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22.04.2014

FDP-Kreisverband Köln

Wahlprüfsteine der Kölner Theaterkonferenz

Ungekürzte Version

1.) Welchen Stellenwert hat Theater(egal ob städtisch, frei oder privat) als Kunstform in Abgrenzung zum weiten Bereich der Interkultur grundsätzlich für Ihre Partei?

Wir schätzen Theater zunächst als Kunstform mit eigengesetzlichen Ästhetiken, die nicht in gesellschaftspolitischen Zweckbindungen vorstrukturiert werden dürfen. Gleichzeitig wird Theater selbst – egal ob städtisch oder frei – auf eine zunehmend interkulturelle Gesellschaft reagieren, bei der Wahl der Themen und Stoffe, in der institutionellen Öffnung und der Publikumsansprache. Für diese Begegnungen muss aber eine solide Basis gegeben sein, sowohl künstlerisch als auch finanziell. Wir wollen also Theater nicht eigentlich „abgrenzen“ von Interkultur, sondern wir wollen Theater stärken, damit es eine inspirierende Kunstform im interkulturellen Austausch sein kann.

2) Wie beurteilt Ihre Partei die aktuelle finanzielle Ausstattung der Kölner Theaterszene, wie stellt sich Ihre Partei eine adäquate finanzielle Forderung insbesondere der freien und privaten Theater in Köln vor und welche Maßnahmen wollen Sie diesbezüglich in der Zukunft ergreifen?

Die Fördermittel für Theater sind zu niedrig und seit 10 Jahren annähernd unverändert. Das führt zu immer stärkerer Einschränkung der Fördermöglichkeiten. Der Topf reicht für immer weniger Theater und Gruppen. Die FDP hat sich auf eine deutliche Erhöhung des Kulturetats verpflichtet, auch um diese Fehlentwicklung zu beenden. Die Forderung nach 10 % des städtischen Bühnenetats haben wir in unserem Wahlprogramm als richtungweisend anerkannt. Allerdings wird das ehrlicherweise ein Langstreckenlauf, denn andere Fördertöpfe sehen noch trauriger aus, z.B. der für den Tanz. Und die städtischen Institutionen sind im Etat ans Minimum gespart und verzeichnen enormen Sanierungsstau. Das geringe kulturpolitische Engagement der letzten Jahre in Köln hinterlässt große Aufgaben.

3) Welche Bedeutung hat der Begriff "Vielfalt der Kölner Theaterszene" für Ihre Partei?

Vielfalt ist der zentrale Zweck und die Rechtfertigung für eine städtische Theaterförderung. Mit ihr sollen ja gerade kommerziell nicht selbst tragende Projekte und Theaterformen ermöglicht werden. Vielfalt ist nichts, was Politik durch Studien und Entwicklungspläne erzeugen kann. Wir wollen Vorraussetzungen für die Entwicklung von Vielfalt schaffen, durch finanzielle Förderung und durch Ertüchtigung und Ausbau von Infrastruktur.

4)Hat Ihre Partei vor, besondere Schwerpunkte im Bereich Kinder- und Jugendtheater zu setzen? Wenn ja, welche Schwerpunkte wollen Sie hier in Hinblick auf den Wandel der Kölner Stadtgesellschaft setzen?

Im Theaterförderkonzept ist bereits ein erfreulich deutlicher Schwerpunkt im Bereich des Kinder- und Jugendtheaters gesetzt. Wie dieser Schwerpunkt inhaltlich gefüllt wird, möchten wir der Kreativität und dem gesellschaftlichen Gespür der Künstlerinnen und Künstler überlassen. Hier der Entfaltung durch politisch-inhaltliche Vorgaben enge Gatter vorzubilden, lehnen wir ab.

5.) Nur einmal angenommen: Ihre Partei würde die absolute Mehrheit der Ratsmandate gewinnen ...
Wie würde dann 2020 die Kölner Theaterlandschaft aussehen?


Ich bin sehr gespannt darauf, wie viele unserer Konkurrenten sich das vorstellen können… Als Wunsch für 2020 sehe ich Städtische Bühnen, die mit einem angemessenen künstlerischen Etat bundesweit sichtbar sind und die Speerspitze für eine Theaterbegeisterung in unserer Stadt bilden. Für die freie Szene wünsche ich mir die Realisierung eines Zentrums für darstellende Künste. Vielleicht bietet ja das Carlswerk die Möglichkeit, dass sich nicht alle der aufwendigen Interimsspielstätten in Luft auflösen. Und für die Förderung der Szene hoffe ich, dass wir auf dem oben erwähnten Langstreckenlauf zu 10% des Bühnenetats schon das Ziel sehen können.


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