt gibt es nach Auskunft des Schulamtes 133 Angebote an den 149 Kölner Grundschulen. Dabei handelt es sich um Spielangebote, freie Betätigung, Hausaufgabenbetreuung oder auch um sportliche bzw. bewegungsorientierte Angebote.
Des weiteren gibt es einige Talentförderprojekte (z. B. Basketball, Hockey, Eishockey, Leichtathletik etc.) in Köln. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen einem Stützpunkt für eine Sportart (in der Regel bei einem Sportverein angesiedelt) und umliegenden Schulen.
Ebenso existiert das CHILT – Children’s Health Interventional Trial. Ziel ist hierbei die Schaffung und Stärkung von gesundheitsfördernden Maßnahmen im Schulalltag mit z. B. Bewegungspausen, aktiver Pausengestaltung und fächerübergreifendem Gesundheitsunterricht. Die Lehrer werden hierzu im Vorfeld geschult. Bislang beteiligen sich 11 Grundschulen in Köln und Umgebung an diesem Projekt.
Die Dringlichkeit ist gegeben, da die Beschlussfassung in der nächsten Sitzung des Sportausschusses erforderlich ist, um das Konzept hinsichtlich einer zügigen Umsetzung zum Beginn des neuen Schuljahres zu prüfen.

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