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11.02.2014

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Meldung

Albach: Köln braucht Wohnungen statt Rotoren

Dr. Rolf Albach, MdR
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FDP lehnt Neubau großer Windenergieanlagen im Stadtgebiet ab
Die FDP-Fraktion hat für die kommende Sitzung des Rates einen Änderungsantrag zur Beratungsvorlage „Nutzung der Windenergie in Köln“ auf die Tagesordnung setzen lassen. Der Rat soll durch seinen Beschluss die Aussage des Oberbürgermeisters aus seiner Vorlage zum integrierten Klimaschutzkonzept bezüglich der ablehnenden Haltung zum Neubau großer Windkraftanlagen bekräftigen, da es laut Roters weder die erforderlichen Flächen noch günstige Windverhältnisse gibt. Hierzu erklärt Dr. Rolf Albach, Umweltpolitscher Sprecher der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln:

„Die Stadt Köln kann eine Umsetzung dieses Zieles nur über Beteiligungen und Kooperationsprojekte der RheinEnergie AG außerhalb der Stadtgrenzen, z.B. durch Windparks nähern. Köln als Wissenschaftsstadt muss die Energiewende durch Forscherinnen und Entwickler und neue Technologien gestalten, nicht durch Opferung von Flächen, die zum Wohnungsbau und zur sozial gebotenen Stabilisierung der Mieten wichtiger sind.

Eine nachhaltige Beurteilung von Windkraftkonzentrationszonen in Köln erfordert nicht nur eine Analyse des Ist-Zustandes, sondern muss auch die zukünftige Entwicklung unter sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten fokussieren. Windkraftanlagen würden die heutige Bebauung schon unzureichend berücksichtigen - die Zukunft aber sicher blockieren. Es ist leider davon auszugehen, dass selbst bei nur einem Kilometer Abstand von einem Windpark keine sozial gemischte Bevölkerungsstruktur in einem Neubaugebiet mehr erreichbar sein wird. Es ist aber notwendig, auch im Außenbereich neuen Wohnraum für alle auszuweisen, um die Mieten zu stabilisieren. Nur Windkraftstrom von windreichen Standorten ist sozialer Strom, weil er die Stromkosten nicht mit Subventionen belastet.

Nach offizieller Meinung des Umweltministeriums NRW sind ästhetische Gesichtspunkte außerhalb von Landschaftsschutzgebieten irrelevant. Diese Sicht wird von der FDP nicht geteilt. Die Ästhetik der heimatlichen Landschaft ist aus unserer Sicht Teil der sozialen Bindung. Ökologische Gesichtspunkte spielen ebenfalls eine große Rolle. Hier sind die zusätzlichen Belastungen durch Schall und Infraschall in einer schon heute hoch lärmbelasteten Region mit wachsendem Verkehrsaufkommen bei allen Verkehrsträgern zu bewerten. Fest steht, dass fehlender Wohnraum in Köln zu ökologisch extrem nachteiligem Pendelverkehr ins Umland führt.

Das Umweltministerium NRW geht von einem möglichen Ertrag von 0,72 Gigawattstunden pro Hektar und Jahr in Köln aus. Bei 0,07 Euro pro Kilowattstunde entspräche dies einem Ertrag von 5 Euro pro Quadratmeter und Jahr. In Bielefeld wären 11 erreichbar, in Gütersloh 7,5, in Dortmund und Leverkusen je 6. Es wäre eine ökonomische Fehlsteuerung von knappen Mitteln, Windkraftanlagen nach Köln zu holen, so lange anderenorts noch mit dem gleichen Geld mehr für die Energiewende getan werden kann. Vielmehr sollte der Fokus in der Wissenschaftsstadt Köln darauf gelegt werden, wie die Vielfalt der Technologien zur Windenergienutzung gefördert und wie technologische Monokultur verhindert werden kann. So wie der LVR kann hier auch die Stadt Köln einen Beitrag leisten.

Hoch subventionierte Windkraftanlagen führen dazu, dass auf europäischer Ebene weder ein Anreiz, noch Investitionsmittel verfügbar sind, um Energie aus nachhaltigen Quellen dort zu erzeugen, wo sie im Überfluss vorhanden sind - wie z.B. das Sonnenenergie-Projekt Andasol in Andalusien. Dies ist ökonomisch, ökologisch und sozial nicht zielführend im Sinne der auch von Köln unterschriebenen Milleniumsziele."

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