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12.03.2016

FDP-Kreisverband Köln

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"Frauenversteher oder Bier – die Qual der Wahl"

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„…oder so“ – Die Kolumne von Maren Friedlaender
Neulich in einem Laden fiel mir eine Jeans in die Hand. Da stand drauf: „For a successful living“. Die Jeans hatte O-Beine, einige Risse und einen viel zu langen Schritt. Das ist zurzeit wohl angesagt. Ich trage allerdings den Klassiker Levi’s 501 oder so. Plötzlich wurde mir klar, warum ich noch erfolglos herumeiere.

Der Spiegel in der Umkleidekabine sagte, dass ich in dem Winner-Modell total daneben aussehe. Wie die weibliche Ausgabe von John Wayne. Aber es musste sich etwas ändern in meinem Leben, also kaufte ich die Hose. Ich trage sie nun seit Wochen, doch der Erfolg hat sich noch nicht eingestellt.

Ich schreibe das nur, um Sie zu warnen. Es wird einem ja viel versprochen in der Werbung, insbesondere in der Wahlwerbung. Also, Vorsicht, wenn Sie morgen ein Kreuzchen machen. Glauben Sie nicht alles, was auf den Plakaten steht.

Der Spitzenkandidat für „Die Linke“ in Sachsen-Anhalt, Wulf Gallert verkauft sich als „Frauenversteher“. Falls Sie Gallert nicht kennen: Er ähnelt dem Boxer, den ich kurzzeitig besaß. Ich trennte mich von dem Tier, weil sein trauriger Blick mich deprimierte. Oder erinnern Sie sich an den Ur-Frauenversteher Horst Schlämmer, alias Hape Kerkeling? Gallert ist nur ein ganz bisschen schlimmer.

Auch die FDP ist nie um gute Ideen verlegen: Andy Berch. „Unsere Frau für Mainz.“ Hä? Noch ein Frauenversteher oder was?

„Konsequent abschieben. Unser Volk zuerst“, fordert die rheinland-pfälzische NPD. Finde ich gut. Die Ministerpräsidentin des Landes, Malu Dreyer (SPD), lockt mit „Offenheit“. Politiker und Offenheit? Ist wie „das neue Persil“, wird mir seit Kindheitstagen angepriesen. Oder die „Glaubwürdigkeit“, die plötzlich wieder hoch im Kurs steht.

„Wir schaffen das!“, dröhnt Sören Herbst von den Grünen in Sachsen-Anhalt. Der Spruch kommt mir irgendwie bekannt vor. Immerhin treten die Grünen mit eigenem Kandidaten an.

Den Linken in Rheinland-Pfalz fehlt sogar der. Ihre Plakate werben mit einem Portrait von Helmut Kohl und dem Satz: «Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht.» Nett, dass die Linken sich um unseren kränkelnden Altkanzler kümmern.

„Wir machen Kinder…“. Falls Sie interessiert sind, halten sie sich an die Freien Wähler in Sachsen-Anhalt. Ach so, man muss noch weiterlesen: „…glücklich.“

Für die Linke kandidiert Valeri Kalaschnikow. Da weiß man doch, woran man ist. Kalaschnikow tritt in Bretten an. Vorsicht also dort.

„Simon“, plakatiert die CDU im Ländle. Ja, Simon ist natürlich ein tolles Programm. Als Bewohner von Göppingen wäre das mein Kandidat: Simon Weißenfels, ein Mann, der zu seinen Ideen steht. Was war nochmal die Idee? Ach, ja: Simon!

Der Konkurrent in Freiburg, Lennart Lein, verspricht „Bier“. Und: „Wählt die PARTEI - sie ist sehr gut“. Simon oder Bier? Da hat man echt die Qual der Wahl.

Ich trage jetzt noch ein paar Tage meine Jeans for a successful living und dann schaun wir mal oder so…

Maren Friedlaender

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