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23.04.2009

Stadt Köln

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Jury entscheidet am Wochenende

Lorenz Deutsch
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NS-Dok stellt prämierten Entwurf zu Denkmal für die Opfer der Militärjustiz vor

Mit der Sitzung des Preisgerichts geht der Wettbewerb zu einem Kölner Denkmal für die Opfer der NS-Militärjustiz am Freitag, 24. April 2009, in die entscheidende Runde. Wie die Jury entschieden hat, berichtet das NS-Dokumentationszentrum am darauf folgenden Montag.

Von den 14 eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern, darunter sowohl bereits etablierte als auch junge am Anfang ihrer Laufbahn, haben 13 ihre Entwürfe eingereicht: der Züricher Ruedi Baur, Bogomir Ecker aus Düsseldorfer, das Künstlerduo Horst Hoheisel & Andreas Knitz (Kassel und Ravensburg), Bojan Šarèeviè (Berlin / Paris), Julia Scher (Köln / New York), Gregor Schneider (Mönchengladbach), Rosemarie Trockel (Köln) und der Italiener Luca Vitone (Mailand). Zur jüngeren Generation der Teilnehmer gehören Theo Boettger (Berlin), Kerstin Ergenzinger (Köln), Philipp Lachenmann (Köln / Los Angeles), Manuela Leinhoß (Köln) und die 27jährige Lada Nakonechna aus Kiew.

Die Jury tagt unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Stefanie Endlich (Universität der Künste Berlin), die sich als Expertin für Erinnerungskultur und Denkmale sowie Kunst im öffentlichen Raum einen Namen gemacht hat. Als Stellvertreter fungiert Prof. Marcel Odenbach (Kunsthochschule für Medien, Köln), der selbst bereits mehrere viel beachtete künstlerische Werke in Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit schuf. Der Jury gehören darüber hinaus als Fachpreisrichterinnen und -richter an: Gerhart Baum (Bundesminister des Innern a. D., Köln), Ludwig Baumann (Vorsitzender der „Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz“, Bremen), Friederike van Duiven (Künstlerin, Köln), Prof. Dr. Ulrich Krempel (Sprengel Museum Hannover), Manfred Osthaus (Staatsrat i. R., Bremen) und Prof. Dr. Stefan Römer (Kunstakademie München).

Prof. Kasper König (Direktor des Museum Ludwig) vertritt Kulturdezernent Prof. Georg Quander in der Jurytätigkeit. Außer König und dem Direktor des NS-Dokumentationszentrums, Dr. Werner Jung, wirken als weitere Sachpreisrichterinnen und -richter die Leiterin des Stadtplanungsamts, Anne Luise Müller, sowie als Vertreterinnen und Vertreter der Ratsfraktionen Carola Blum (CDU), Monika Möller (SPD), Peter Sörries (Bündnis 90/Die Grünen) und Lorenz Deutsch (FDP) mit.

Die Aufgabenstellung hatte der Rat der Stadt Köln in seiner Sitzung vom 13. November vergangenen Jahres beschrieben: „Für einen prominenten innerstädtischen Standort – den Bereich Appellhofplatz an der Ecke Burgmauer / Neven-Dumont-Straße – wird ein einprägsames Kunstwerk gewünscht, das eine Würdigung für diese spezifische Opfergruppe darstellt. Es soll dabei sowohl an die Soldaten erinnern, die sich dem Krieg verweigerten und deshalb zum Tode verurteilt wurden, als auch an die zivilen Kriegsgegnerinnen und -gegner, die Opfer der NS-Sonderjustiz waren. Erwartet wird eine künstlerische Lösung, die eine Auseinandersetzung mit der Thematik und dem Standort erkennen lässt.“

Für das Denkmal stehen 80.000 Euro zur Verfügung, 10.000 Euro davon kamen als Spenden zusammen. Die Stadt Köln hat als erste Kommune einen Künstlerwettbewerb für diese Opfergruppe auslobt. Von den bundesweit nur 15 Denkmälern entstand einzig das im Berliner Bezirk Charlottenburg nach einer Ausscheidung. Alle anderen gehen auf das individuelle Engagement von Künstlerinnen, Künstlern oder Initiativen zurück.

Die Einweihung des Denkmals ist für den 1. September 2009 geplant. Alle Entwürfe und eingereichten Unterlagen sind im NS-Dokumentationszentrum während der üblichen Öffnungszeiten vom 28. April bis 10. Mai 2009 zu besichtigen.

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