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15.08.2015

FDP-Kreisverband Köln

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"Vom Hineinschlittern"

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„…oder so“ – die Kolumne von Maren Friedlaender
Großes Ehrenwort – der „Oberverantwortungshut“ wird nur einmal in dieser Kolumne vorkommen. Und zwar, um mitzuteilen, dass ich heute nicht darüber schreiben werde. Obwohl die Versuchung groß ist. Wo der Ausdruck doch schon überregionale Berühmtheit erlangt hat. Copyright by Laugwitz-Aulbach. Selbst die Süddeutsche Zeitung berichtete in einem Zweispalter darüber. Nebenbei bemerkt: Die Stadt Köln kommt nicht gut weg in dem Artikel.

Ob das Wort, das ich jetzt nicht mehr erwähne, bereits internationale Aufmerksamkeit erhält, weiß ich nicht. Schwer zu übersetzen ins Englische: „Top-responsibility-hat“? Oder für die Franzosen „Le chapeau de responsabilité énorme“. „Bas sorumluluk sapkasi“ – für unsere türkischen Mitbürger und Màozi…, der Hut auf Chinesisch - nur für den Fall, dass die Redewendung es schon in den Fernen Osten geschafft hat. Die Chinesen interessieren sich ja angeblich sehr für unsere Erfindungen. Mào, heißt übrigens auch Hut – was man so alles lernt beim Recherchieren.

Hier geht es in dieser Woche um einen anderen Begriff: „Das Hineinschlittern“. Copyright: SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Börschel. Die Verantwortlichen seien in die Katastrophe so hineingeschlittert, sagte er im Hauptausschuss zum Thema Bühnendebakel.

Ich dekliniere unter Auslassung der Singularformen: Wir schlittern - das Wir-Gefühl lieben wir doch, wir Kölner, natürlich weniger, wenn es um ein Schuldbekenntnis geht. Wir sind hineingeschlittert also nur, wenn man ein bisschen Mitverantwortung gar nicht wegleugnen kann. Ihr schlittert - klare Schuldzuweisung in der persönlichen Gegenüberstellung: Ihr seid’s gewesen! Sie schlittern - wunderbar, heißt auf jeden Fall die anderen waren es, kein bestimmter, irgendwer halt und auf jeden Fall nicht ich, Martin Börschel.

Für meinen Geschmack wird etwas viel geschlittert in Köln. Beispiel Stadtarchiv – ist einfach in ein großes Loch hineingeschlittert. Direkt vor der Tür des Oberbürgermeisters war bis vor kurzem auch so ein Loch. Da muss ordentlich was hineingeschlittert sein. Warum sonst wurde acht Jahre lang auf dem Rathausplatz gebuddelt. Länger als erwartet, deshalb auch teurer. Nun schütten sie das Loch gerade zu. Ob man das Hineingeschlitterte endlich gefunden hat?

Oder das Rautenstrauch-Joest-Museum, erst fünf Jahre in Betrieb, aber nur halb in Benutzung, weil es mit dem Brandschutz hapert. Die Rheinbrücken sind marode. Die Straßen der Stadt voller Schlaglöcher und Dreck. Auf das neue Stadtarchiv können wir noch ewig warten, glauben Sie es mir. Aber da kann keiner was dafür. Und falls sich doch für all das Verantwortliche in dieser Stadt finden sollten, sind die nur hineingeschlittert. Das ist jetzt offiziell durch Herrn Börschel legitimiert.

Ich weiß, der Kölner an sich tut sich etwas schwer mit Preußen und seinen Tugenden. Aber die Übernahme von Verantwortung ist keine schlechte. Und - wie ich allseits höre, haben die Bürger das Geschlittere in ihrer schönen Stadt langsam satt. Wie beim Eiskunstlauf: erstmal der „doppelte Rittberger“ und dann die Landung auf dem Hinterteil. Wir sollten es mal mit einer anderen Technik versuchen: klare Kante oder so.

Maren Friedlaender

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