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29.02.2000

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Haus und Museum der jüdischen Kultur in Köln

Der Rat der Stadt Köln hat in seiner Sitzung vom 29. Februar 2000 auf Betreiben der FDP-Fraktion folgenden einstimmigen Beschluss gefasst.


Haus und Museum der jüdischen Kultur in Köln

Der Rat der Stadt Köln unterstützt den für Köln geplanten Bau eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur in Nordrhein-Westfalen. Er begrüßt die entsprechende Initiative aus der Kölner Bürgerschaft unterstützt von den Synagogengemeinden unseres Landes.
Der Rat der Stadt Köln fordert die Verwaltung auf,
- die entsprechende Gesellschaft zur Förderung eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur in Nordrhein-Westfalen e.V. bei ihren Bemühungen zur Realisierung dieses Vorhabens mit allen ihr zur Verfügung stehenden immateriellen Mitteln und Hilfestellungen zu unterstützen,
- im ersten Halbjahr eine Untersuchung der möglichen Standorte für dieses Projekt z.B. in der Umgebung des historischen Judenviertels am Rathaus oder auf dem Platz der ehemaligen Synagoge an der Glockengasse durchzuführen. Hierbei sind insbesondere die historischen Bezüge (Nutzung, Stadtkanten etc.) und aktuellen städtebauliche Aspekte (Höhenentwicklung der Nachbargebäude, Straßenfluchten etc.) zu berücksichtigen,
- auf der Grundlage dieser Untersuchung noch im ersten Halbjahr ein Expertenhearing durchzuführen, das das Für und Wider der unterschiedlichen Alternativen erörtert,
- dem Stadtentwicklungsausschuss unter Mitberatung des Ausschusses für Kunst und Kultur und der Bezirksvertretung Innenstadt bis zur ersten Sitzung nach der Sommerpause 2000 aufgrund der bis dahin vorliegenden Erkenntnisse einen Standortvorschlag zu unterbreiten,
- aufgrund dieser Standortentscheidung noch im Jahre 2000 die städtebaulichen und funktionalen Vorgaben zur Durchführung eines Architektenwettbewerbes zu erarbeiten, mit der genannten Gesellschaft über den Kauf bzw. die zweckgebundene Nutzung des Grundstücks in Verhandlung zu treten und das entsprechende Baurecht sicherzustellen und
- alle notwendigen Schritte für eine möglichst ausgedehnte unterirdische, begehbare Ausgrabungszone in die Wege zu leiten.

Begründung: „Wir unterstützen den Bau eines Hauses und Museums der jüdischen Kultur in Köln. Dabei hat der Standort am Rathaus mit der unterirdischen Ausgrabungszone erste Priorität.“ So heißt es im Koalitionsvertrag ‚Köln handelt‘ von CDU und FDP Inwieweit sich diese „erste Priorität“ realisieren lässt, soll Ergebnis der städtischen Untersuchungen und des Hearings sein.
Ziel des Hauses und Museums für jüdische Kultur ist, nicht nur die Geschichte des Juden in NRW als Kapitel der Landesgeschichte sondern deren Kultur als lebendigen, aktuellen Teil des Lebens in NRW darzustellen. Als Ort für diese Verbindung von Geschichte, Gegenwart und Zukunft drängt sich die Umgebung des historischen Rathauses auf, weil dort das ehemalige Judenviertel war.
Aus der Mitte der Bürgerschaft hat sich eine Gesellschaft gegründet, die den Bau des Hauses und Museums für jüdische Kultur vorantreibt und die Stadt Köln von Forderungen für die Finanzierung des Baus und der Unterhaltung freihalten will. Sie hat Bundespräsident Johannes Rau als Ehrenvorsitzenden des Kuratoriums gewinnen können, was die Bedeutung dieser Initiative weit über die Grenzen der Stadt Köln deutlich macht.

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