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27.06.2002

Kölnische Rundschau

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Mehr Sicherheit für Fraktionsräume

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Nach Vergewaltigung einer Ratspolitikerin

Von Susanne Happe

Nach der Vergewaltigung einer Ratspolitikerin in einem Nebengebäude des Rathauses hat Oberbürgermeister Fritz Schramma gestern seine Mitarbeiter beauftragt, das Sicherheitskonzept für Räume der Fraktionen zu überarbeiten. Bereits in der kommenden Woche soll nach Angaben von OB-Sprecher Karl-Heinz Merfeld ein Vorschlag vorliegen.

Es soll geprüft werden, ob in den vier Häusern (Rathaus, Haus Neuerburg, Gebäude am Laurenzplatz und in der Bürgerstraße), in denen Fraktionen untergebracht sind, beispielsweise Sicherheitstüren oder Gegensprechanlagen installiert oder Wachleute engagiert werden sollen. "Das Ganze ist problematisch, denn wir wollen die Häuser den Bürgern auch offenhalten", sagte Merfeld.

"Eine Verkettung unglücklicher Umstände"

Gleichwohl müsse die Sicherheit städtischer Mitarbeiter und der Ratspolitiker gewährleistet sein. Merfeld: "Der schreckliche Übergriff auf die Politikerin war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Sie war an diesem Morgen allein in dem Gebäude und hat den Türdrücker betätigt, als der Gewalttäter klingelte, weil sie dachte, es sei eine Mitarbeiterin."

Jörg Frank, Fraktionsvize der Grünen, hat Schramma gestern vorgeschlagen, gemeinsam mit den Fraktionsgeschäftsführern eine schnelle und pragmatische Lösung für alle vier Häuser zu suchen. Das soll in der kommenden Woche geschehen. "Wir sind im jetzigen Gebäude nicht in der Lage, uns abzuschließen ohne uns abzuschotten", erklärt Marlis Herterich, Fraktionsgeschäftsführerin der SPD, die bis zur Fertigstellung des Spanischen Baus des Rathauses in ein Gebäude neben dem Senatshotel ausgelagert ist. "Wir haben keine Tür, an der eine Klingel oder Gegensprechanlage ist", so Herterich. Genossen, die am späten Abend in dem Haus arbeiten, schließen sich ein.

FDP-Fraktionschef Ralph Sterck kritisiert, dass es auch im Haus Neuerburg keine Gegensprechanlage oder Klingel und keinen Nachtwachdienst gibt. "Wer hier reinkommt, steht unmittelbar in den Fraktionsräumen. Auch die Bürgermeister fühlen sich hier sehr unsicher, wenn sie abends nach Terminen noch in das große Verwaltungsgebäude müssen", so Sterck. Eines morgens habe eine Sekretärin in der Teeküche einen Obdachlosen entdeckt, der im Gebäude übernachtet habe.

Die Frauen im Kölner Rat haben gestern in einer gemeinsamen Erklärung ihre Abscheu und Bestürzung über das Verbrechen zum Ausdruck gebracht. Sie bitten alle Medien, "ihre Solidarität mit dem Opfer durch die strikte Wahrung der Anonymität zu bekunden". Es gelte dazu beizutragen, "dass sich Frauen in unserer Stadt überall und jederzeit frei und gefahrlos bewegen können".

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