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18.02.2017

FDP-Kreisverband Köln

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"Irgendetwas bröselt"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
In meinem Lieblingskino „Odeon“ steht auf dem Weg zur Toilette ein Postkartenhalter. Den plündere ich oft und verschicke dann Karten mit Sprüchen wie: „Finden Sie denn gar nichts peinlich? – Doch, Veronika Ferres.“ Nix genützt, Frau Ferres durfte trotzdem in der Bundesversammlung ihre Stimme in der Buprä-Wahl abgeben. Die Kameras zoomten auf sie, als ginge es um den goldenen Bambi und auf den Jogi Löw natürlich und auf so einen riesigen roten Mob, von dem, außer mir, wohl alle wussten, wer darunter steckt.

Die Bundespräsidentenwahl – ganz große Show. Dabei war das Finale nicht mal eine Überraschung. Der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen konnte ruhig fernbleiben und seinen kranken Dackel pflegen. War alles schon zwischen Merkel und Gabriel ausgekungelt. Manchmal taktiert unsere Kanzlerin solange, bis sie ihr Kreuzchen bei einem SPD-Kandidaten machen muss. Das nennt man dann Politik. Vielleicht bin ich altmodisch, aber eine Wahl ist für mich noch immer etwas Großartiges. Ein Recht, das weltweit nicht viele Menschen genießen.

Deshalb wäre mir eine echte Wahl lieber gewesen. Warum nicht Lammert als CDU-Vorschlag? Der könnte auch Buprä. Vielleicht hätte er im dritten Wahlgang Iris Berbens Stimme bekommen. Komisch – die sieht noch aus wie in meiner Kindheit. Werde nur ich älter? Ob das am letzten Sonntag echt Wahl war oder die Aufzeichnung für eine neue Soap? Man kommt ganz durcheinander: Show-Promis wählen im Bundestag, während sich Altvordere wie Norbert Blüm um eine Late-Night-Show bewerben. Unendlicher Spaß.

Mir persönlich ist in letzter Zeit eher ernst zumute. Gerade noch schauten wir ungläubig auf den Verrückten mit blondem Haarwuschel und hammerharten Dieter-Bohlen-Sprüchen. Unter den republikanischen Präsidentschaftsbewerbern der mit Unterhaltungswert. Wir rieben uns die Augen, als der Mann fürs Grobe plötzlich Clintons Herausforderer wurde – trotz menschenverachtender Sprüche, trotz der Bemerkung, man könne in seiner Position jeder Frau zwischen die Beine greifen. Nun sitzt so einer im „Weißen Haus“ und handelt nach eigenen Gesetzen.

Was haben Präsidentenwahl-Show und der offene Bruch mit Anstand und Recht durch Trump gemeinsam? Irgendetwas kommt ins Rutschen in unserer Gesellschaft. Wir sitzen in der Mitte noch relativ kommod und schauen zu, wie es an allen Seiten wegbröselt. Was ist, wenn die Spaßgesellschaft gar nicht merkt, wie Gesetze ausgehebelt werden? Was ist, wenn das moralische Korsett nicht mehr hält? Ein Blick nach Syrien sollte uns reichen. Es finden sich immer Gefolgsleute, die den Verlust einer moralischen Ordnung willkommen heißen. Jetzt schon im Netz zu beobachten. Der anonyme Raum offenbart wahre Wünsche, Gelüste und Fantasien der Menschen. Wehe, wenn sie das Angebot erhalten, sie in der Wirklichkeit auszuleben.

Amerika, von vielen für seine Demokratie bewundert, hat mit der Wahl eines nicht mehr astreinen Demokraten einen erschreckenden Schritt getan. Hoffen wir, dass die Niederländer und die Franzosen es nicht gleichtun. Und hoffen wir, dass bei uns Gesetze nur im Karneval ausgehebelt sind. Dann singe ich gern mit Christian Lindner: „Hurra, wir leben noch.“

Maren Friedlaender

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