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07.05.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Wir haben’s ja!"

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„…oder so“ – die Kolumne von Maren Friedlaender
Mein Sohn ist 28 Jahre alt und zahlt monatlich 700 Euro in die Krankenversicherung ein – halbe, halbe mit dem Arbeitgeber. Außer für die jährliche Zahnreinigung besucht er Ärzte eigentlich nie. Dafür löhnt er ja auch nicht.

Er zahlt für mich und seine Tante, Onkel, Opa - ne, der ist schon tot, aber für andere Opis und Omis. Ich hoffe, dass mein Sohn und seine Freunde bei Laune bleiben, sonst können wir uns den Luxus, alt und krank zu werden, bald nicht mehr erlauben. Krank ist das System. Man könnte etwas ändern. Ich erinnere mich aber nicht daran, dass ein deutscher Gesundheitsminister in den letzten Jahrzehnten einen ernst zu nehmenden Versuch unternommen hätte.

Dabei gäbe es viel zu tun. Ein Beispiel: Eine Freundin musste nach dem Tod ihrer Mutter deren Wohnung im Seniorenheim räumen. Als sie damit fertig war, forderte man sie auf, den praktischen Duschsitz und die behindertengerechte Toilettenschüssel auch noch zu entfernen. Die Teile waren fast neu und von der Krankenkasse bezahlt. Egal, ab auf den Sperrmüll - wegen der Bakterien. Ein funktionstüchtiger Rollator, ein Senioren gerechtes Bett mit eingebautem Motor und drei Paar Krücken flogen hinterher. Alles von der Kasse bezahlt. Alles verseucht?

Die alte Dame, die jetzt dort einzieht, hat in den letzten 50 Jahren wahrscheinlich auf tausend verschiedenen Kloschüsseln gesessen. Grob geschätzt. Falls sie, was wahrscheinlich ist, an einer Raststätte austreten musste, überbringe ich ihr eine beunruhigende Nachricht: Laut einem Raststätten-Test des ADAC findet man bei jeder zweiten Laborprobe von Toilettensitzen und Türgriffen gesundheitsgefährdende Keime. Bei jeder Toilettenspülung schleudern etwa 25.000 Viren und 600.000 Bakterien durch die Luft. Die landen im Umkreis von zwei Metern auf dem Boden und vermehren sich dort. Klingt echt eklig.

Aber keine Panik. Einem gesunden Menschen schaden diese Erreger kaum. Gefährdet sind Kinder und tatsächlich ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Nun die gute Nachricht: Ein wenig Händewaschen nach dem Toilettengang hilft enorm gegen die Bakterieninvasion. Eben das tun 31% der Männer (pfui!) und 17% der Frauen nicht, sagt eine andere Studie. Wenn man das den älteren Herrschaften im Seniorenheim erklärte, wäre das doch billiger als das Wegwerfen abertausender Kloschüsseln. Ein bisschen ärgerlich für Villeroy & Boch, aber auf Einzelschicksale kann ich keine Rücksicht nehmen. Übrigens: Eine Dose Sakrotan oder wie das Desinfektionszeug heißt, könnte auch helfen. Dieser Tipp an alle Senirorenunterkunftsbetreiber.

Muss man erstmal drauf kommen. Aber wie ich den Laden hier kenne, steht die nächste Großaktion im Namen der Gesundheit schon bevor: das Auswechseln der mit tödlichen Viren besiedelten deutschen Türklinken. Natürlich auf Kosten der Krankenkassen. Den Beitrag meines Sohnes wird das in die Höhe schrauben. Manchmal blicke ich ihm prüfend in die Augen, ob ich da irgendwelche Anzeichen lese. Nicht, dass er die mit Viren verseuchten Krücken nimmt und mir über den Kopf… Na, ja, hoffen wir das Beste oder so…

Maren Friedlaender

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