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27.03.2009

FDP-Kreisverband Köln

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LibAK Medienpolitik bei wrw united

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Von Heike Schmitz-Menn

Am 17.02.2009 war der LibAK Medienpolitik der FDP-Köln mit seinem Vorsitzenden Wout Nierhoff auf Initiative von Heike Schmitz-Menn zu Gast bei der Kölner Werbe- und Marketingagentur wrw united GmbH. Die wrw united ist eine seit über 25 Jahren bestehende Full Service Werbeagentur für Marketing, Werbung, Events, Public Relation und Multimedia. Sie hat ihren Sitz von Beginn an im Kölner Süden. Seit etwa 10 Jahren ist die Agentur in einem jetzt stylisch zum Loft umgebauten ehemaligen Fabrikgebäude in Köln-Zollstock untergebracht. Früher wurden auf diesem Gelände Metalle verarbeitet.

Seit ebenfalls fast 10 Jahren ist die wrw united in ein internationales Agenturnetz von Werbeagenturen aus Wien, Barcelona, London, Amsterdam, Paris und New York eingebunden. Dies unterstützt die Aktivitäten der Agentur, die international tätig ist – und nur wenig in der Stadt Köln. Zu den Kunden gehören etwa E-Plus, AKZO NOBEL, Unity Media, Kaufhof, Versicherungen usw. Die wrw united beschäftigt etwa 50 feste und darüber hinaus weitere freie Mitarbeiter.

Die Geschäftsführer Thomas Rades und Bernd Josef Wankum, beide Kaufleute und Juristen, haben den medienpolitisch interessierten Mitgliedern des LibAK Medienpolitik einen kurzen Einblick in den Werbealltag gegeben und insbesondere über ihre Sicht der künftigen wirtschaftlichen Chancen und Risiken der Werbebranche berichtet.

Thomas Rades sieht derzeit eine hohe Nachfrage im Bereich Internet, Intranet. Dies sei „günstige Kommunikation auch mit schmalerem Budget im schnelllebigen Mediengeschäft“. Als Kehrseite dieser Entwicklung leide der Printmarkt stark unter der aggressiven Nutzung im Internet. Große Verlage schaffen sich mehr und mehr eigene Portale, um sich Vorteile zu sichern. Auch die Nachfrage nach Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sei zurückgegangen. Anders sehe es bei den Ausgaben der Industrie für große Veranstaltungen aus. Auch für Incentive-Reisen als Motivation für Vertriebsmitarbeiter und Kunden werden weiterhin Budgets zur Verfügung gestellt.

Befragt zum Medienstandort Köln, äußerte sich Rades kritisch. Köln sei zwar stark geprägt durch RTL, aber Aktivitäten der Stadt Köln im Mediengeschäft seien insbesondere für die Agenturen kaum zu spüren. In Hamburg, wo die Agentur früher ein eigenes Produktionsstudio unterhielt, sei dies ganz anders: „Dort haben die Medien eine viel stärkere Lobby.“ „Die Stadt Köln“, so Rades, „stülpt sich zwar das Mäntelchen der „Medienstadt“ über und lebt vom Sympathiebonus. Getan aber wird zu wenig. Ihr fehlt auch die Weitsicht.“ Und wenn Einrichtungen im Medienbereich erfolgten, werde dies jedenfalls nicht genügend kommuniziert oder organisiert. Auf Nachfrage von Nierhoff hieß es, dass etwa die „Stabstelle Medien“ der Stadt Köln nicht bekannt sei. Selbst kleinere Veranstaltungen der Stadt oder zuletzt auch die Kür der Bestenkandidaten der IHK seien oft von geringem Niveau.

Zum Thema Ausbildung in der wrw united äußerte sich Rades dahingehend, dass die Auszubildenden, wenn gewünscht, die Möglichkeit erhielten, auch im Rahmen des internationalen Netzes der Agentur Erfahrungen zu sammeln. Fremdsprachen, insbesondere Englisch, würden schon aufgrund der internationalen Tätigkeit der Agentur verlangt. Die Auszubildenden seien fast ausschließlich Abiturienten und würden vorwiegend zur/zum klassischen Werbekauffrau/-mann oder Bürokauffrau/-mann ausgebildet. Die wrw united hat regelmäßig Auszubildende, die als Beste ihres Jahrganges die Lehre abschließen, worauf man, so Rades, auch ein wenig stolz sei.

Die duale Ausbildung hält Rades nach wie vor auch im europäischen und internationalen Vergleich für gut. Hinsichtlich der universitären Ausbildung werde hingegen etwa in den USA mehr geboten. Auch hinsichtlich der Sprachkompetenz könne Deutschland einiges aufwarten. Besser seien hier vielleicht die Niederlande oder die skandinavischen Länder.

Im Hinblick auf die Finanzkrise und die wirtschaftliche Situation der Unternehmen äußerten Rades und Wankum die Überlegung, das Kündigungsschutzgesetz etwas zu liberalisieren. Gerade Unternehmen im Bereich von 10 bis 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern müssten schneller und flexibler auf Schwankungen im Auftragsbereich reagieren können ohne den Gesamtbestand des Unternehmens zu gefährden. Eine arbeitsrechtliche Gleichstellung von Kleinunternehmen mit der Großindustrie sei verfehlt.

Derzeit sei eine Anpassung des Mitarbeitvolumens an die tatsächliche Auftragslage nur schwer möglich. Dieser Umstand aber würde zu zusätzlichen Kosten führen, die gerade die kleineren und mittleren Unternehmen vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oft stark belasten würden. Es fehlten zudem staatliche Programme für den Mittelstand. „Und irgendwie ist“ so Wankum, „es immer noch nicht angekommen, dass mittelständische Unternehmen der Motor der Wirtschaft und vor allem der größte Arbeitgeber ist.“ Auch, so Wankum weiter, sei Deutschland noch viel zu sehr bürokratisiert und „endgeregelt bis zum Endzipfelchen der Wurst“. Vom Staat werde auch ein „Vordenken“ gefordert. Wankum gab zum Nachdenken mit auf den Weg: „Flexibilität fängt in den Köpfen an“.


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