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19.03.2014

Erfahrungsbericht zur Umwandlung des Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung

Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln hat gebeten, folgenden Änderungsantrag auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Betriebsausschusses Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud setzen zu lassen.

Der Ausschuss möge beschließen:
Der Beschluss wird wie folgt ergänzt:

In Anschluss an Satz 1:

Die Verwaltung wird darüber hinaus beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Leitung des WRM & FC weitere Schritte zu größerer Selbstständigkeit des Museums zu prüfen. Dabei soll insbesondere das noch nicht befriedigend erreichte Ziel „Lösung von institutsfernen Entscheidungswegen“ verfolgt werden.

Zusätzlicher Punkt:

Die Verwaltung wird beauftragt, das von der Dezernentin für Kultur angekündigte kollegiale Verfahren mit den Direktoren zur Erarbeitung einer zukunftsweisenden Betriebsorganisation der Kölner Museen konstruktiv und ergebnisoffen zu verfolgen.

Dieser Diskussionsprozess soll transparent organisiert und in Zwischenständen dem Kulturausschuss vorgestellt werden.

Begründung:
zu 1:
Im bundesweiten Vergleich werden Kölner Museen überdurchschnittlich hoch pro Besucher bezuschusst und damit zu knapp 80 % über städtische Mittel finanziert. Bereits 2012 wurde die Münchner Unternehmensberatung The Boston Consulting Group von der Stadt Köln beauftragt, die Kölner Museen zu analysieren. Im Ergebnis wurden tiefliegende, strukturell bedingte Probleme aller Kölner Museen und ineffiziente Abläufe zwischen Museen und Stadtverwaltung aufgedeckt. The Boston Consulting Group erarbeitete abschließend Optionen zur Neuordnung der Kölner Museen durch die sich die Kölner Museen im Zusammenschluss gegenseitig stärken können.

Mit der Betriebsumwandlung des Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung wurde unter anderem eine höhere Eigenverantwortlichkeit durch stärkere wirtschaftliche und organisatorische Kompetenzen angestrebt, alle über den Ratsbeschluss zur Umwandlung definierten Ziele wurden erreicht. Die Wirtschaftsergebnisse der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung WRM & FC legen dar, einschließlich des Gesamtwirtschaftsergebnisses hat die eigenbetriebsähnliche Einrichtung WRM & FC seit ihrem Bestehen in einem Volumen von rd. 1.600.000 € zusätzliche Erträge erwirtschaftet sowie Kürzungen des Betriebskostenzuschusses der Stadt Köln und zusätzliche Kosten kompensiert.

Neben diesen klar belegten wirtschaftlichen Vorteilen der Umwandlung für das Museum und den städtischen Haushalt, gilt es aber auch die Arbeitsbedingungen des Museums durch größere Selbstständigkeit zu verbessern. Abläufe werden immer noch durch restriktive Einbindung in die städtische Verwaltung unangemessen erschwert und verzögert. Sowohl die Evaluation durch die BCG als auch der diesem Beschluss zugrunde liegende Bericht der Verwaltung benennen hier noch deutlichen Optimierungsbedarf. Diese Aufgabe einer „Lösung von institutsfernen Entscheidungswegen“ muss dringend weiterverfolgt werden.

zu 2:
Angesichts des klaren Erfolgs der Betriebsumwandlung beim WRM & FC ist es völlig unverständlich, dass die Verwaltung im Abschluss ihrer Darstellung zu dem Ergebnis kommt, dass ähnliche Schritte für weitere Häuser nicht empfohlen werden können.

Insbesondere überrascht, dass für die Begründung dieser Einschätzung die „negativen Finanzergebnisse einiger Museen“ angeführt werden. Damit wird ein zentrales Problem, das mit der Betriebsumwandlung gelöst werden soll, gerade zur Verhinderung dieser Lösung herangezogen. Auch das Argument, eine „Betriebsumwandlung würde schon allein mit Blick auf die Kosten für Wirtschaftsprüfung und Buchhaltung nicht finanzierbar sein“, ist ausgesprochen fragwürdig.

Die Vorgänge um Nachfinanzierungsbedarfe haben ja gerade gezeigt, dass es an solchen betriebswirtschaftlichen Organisationsgrundlagen fehlt. Vor diesem Hintergrund ist die Schlussfolgerung der Verwaltung absurd und das Gegenteil muss getan werden: Die Museen müssen durch die Möglichkeit der wirtschaftlich selbstständigen Betriebsführung in die Lage versetzt werden, ihren Aufgaben eigenverantwortlich nachzukommen. Möglichkeiten der Betriebsumwandlungen anderer Museen sollten daher zwingend überprüft werden. Ob dies für einzelne Häuser sinnvoll ist oder durch Betriebsverbünde bzw. einer Kombination soll in enger Zusammenarbeit mit den Direktoren ausgearbeitet werden. Für einzelne kleinere Häuser mag eine Veränderung der Organisation auch nicht sinnvoll sein, allerdings ist die rigorose Absage der Verwaltung an eine gründliche Überprüfung der Möglichkeiten nicht akzeptabel.

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