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04.01.2003

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressemeldung

FDP: Via Culturalis führt in die Zukunft

Die Mikwe im Zentrum der Via Culturalis
Die Mikwe im Zentrum der Via Culturalis
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Die Mikwe im Zentrum der Via Culturalis
Zur Lage der Kultur in Köln - Fünf Fragen an die Politik

Köln ist stolz auf seine zahlreichen kulturellen Attraktionen. Viele halten diese für den größten Schatz, den die Stadt zu bieten hat - ihren Einwohnern und den Gästen, die hierhin streben. Doch dieses Potenzial, so haben wir es im Dezember dargelegt, wird nicht ausgereizt. In einem anschließenden Gastbeitrag hat Peter Bach vom Kölner Kunstsalon den Eindruck bestätigt und gefordert, dass das Profil poliert werden müsse. In diesem Zusammenhang haben wir jetzt wieder - wie schon vor einem Jahr - fünf Fragen an die Kölner Kulturpolitiker gestellt. Die Antworten werden hier wiedergegeben: Ulrich Wackerhagen ist kulturpolitischer Sprecher der FDP in Köln. (M.Oe.)

1. Was ist Kölns größte kulturpolitische Herausforderung 2003?
Stärken stärken! Gerade bei den dramatisch angewachsenen Haushaltslücken müssen wir uns mehr denn je unserer Stärken besinnen und Köln als international bekannte Kunst- und Kulturstadt in den Mittelpunkt unserer Politik stellen. Es wird die größte kulturpolitische Herausforderung im Jahr 2003 sein, die im vergangenen Jahr für die freie Kulturszene durchgesetzten und für ihr Überleben dringend benötigten Fördermittel auf gleichem Level zu halten, deren Quote in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten im Großstadtvergleich erbärmlich abgesunken war. Ich bin froh, dass wir bereits im vergangenen Jahr den Haushalt der Bühnen der Stadt Köln konsolidiert und ihnen damit Planungssicherheit bis 2005 gegeben haben.

2. Welches kulturpolitische Ärgernis muss so schnell wie möglich beseitigt werden?
Wir müssen mit der Umsetzung der getroffenen Beschlüsse schneller und effektiver werden. Dies gilt für den Umbau des Eingangsbereichs des Museum Ludwig, die Realisierung der Via Culturalis vom Dom bis zu Maria im Kapitol unter Einbeziehung des überwiegend für kulturelle Zwecke zu nutzenden Areals des ehemaligen Kaufhaus Kutz (Museumsbibliothek, Rheinisches Bildarchiv, Grafische Sammlung des WRM usw.), die Wiederbespielung der Cinemathek, den Aufbau einer neuen Tanzcompagnie und die Umsetzung des Konzepts „Auf die Plätze...“ zur Verschönerung unserer Plätze, insbesondere der Domplatte.

3. Wo hat Kölns Kulturszene im vergangenen Jahr an Strahlkraft gewonnen?
Kölns Kulturszene hat mit Beginn der neuen Spielzeit an den Bühnen unter der Intendanz von Peter F. Raddatz und Marc Günther, der Berufung von Markus Stenz zum Generalmusikdirektor und Kapellmeister des Gürzenich Orchesters und von Barbara Mundel zur Opernintendantin an Strahlkraft für die kommenden Jahre gewonnen. Die freie Kulturszene tritt aufgrund der von der Kulturdezernentin als ständige Einrichtung etablierten „Runden Tische“ einiger, solidarischer und dadurch gestärkter in ihrer großen Vielfalt und Breite in der Öffentlichkeit auf. Die Erfolge des Literaturhaus Köln, der „lit Cologne“, des Kunstsalon e. V. mit den Programmen „Musik in den Häusern“, „Literatur in den Häusern“ und der Filmsociety sind herausragende Beispiele bürgerschaftlichen Engagements, das es in allen Kulturbereichen zu stärken gilt.

4. Mit welcher Attraktion könnte Kölns Kulturszene zusätzlich bereichert werden?
Kölns Kulturszene sollte durch ein Tanz- und Theaterhaus, die Stärkung der Tanzszene durch eine eigene Tanzcompagnie, den Bau der archäologischen Zone unter dem Rathausbereich, das Museum für jüdische Kultur und die Via Culturalis zusätzlich bereichert werden.

5. Warum sollte sich Köln als Europas Kulturhauptstadt 2010 bewerben?
Köln sollte sich als Europäische Kulturhauptstadt 2010 bewerben, da es schon heute unter allen in Frage kommenden deutschen Städten das beste Angebot und die besten Voraussetzungen für eine weltoffene, tolerante Kunst- und Kulturmetropole besitzt. Köln hat in der erst einjährigen Vorarbeit im Lenkungsausschuss und dessen Arbeitsgruppen unter Beweis gestellt, dass ein großer Drive vorhanden ist, das bestehende Potenzial zweitausendjähriger Kulturgeschichte auf dieses Ziel hin weiterauszubauen und überzeugend zu präsentieren. Der Weg zur Kulturhauptstadt geht über die Bewährung seiner Infrastruktur und die Gastfreundschaft über die Fußball WM 2005 und die möglichen Olympischen Sommerspiele 2008.


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