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08.06.2009

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

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Liberale besuchen Erstversorgungszentrum des Historischen Archivs

Angela Freimuth, MdL
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Angela Freimuth, MdL
Sterck: Schneller Beschluss zu Archivneubau nötig

Anfang Juni besuchte FDP-Fraktionschef Ralph Sterck zusammen mit Angela Freimuth, MdL, das Erstversorgungszentrum des Historischen Archivs in Porz-Lind. Nach einem ausführlichen Gespräch über die aktuelle und zukünftige Situation des Archivs mit der Archivleiterin Bettina Schmidt-Czaia, führte diese die Freidemokraten durch die Halle. So konnte sie sich einen besseren Eindruck von den Verhältnissen rund um das Archiv verschaffen. Dazu erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende, Ralph Sterck:

„Eine überwältigende Leistung aller Beteiligten und eine Mammutaufgabe, die es noch zu bewältigen gilt. Ich bin wirklich beeindruckt. Da kann ich Frau Schmidt-Czaia und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nur Respekt aussprechen. Eine tolle Arbeit. Umso ärgerlicher ist es, dass die breite Öffentlichkeit und hier besonders viel der Kölner Politiker so wenig Interesse an den Folgearbeiten, z.B. im Erstversorgungszentrum und den folgenden beteiligten Institutionen zeigen. Die Arbeiten hier vor Ort und das Ausmaß muss auch der Kulturausschuss sehen, schließlich fallen hier wichtige Entscheidungen, wie z.B. zum Budget des Historischen Archivs. Dieses beträgt 900.000 Euro pro Jahr und ist mittlerweile um ein vielfaches überschritten.“

„Wir leben in großer Ungewissheit. Selbst jahrelange Mitarbeiter fragen mich schon, ob ihr Job beim Archiv überhaupt sicher sei“, erzählt Schmidt-Czaia. „Ich kann sie dann zwar beruhigen, sie werden gebraucht wie nie zuvor, aber trotzdem ist eine schnell Klärung des Haushalts von Nöten,“ appelliert sie. Die Archivleiterin betonte außerdem, die übergeordnete Wichtigkeit eines schnellen Beschlusses zum Neubau des Archivs an geeigneter Stelle. Da konnten ihr die Liberalen nur zustimmen, ein Planungsbeginn noch dieses Jahr müsse das Ziel sein.

Die Führung begann an der Sicherheitsschleuse der Halle. Eine Sicherheitsmannschaft sorgt für die nötige Ordnung beim Betreten und Verlassen der Arbeitsstätte. „Ab sofort ist mit Taschenkontrolle zu rechnen,“ warnte ein Schild vor versehentlicher Mitnahme von Fundstücken. Gleich zu Beginn musste man sich einen der weißen Ganzkörper-Arbeitsanzügen überziehen, um den Arbeitsbereich betreten zu dürfen. Im ersten Abschnitt lagen riesige Mengen an Archivmaterial. Als erster Arbeitsschritt, so wurde erklärt, wird dabei kontrolliert, ob die Fundstücke Feuchtigkeit enthalten. Sind sie feucht, werden sie sofort bei -25 Grad Celsius eingefroren. Falls nicht, werden sie in große Lagerkisten gepackt und zur weiteren Reinigung verfrachtet.

1700 Hilfskräfte sind so seit dem Unglück bereits hier beteiligt gewesen. Die meisten davon ehrenamtlich und aus der ganzen Welt extra dafür angereist. Zur Anfangszeit wurde in drei Schichten rund um die Uhr gearbeitet. Nun konnte auf zwei Schichten umgestellt werden, um eine zu hohe Belastung für die Helfer zu vermeiden. Trotz des aktuellen Bergungsstopps liegen noch große Mengen zur Erstversorgung vor den engagierten Mitarbeitern. Aber immerhin konnten bisher ca. 80 bis 85 % des Bestandes an der Severinstraße geborgen werden. Selbst kostbare mittelalterliche Schreinsbücher konnten bis vor Kurzem immer wieder gefunden werden. Die übrigen, noch nicht geborgenen Bestände liegen noch im Grundwasser. Solang kein Sauerstoff an sie gelangt, seien sie vor einer Zersetzung durch Bakterien allerdings einigermaßen sicher, erklärte ein Archivmitarbeiter.

Zeit ist also kostbar für das Archiv, seine Mitarbeiter und den Bestand, das ist eindeutig und anschaulich klar gemacht worden. Die verantwortlichen Politiker sollten sich schnellstens zusammen setzen, um das Bestmögliche für das Archiv und sein Fortbestehen zu erreichen. Dass es dabei auch ohne Grabenkämpfe gehen kann, zeigten uns die Menschen im Erstversorgungszentrum. Dort spielen Unterschiede der (politischen) „Farben“ keine Rolle. Die Helfer tragen grüne Shirts, die Schichtleiter tragen rote T-Shirts und die Chefin Schmidt-Czaia trägt rosa. Alle ziehen aber trotzdem an einem Strang, um dem Ziel auch nur etwas näher zu kommen. Um das Bestmögliche zu erreichen, sagte auch Angela Freimuth ihr Unterstützung zu, die in der Landtagsfraktion als kulturpolitische Sprecherin fungiert.


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