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25.02.2017

FDP-Kreisverband Köln

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"Versuch mit Maultaschen"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Bekanntlich gilt der Prophet im eigenen Lande nichts. Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus: Das eigene Land gilt dem Propheten oft nichts. Dagegen hilft nur Reisen. Auf der Rückfahrt von München bin ich bei Pforzheim von der Autobahn abgefahren zu einem Abstecher auf die „Badische Weinstraße“. Ich stellte mir putzige kleine Weindörfer vor mit sauberen Häusle und einem Ochsenwirt am Marktplatz, der handgeschnitzte Maultaschen serviert.

Der nächste größere Ort war Bretten, bekannt als Sitz der Firma Neff, Hersteller für Haushaltsgeräte. Das Umfahren der Ortschaft ist das Schlimmste, was ich seit Jahren erlebt habe. Bretten ist die Hölle. Es scheint nur aus Gewerbegebieten und Industrie zu bestehen. Dagegen ist der Ruhrpott idyllisch. Vielleicht tat ich Bretten unrecht, aber mir fehlte die Kraft, mich Richtung Ortsmitte zu bewegen.

Meine ganze Hoffnung ruhte ab sofort auf den Dörfern an der Weinstraße. In Helmsheim (oder war es Heidelsheim?) fuhr ich in Richtung Kirchturm. Meine Erfahrung sagt mir, dass man in der Nähe einer Kirche ein Gasthaus findet. Das Dorf wirkte zur Mittagszeit wie nach einer Evakuierung. Wahrscheinlich hocken die Bewohner beim Ochsenwirt und lassen sich die Maultaschen schmecken, dachte ich. Die große weite Welt hatte bereits ihren Einzug in Helmsheim oder Heidelsheim gefunden – in Gestalt von Akropolis-Grill und Döner Kebab. Einen Italiener gab es auch. Alles geschlossen. Kein Ochsenwirt!

Endlich begegnete mir auf der Straße eine Überlebende. Sie war etwa 80 Jahre alt und redete in einem mir unbekannten Idiom. Vielleicht Griechisch? Nach mehreren Kommunikationsversuchen stellte sich ihre Sprache als der heimische Dialekt heraus. Auf die Frage nach einem geöffneten Restaurant schüttelte die Ureinwohnerin bedauernd den Kopf. Mittlerweile waren mir die Maultaschen schon total egal. Ich wollte nur noch einen starken Espresso und, wenn das nicht zu viel verlangt war, ein Stück Kuchen. Ein Kaffeehaus gebe es, verstand ich, sei aber leider geschlossen. Der Einwohnerin tat das aufrichtig leid. Wenn es mir nur um eine Tasse Kaffee gehe, könne sie mir den „Real-Markt“ empfehlen.

Ich bekam einen Anfall von Heimweh. Die „Badische Weinstraße“ konnte mich mal. Ich verließ Helmsheim (oder Heidelsheim?) und fuhr auf direktem Weg zur Autobahnauffahrt Bruchsal, hinein in die gleichnamige Raststätte. Autobahnraststätten schienen mir plötzlich eine echte Alternative zu sein. Maultaschen gab es nicht. „Nordsee“ hatte die Pausenstation gekapert. Ich bestellte einen Lavazza-Kaffee und floh danach aus Kretschmann-Land.

Ich weiß nicht, wann zuletzt ich so erleichtert beim Anblick des „Willkommen in Nordrhein-Westfalen“-Schildes war. Das Hochhaus der „Deutschen Welle“ in Sicht erinnerte ich mich an einen Begriff, den ich am Vortag in Bezug auf Wolkenkratzer im Karl-Valentin-Museum in München gelesen hatte. „Es neuyorkelt“. Ja, dachte ich, gerade der badischen „Idylle“ entkommen: Gott sei Dank, es neuyorkelt. Hab ich mich auf ein Kölsch gefreut. Und das bisschen Karneval werde ich auch noch überleben oder so...

Maren Friedlaender

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