Via Culinaris als Bindeglied zwischen Hohe Straße und Via Culturalis
Antrag der FDP-Fraktion im Stadtentwicklungsausschuss
26.06.2025 Anträge FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Beschluss:
- Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt die Arbeit „Via Culinaris - ein Entwurf für den Raum zwischen Hohe Straße und Via Culturalis“ von Jana Passetschnik und Frederick Cornelius (siehe Anlage) und die damit verbundene Idee einer gastronomischen Zone zwischen den genannten Stadträumen zustimmend zur Kenntnis.
- Er beauftragt die Verwaltung, die Bezirksvertretung Innenstadt entsprechend zu informieren, die Arbeit in Zusammenarbeit mit der Autorin und dem Autor zu einem städtischen Konzept für die Entwicklung dieses Raumes weiterzuentwickeln und den zuständigen Gremien zur Beschlussfassung vorzulegen.
- Bereits im Vorfeld ist auf die betroffenen Immobilieneigentümer und Mieter zuzugehen und der bestehende Dialog fortzusetzen bzw. auszuweiten, um sie in die Erarbeitung und Umsetzung des Konzepts einzubeziehen. Auch bei der Neuplanung des Bezirksrathauses Innenstadt ist die entsprechende Offenheit zur Platzseite einzuplanen.
- Auf die Bebauung des sogenannten Quatermarkts westlich des Gürzenichs, der Ruine von St. Alban und des Wallraf-Richartz-Museums soll verzichtet werden. Zu diesem Zweck ist das Baurecht für die Errichtung eines Gebäudes vom Inhaber zu erwerben und ein Wettbewerb zur Gestaltung der Gesamtfläche vorzubereiten.
- Es soll versucht werden, das Konzept an die Städtebauförderung der Via Culturalis oder einer vergleichbaren Förderung anzudocken, um die Umsetzung zu beschleunigen.
Begründung:
Zwischen dem Dom im Norden und Maria im Kapitol im Süden erstreckt sich die Via Culturalis, die in ihrer Dichte an Kulturbausteinen einzigartig ist. Als Maßnahme des Städtebaulichen Masterplans Innenstadt und mit Förderung des Bundes will sie die ober-, unter- und überirdischen Zeitebenen und Zeitspuren von zwei Jahrtausenden Stadt- und Kulturgeschichte im öffentlichen Raum sichtbar und begreifbar machen.
Westlich davon liegt die Hohe Straße, die als älteste Fußgängerzone Deutschlands von Dom und Hauptbahnhof kommend das Eingangstor zum Einkaufsquartier der Kölner Innenstadt bildet. Sie befindet sich derzeit in einem Umstrukturierungsprozess: Der Einzelhandelsmix verändert sich, Imbisse siedeln sich an, Gebäude werden umgebaut bzw. saniert oder sogar neu errichtet.
Zwischen diesen Stadträumen liegt der Straßenzug Große Sandkaul, Marspfortengasse und Sporergasse mit dem Jupp-Schmitz-Plätzchen und dem Karl-Küpper-Platz. Diese Rückseiten der benachbarten Blocks präsentieren sich heute als „Hinterhöfe“, die der prominenten Umgebung wenig angemessen erscheinen und eher abstoßend denn einladend wirken.
Auf Einladung des Haus- und Grundbesitzervereins hatten sich im vergangenen Jahr Studierende von Prof. Yasemin Utku der Fakultät für Architektur der Technischen Hochschule Köln mit dem zentralen Bereich der Altstadt beschäftigt und Lösungsvorschläge erarbeitet. Jana Passetschnik und Frederick Cornelius haben dabei mit ihrer o.g. Arbeit den 1. Platz belegt.
Die Ideen der Preisträger, das Cluster des bestehenden halben Dutzends gastronomischer Einrichtungen zu sichern und auszubauen, verdient eine vertiefende Betrachtung und Umsetzung. So sollen nach ihrer Ansicht z.B. ein zusätzlicher Durchstich zur Hohe Straße mit einem Biergarten, Außengastronomieflächen und ein Markt mit einer kleinen Markhalle geschaffen werden.
Über der Tiefgarage „Am Gürzenich“ existiert ein Baurecht für ein Gebäude, für das bereits mehrere Planungen z.B. als Hotel entwickelt wurden. Da sich jedoch von der Passage aus Richtung Hohe Straße kommend ein wunderbarer Blick auf das Ensemble aus Gürzenich, St. Alban und Wallraf-Richartz-Museum bietet, sollte auf eine Bebauung verzichtet und der Platz stattdessen neugestaltet werden.
Ziel des Beschlusses ist, einen Prozess zu starten, um diesen innerstädtischen Raum mittel- und langfristig aufzuwerten und einen bruchfreien und harmonischen Übergang zwischen dem Einkaufs- und dem Kulturquartier zu schaffen. Dafür sollen die nötigen städtischen und privaten Kräfte mobilisiert und gebündelt werden. In diesem Sinne bitten wir um Zustimmung und zügige Umsetzung.






