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20.09.2012

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Breite: Teilinbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn zwischen Severinstraße und Rodenkirchen

Ulrich Breite, MdR
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Ulrich Breite, MdR
Ratsrede zur Teilinbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn zwischen Severinstraße und Rodenkirchen von Ulrich Breite

Geisterzüge! Geisterzüge kannten wir bisher nur aus dem Karneval.
Sollte heute keine weitere Teilinbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn beschlossen werden, gibt es demnächst in Köln davon eine neue Variante.

Denn dann fahren demnächst zwischen Rodenkirchen und Severinstraße alle zwei bis drei Monate auf der funkelnagelneuen Nord-Süd-Stadtbahn Geisterzüge nur für einen Zweck: damit die Gleise nicht zurosten.

Da sind eine Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner durch ein Bauunglück bei der Errichtung ihrer Nord-Süd-U-Bahn mehr als nur gebeutelt und mit der Konsequenz bestraft, dass die neue Stadtbahn statt auf der ganzen Strecke nur in Teilbetrieb gehen kann und dann werden sie zum zweiten Mal von SPD und CDU bestraft, die ihnen auch noch den heiß ersehnten Teilbetrieb verwehren.

Stattdessen dürfen die Kölnerinnen und Kölner alle zwei bis drei Monate Geisterbahnen lauschen, wie sie den Rost von Gleisen putzen.

Gerade werden die Rolltreppen in den U-Bahn-Stationen eingebaut.

Eine Ablehnung der Teilinbetriebnahme würde bedeuten:

Ein am heutigen Tage geborenes Kind wird schon das erste Schuljahr hinter sich und der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters längst seinen 70. Geburtstag gefeiert haben, bevor diese Rolltreppen einen einzigen Kunden befördern werden.

Das ist einfach grotesk!

Für uns Kölner Liberale ist das vielmehr ein Versagen in der Verantwortung für heute, hier und jetzt. Heute, hier und jetzt verlangen die Kölnerinnen und Kölner eine Entscheidung, denn sie wollen eher heute als morgen die neue U-Bahn nutzen.

Alles andere macht uns zum Runninggag jeder Kabarettbühne und zum Gespött in jeder deutschen Tageszeitung.

Der Oberbürgermeister muss sich bei seiner Entscheidung zur Teilinbetriebnahme genau überlegen, ob er wirklich in die Geschichtsbücher als der Oberbürgermeister der Geisterbahnen zum Schienenputzen eingehen will.

Kommen wir nun zum lieben Geld, denn die Teilinbetriebnahme einer solch langen Strecke mit acht (!) Stationen mit einem erforderlichen zehn Minutentakt und mit mindestens 10.000 Fahrgästen täglich, davon über 2.000 Neukunden, kostet Geld.

Die Teilinbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn ist defizitär, darum wollen SPD und CDU die Teilstrecke über Jahre einmotten.

Wollen uns hier SPD und CDU uns eigentlich für dumm verkaufen?

Der gesamte ÖPNV in Köln ist doch defizitär.

Bei der Logik von SPD und CDU könnten wir auch gleich die Linie 3 oder 4 streichen, sie ist doch genauso defizitär.

Spätestens jetzt käme der Einwand von SPD und CDU, nämlich die Stadt ist klamm, diese finanzielle Bürde, so wünschenswert die Maßnahme auch sei, könne die Stadt nicht tragen.

Aber ist der Einwand auch wahr und richtig?

Wer lesen kann, ist da klar im Vorteil.
Denn in der Führung der Stadtwerke und in der KVB sitzen kluge Köpfe. Die haben nämlich erkannt, was für ein Imageschaden eine Nichtinbetriebnahme für Köln, aber auch für ihre Unternehmen bedeutet.

So ein Herr Steinkamp und ein Herr Fenske denken weiter, wo bei SPD und CDU das Denken aufhört.

Darum machen diese klugen Herren ein verbindliches Angebot. Ich darf zitieren von Seite 9 der Verwaltungsvorlage:…

Das heißt nach Adam Riese, die Teilinbetriebnahme kostet den städtischen Haushalt keinen Cent, die Stadt hat keinerlei finanziellen Nachteile durch eine Teilinbetriebnahme.

Selbst die vereinbarte Ausschüttung für die Stadt hätte durch eine Teilinbetriebnahme keine Auswirkung. Ich darf konstatieren: Die Argumentation von SPD und CDU bricht in sich zusammen.

Darum fordern wir Kölner Liberale SPD und CDU auf: Lass die Bahn für die Menschen fahren statt den Rost zu wegzuputzen! Die Teilinbetriebnahme gehört beschlossen!

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