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16.03.2013

FDP-Kreisverband Köln

Tanzgastspiele retten – städtischen Zuschuss durch TanzEuro entlasten

1. Die ersatzlose Streichung der Haushaltsmittel für die Tanzgastspiele von 700.000 €, die den vollständigen Verlust dieser in Köln traditionsreichen Kunstsparte bedeuten würde, wird von der Kölner FDP abgelehnt. Das am 26. Februar im Kulturausschuss der Stadt Köln vorgestellte „Virtuelle Tanzgastspielkonzept“ soll realisiert werden. Für die Finanzierung wird die Kombination von einem reduzierten Städtischen Zuschuss und einer direkten Beteiligung der Bühnenbesucher vorgeschlagen:
2. Als direkter Finanzierungsbeitrag durch die Bühnenbesucher wird auf alle Eintrittskarten, Abos und Cards der Bühnen zwei „TanzEuro“ erhoben. Daneben ist zu prüfen, auf welchem unbürokratischen Weg die Berechtigten von Dienst- und Ehrenkarten beteiligt werden können, z.B. durch ein „Sonderkonto Tanz“ des Eigenbetriebs Bühnen, das die Überweisung eines Beitrages ermöglicht. Aus diesen Maßnahmen sind ca. 600.000 € Einnahmen zu erwarten.
3. Die verbleibende Deckungslücke von ca. 100.000 € soll aus Haushaltsmitteln bereitgestellt werden, da ein vollständiger Rückzug der Stadt aus der Finanzierung dieser wichtigen Kunstsparte, gerade auch angesichts der hier vorgeschlagenen direkten Beteiligung der Besucher, nicht kommunizierbar wäre.

Begründung:

Nach einer Kürzung von 300.000 € zum laufenden Haushaltsjahr sieht der Entwurf für die kommenden Haushaltsjahre 2013/14 die vollständige Streichung der verbleibenden Mittel für Tanzgastspiele in Höhe von 700.000 € vor. Dieses Gastspielprogramm war selbst nur noch die Kompensation für die Streichung einer eigenen Kompagnie (zuletzt „Amanda Miller“). Nun droht dem Bühnentanz in Köln das vollständige Aus.
Politisch aufschlussreich ist der Umstand, dass für diesen Streichungsvorschlag niemand die Verantwortung übernehmen möchte. Weder das Kulturdezernat, noch die Kämmerei, noch das Amt des OB oder die rot-grüne Ratsmehrheit wollen diesen Vorschlag gemacht haben – und doch taucht er im Haushalt auf. Die selben Akteure drücken nun ihr Bedauern um den Tanz aus und geben Lippenbekenntnisse ab.
Die FDP möchte dieses unwürdige und kulturfeindliche Spiel nicht mitmachen und fordert ein deutliches Bekenntnis zum Tanz in Köln!
Allerdings erkennen wir auch ausdrücklich die Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung an. Eine Reduzierung des städtischen Anteils an den Kosten von 700.000 € ist wünschenswert. Wir machen dafür den unter Punkt 2 formulierten Vorschlag eines „TanzEuros“. Die dort angeregte direkte Beteiligung der zahlenden Bühnenbesucher (ca. 275.000 / Spielzeit 2011/12) durch einen „TanzEuro“ und die zusätzliche Aufforderung an Ehren- und Dienstkartenberechtigte (ca. 19.000 Karten / Spielzeit 2011/12) einen für den Tanz reservierten freiwilligen Beitrag zu leisten, lassen Einnahmen in Höhe von ca. 300.000 € als realistisch erscheinen.
Ziel dieses Antrags ist es, die Sparte Tanz für Köln zu erhalten. Köln ist neben vielen Institutionen und Initiativen auch Sitz der Hochschule für Musik und Tanz, und beheimatet sehr viele Choreographen und Tänzer. Die Akzeptanz des Tanzes durch das Kölner Publikum wird nicht zuletzt durch die Besucherresonanz der Tanzgastspiele unterstrichen, deren Termine fast durchgängig ausverkauft sind.

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