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08.11.2001

Liberale Hochschulgruppe Köln

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Studenten sollen Kunden der Uni werden

Die Liberale Hochschulgruppe diskutierte über Studiengebühren
Die Liberale Hochschulgruppe diskutierte über Studiengebühren
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Die Liberale Hochschulgruppe diskutierte über Studiengebühren
Die Theodor-Heuss-Akademie (THA - Bildungsstätte der Friedrich-Naumann-Stiftung) hatte am 8. November 2001 zu einer Diskussion zum Thema Studiengebühren in die Universität zu Köln eingeladen. Die Referenten und etwa 50 Teilnehmer diskutierten über die vielfältigen Probleme der deutschen Hochschulen. Schwerpunkt der Debatte war die Frage, ob durch Studiengebühren die Qualität der Hochschulausbildung verbessert werden kann.

Die THA hatte in Kooperation mit der Liberalen Hochschulgruppe (LHG Köln) und den Jungen Liberalen (JuLis Köln) verschiedene Referenten eingeladen. So plädierte Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker vehement für marktwirtschaftliche Strukturen im Hochschulbereich. Nach seiner Auffassung gebe es an den deutschen staatlichen Hochschulen nicht ausreichend Anreize für die Professoren, die Bedürfnisse der Studierenden zu erfüllen und die Lehre zu verbessern. Solange das Studium voll staatlich subventioniert werde, seien Studenten nichts weiter als Bittsteller. In einem freien Hochschulmarkt mit Studiengebühren seien die Studenten Kunden der Hochschulen. „Der Kunde ist König. Nur so werden die Hochschulen dazu veranlasst, die Qualität der Hochschulausbildung im Sinne des Studierenden zu verbessern“, so von Weizsäcker.

Als konkreten Vorschlag stellte Wulf Pabst (Aachen) das Modell der Studienkonten vor. Er betonte, dass der Ruf nach Studiengebühren kein Selbstzweck sei. Vielmehr gehe es um die Realisierung verschiedener Ziele: Verbesserung der Lehrqualität, Effizienz des Hochschulmanagements, Verwirklichung der Chancengleichheit und Verhinderung willkürlicher Subvention. Diese Ziele könnten, so Pabst, nur mit Studiengebühren verwirklicht werden. Der Staat solle jedem Studierenden ein Studienkonto zur Verfügung stellen, mit dem die Studiengebühren zu finanzieren seinen. Sozial gerecht sei ein solches Modell aber nur dann, wenn die Studierenden auch einen Eigenanteil an den Kosten der Ausbildung aufbringen müssten.

Olaf Bartz vom Aktionsbündnis gegen Studiengebühren stellte die Argumente der Befürworter von Studiengebühren in Frage. Eine Hochschulausbildung könne nicht mit einem einfachen Gut, was auf einem Markt gehandelt wird, verglichen werden. Studiengebühren könnten zu einem Ausschluss von „bildungsfernen Schichten“ führen, da die Gebühren eine abschreckende Funktion auf potentielle Studenten einnehmen würden. Der Staat selbst müsse aus Sicht von Bartz ein Interesse daran haben, die Hochschulausbildung zu finanzieren. Immerhin erziele der Staat aus volkswirtschaftlicher Sicht aus dem Studium eine positive Rendite.

Martin Schüller, neuer Vorsitzender der Liberalen Hochschulgruppe in Köln, machte deutlich, dass die Debatte über Studiengebühren aus Sicht der Studierenden zwingend geführt werden muss: „Wenn wir in diese Debatte nicht eingreifen, werden die Entscheidungen über Studiengebühren ausschließlich von Finanzpolitikern getroffen. Ziel ist die Verbesserung der Ausbildungsqualität in den Hochschulen. Wenn dazu Studiengebühren notwendig sind, benötigen wir ein intelligentes Modell, mit dem wir soziale Diskriminierungen ausschließen“, so Schüller. Die LHG werde in den nächsten Wochen das Thema weiter diskutieren.

Die Friedrich-Naumann-Stiftung im Internet

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