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15.08.2008

Kölner Stadt-Anzeiger

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Ratsausschuss bewilligt Moschee-Bau

Der Moscheebeirat mit Marlis Pöttgen (4. v.r.), Ralph Sterck (10. v.r.) und Jorn Wagemann (3. v.l.)
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Der Moscheebeirat mit Marlis Pöttgen (4. v.r.), Ralph Sterck (10. v.r.) und Jorn Wagemann (3. v.l.)
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Der Moscheebeirat mit Marlis Pöttgen (4. v.r.), Ralph Sterck (10. v.r.) und Jorn Wagemann (3. v.l.)
SPD, Grüne und FDP stimmen nach einer mitunter heftigen Debatte für das Gebäude in Ehrenfeld, die CDU ist dagegen

Von Andreas Damm

Der Ratsausschuss für Stadtentwicklung hat gegen die Stimmen der CDU die Planungen der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) bewilligt, in Ehrenfeld eine neue Moschee zu bauen. SPD, Grüne und FDP sprachen sich am Donnerstag dafür aus, den Bebauungsplan für das Gelände an der Ecke Venloer Straße/ Innere Straße dem Vorhaben anzupassen. Am Standort des jetzigen Moschee-Gebäudes soll nach dem Entwurf des Kölner Architekten Paul Böhm ein neuer Komplex entstehen, zu dem außer dem Gebetsraum Büro- und Gewerbeflächen, Läden und Wohnungen gehören. Die Kuppel soll 36 Meter hoch werden, die beiden Minarette 55 Meter.

Auf Wunsch der Stadt hat die Ditib die Nutzfläche verringert. Doch nach Auffassung der CDU ist der Bauherr "denjenigen, die das Projekt kritisch betrachten, nicht weit genug entgegengekommen". In der Augen vieler Bürger sei der "Machtanspruch dieses Gebäudes" zu groß, sagte CDU-Fraktionsvize Karl Jürgen Klipper, der Vorsitzende des Ausschusses. Ohne Akzeptanz bei der Bevölkerung leiste die Moschee keinen Beitrag zur Integration.

Mit seiner Erklärung rief Klipper heftige Reaktionen hervor. "Ich glaube, Sie müssen integriert werden - sie stehen mit den Braunen im politischen Abseits", sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Barbara Moritz. Die CDU sei "total unglaubwürdig". Klipper wies die Kritik empört zurück.

"Wir können mit diesem Bauvorhaben sehr gut leben", betonte SPD-Ratsfrau Eva Bürgermeister. Ein repräsentativer Bau "gehört mitten in die Stadt". Die CDU, so FDP-Fraktionschef Ralph Sterck, scheine grundsätzliche Probleme zu haben mit einer Moschee an einem hervorgehobenen Ort. Die Ditib leiste "einen sehr großen Beitrag zur Integration", sagte Sterck. Das Problem sei, dass die CDU immer weitere Forderungen stelle. Jörg Detjen von der Fraktion "Die Linke" betonte, der Prozess der Integration werde gerade in einer Großstadt niemals beendet sein. Es sei deshalb falsch, von einem Scheitern zu sprechen.

Die CDU-Fraktion steht mit ihrer Ablehnung im Widerspruch zu Oberbürgermeister Fritz Schramma, der die neue Moschee befürwortet. "Der OB hat die Stadtgesellschaft zu vertreten, wir sind eine Partei", sagte Klipper. Es gilt als sicher, dass der Rat in seiner Sitzung am 28. August der Empfehlung des Ausschusses folgen wird.


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