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25.07.2017

Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

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Für Freiheit und Verantwortung in Deutschland und Europa

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Gedenkveranstaltung zu Ehren von Guido Westerwelle
Ein Jahr nach dem Tod des an einer Krebserkrankung verstorbenen, ehemaligen FDP-Vorsitzenden und Außenministers Guido Westerwelle lud die Stiftung für die Freiheit gemeinsam mit der Westerwelle Foundation zu einer Gedenkveranstaltung in die Kölner Flora. Unter dem Motto „Mit Leidenschaft für Freiheit und Verantwortung in Deutschland und Europa“, beleuchtete die Veranstaltung nicht nur das politische Vermächtnis Westerwelles, sondern auch aktuelle Fragen europäischer und liberaler Politik.

Rund vierhundert Gäste aus Politik und Wirtschaft waren der Einladung gefolgt, darunter Rainer Brüderle und Dirk Niebel, die Vizepräsidentin des Landtags NRW Angela Freimuth, die neuen NRW-Minister Andreas Pinkwart (Wirtschaft), Yvonne Gebauer (Schule) und Dr. Stephan Holthoff-Pförtner (Europaangelegenheiten), sowie Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

Über viele Jahre vertrat Guido Westerwelle den deutschen Liberalismus in herausragenden Positionen. Als Bundespolitiker prägte er maßgeblich die innenpolitischen Debatten. Als leidenschaftlicher Europäer und Bundesaußenminister hat er sich in der internationalen Politik für Freiheit und Verantwortung engagiert.

Ein viel zu kurzes Leben

In seiner Eröffnungsrede lobte Dr. Wolfgang Gerhardt, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung für die Freiheit, die Arbeit, den Humor und die Lebensfreude des liberalen Politikers: „Guido Westerwelle hat ein viel zu kurzes Leben führen dürfen, um das zu erreichen, was er sich vorgestellt hat“. Die EU bezeichnete Gerhardt als „größte Zivilisationsgemeinschaft der Erde“ und betonte: „Wir Liberale wollen nicht mehr zurück in eine Zeit, in der sich die europäischen Staaten glaubten, des einen Verlust sei des anderen Gewinn.“

Frans Timmermans, Erster Vizepräsident der Europäischen Kommission, blickte auf den langjährigen Austausch mit Westerwelle zurück: „Obwohl wir nicht immer einer Meinung waren – ich bin ja ein Sozi – bleiben die Gemeinsamkeiten.“ Gemeinsam hatten die beiden überzeugten Europäer einiges: „Wir waren beide Jahrgang 1961, wir waren Nachbarn und Kollegen. Ich war gerade Außenminister geworden, als wir in Berlin zusammentrafen. Wir waren uns immer einig, dass Europe für junge Menschen besonders wichtig ist – und dass junge Menschen für Europe besonders wichtig sind.“

Timmermans bewunderte Westerwelle als scharfzüngigen Redner und mutigen Kämpfer „in der Politik, privat und in seiner Krankheit.“ Er hätte sich gewünscht, dass der bekennende Homosexuelle den Beschluss des Deutschen Bundestages vom Freitag, die Ehe für homosexuelle Paare einführen, noch erlebt hätte und forderte: „Mit dem Beschluss vom Freitag haben wir jetzt 14 EU-Staaten, in denen die Eheschließung Homosexuellen zugestanden wird. Wir müssen weiterkämpfen, bis alle Mitgliedsstaaten die Ehe für alle haben!“

Timmermans schloss mit den Worten: „Guido Westerwelle verkörperte das moderne Europa mit Mut und Zuversicht. Wir können ihm heute keine größere Ehre erweisen, als unserer Zukunft mit demselben Mut und derselben Zuversicht entgegen zu treten, wir er es getan hat. Guido war nicht feige. Und wir sollten es auch nicht sein.“

Ich höre manchmal noch seine Stimme

Auch Christian Lindner ging in seiner Rede auf den Bundestagsbeschluss zur Homo-Ehe ein: „Guido Westerwelle würde sich über diesen Beschluss sehr freuen. Gut, dass wir endlich nicht länger auf etwas warten müssen, was in einer modernen, zivilisierten Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit sein sollte.“ Doch Liberalität werde in einer Gesellschaft nicht alleine durch Beschlüsse des Parlamentes bestärkt. Sie müsse von jedem von uns jeden Tag mit dem Herzen verteidigt werden. Lindner betonte, welche Bedeutung sein Amtsvorgänger für ihn habe: „Ich höre manchmal noch seine Stimme, überlege, wie er formulieren würde.“

„Guido Westerwelle war kein kalter, harter, rücksichtsloser Politiker, sondern ein humorvoller, feinsinniger, sensibler, empfindsamer Mensch“, erinnerte sich Lindner. Und er habe immer daran erinnert, dass die eigentliche Gerechtigkeitsfrage die Bildungsfrage ist. "Welche Chance haben denn Jugendliche, die die Schule ohne Abschluss verlassen? Dies ist die wichtigste gesellschaftspolitische Aufgabe, die wir haben."

Lindner ging auch auf das Thema Europa ein. "Wir Freie Demokraten fühlen uns Europa immer besonders verpflichtet. Ich stehe nicht für vereinheitlichtes Europa, in dem alles gleich ist und die Schulden geteilt werden, sondern ein geeintes Europa, das regionale Unterschiede erlaubt, aber seine Kräfte bei den großen Fragen bündelt", sagte Lindner.

Einen besonderen Wert legte Lindner auf das Thema Transatlantische Beziehungen: „Westerwelle würde immer dafür plädieren, Europas strukturelle Probleme zu überwinden und seine Handlungsfähigkeit zu stärken, aber dies niemals gegen die Vereinigten Staaten gerichtet. Er würde mahnen, das transatlantische Verhältnis nicht aufzugeben, denn wirtschafts- und Sicherheitspolitisch gibt es keine Alternative zur transatlantischen Partnerschaft.“ Zur aktuellen Situation der transatlantischen Beziehungen, die nach der Wahl U.S.-Präsident Trump vor großen Herausforderungen stehen, forderte Lindner: „Ein einziger Präsident darf nicht zerstören, was in Jahrzehnten an transatlantischer Partnerschaft aufgebaut worden ist. Gerade dann, wenn es Konflikte gibt, sollten die Kommunikationskanäle glühen und nicht erkalten.“

Nach vorne schauen

Michael Mronz, Vorstandsvorsitzender der Westerwelle Foundation und ehemaliger Lebensgefährte Westerwelles, erklärte, er lebe weiter nach dem Kompass, den er mit Guido Westerwelle geteilt habe: "Seine Neugier, sein Optimismus und sein Tatendrang sind starke Vermächtnisse an uns, aus denen ich schöpfen möchte. Guido hätte nie gewollt, dass wir uns mit Erinnerung an ihn begnügen. Er schaute stets nach vorn.“

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