Menschen im Austausch

Im Gespräch mit Marlis Pöttgen und Lucas Hahn

07.09.2025 Meldung KölnLiberal

Marlis Pöttgen wurde 1960 in Köln geboren und ist in Neuehrenfeld aufgewachsen. Ihre Familie ist dort seit mehr als 110 Jahren Zuhause. Seit 1996 lebt sie in Bickendorf. Der FDP trat sie 1984 bei. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Studium zur Diplom-Mathematikerin an der Universität zu Köln. Sie arbeitete in der Anwendung-Entwicklung eines großen Kölner Versicherungskonzerns. Pöttgen ist Mitglied in verschiedenen Vereinen im Stadtbezirk Ehrenfeld. Sie war 25 Jahre Vorstandsmitglied in der Bürgervereinigung Ehrenfeld und wurde dort zum Ehrenmitglied gewählt. Sie ist derzeit Mitglied der Bezirksvertretung Ehrenfeld und stellvertretende Bezirksbürgermeisterin.

Lucas Hahn wurde 2006 in Dormagen geboren. Er lebt seit 2017 in Köln und fing nach seinem Abitur im Jahr 2024 ein Duales Studium im Bereich Steuern und Wirtschaftsprüfung in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaftin Düsseldorf an. Der FDP ist er 2022 beigetreten. Dort engagiert er sich im Stadtbezirk Chorweiler/Nord seit Juni 2023als stellvertretender Vorsitzender. Er ist auch Mitglied bei den Jungen Liberalen. Seit 2025 ist er dort Mitglied des Kreisvorstands. Besondere Anliegen sind ihm kommunale Themen, wie eine verantwortungsvolle Schul- und Wirtschaftspolitik. Aktuell vertritt er die Liberalen als Sachkundiger Einwohner im Rechnungsprüfungsausschuss.

Liebe Marlis, lieber Lucas, jetzt geht es ja langsam los. Mit der Plakatierung geht der Straßenwahlkampf Indie „heiße Phase“. Ihr habt als Kandidaten ja sehr unterschiedliche Wahlkreise, einmal in Bickendorf und Ossendorf und einmal in Merkenich und Worringen. Wie ist eure Planung für den Wahlkampf vor Ort?

Marlis Pöttgen: Ich plane meinen Wahlkampfganz klassisch. Als Vertreterin der Boomer-Generation ist für mich die lokale Präsenz an den Wahlständen sehr wichtig. In Ehrenfeld beginnen wir bereits Anfang August damit. Mein Wunsch ist es, viele Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zu führen. Parallel plane ich Flyer-Aktion in Bickendorf und Ossendorf und Haustürwahlkampf in Ossendorf. Aber natürlich ist auch die Präsenz in den Sozialen Medien wichtig. Für meine Generation ist das vor allem Facebook.

Lucas Hahn: Als jüngster Kandidat setze ich auf eine Wahlkampfvorbereitung, die neue Maßstäbe setzt. Ich kombiniere das Beste aus zwei Welten: Den direkten Draht zu den Menschen vor Ort durchpersönliche Gespräche und eine moderne, digitale Strategie über Social Media. Ich nutze die Möglichkeiten der sozialen Medien, um die Bedürfnisse im Kölner Norden präzise zu erkennen und so zu wissen, wo der Schuh drückt. Mein Ziel ist es, Politik frisch, relevant und nahbar zu gestalten – vom ersten Tag an.

Marlis, Du bist ja schon lange in der Kommunalpolitik aktiv, derzeit auch als stellvertetende Bezirksbürgermeisterin in Ehrenfeld: Wie hat sich aus deiner Sich über die Zeit die politische Arbeit in den Gremien vor Ort verändert?

Marlis Pöttgen: Die Zuständigkeit und Verantwortung, die die Bezirksvertretungen haben, ist in den letzten zehn Jahren deutlich größer geworden. So sind z. B. heute die Bezirksvertretungen für die nicht übergeordneten Straßen zuständig. Diese gewachsene Verantwortung erfordert mehr Abstimmung mit den Fraktionen und Einzelvertretern in der Bezirksvertretung aber auch mit den Mitgliedern der eignen Ratsfraktion.

Lucas, als junger Mensch startest Du erstmals mit einem eigenen Wahlkreis. Was ist deine Motivation für politisches Engagement?

Lucas Hahn: Ich möchte im Kölner Norden etwas verändern und verbessern. Hieraufgewachsen, kenne ich das Gefühl, von der Stadt vergessen zu werden. Es gibt viel Bedarf für neue Lösungen. Als junger Mensch möchte ich frische Perspektiven und innovative Ansätze in die Politik einbringen, um unseren Stadtteil voranzubringen und Chancen für alle zu schaffen.

Welches Problem habt ihr bei euch vor Ort, das aktuell am dringendsten einer Lösung bedarf? Marlis Pöttgen: Für die Menschen ist aktuell das größte Problem, eine für siebezahlbare Wohnung zu finden. Es fehlen einfach Wohnungen. Das ist ein Problem für jungen Menschen und Familien die Wohnungen bzw. größere Wohnungen in ihrem Veedel suchen. Es ist aber auch ein Problem für ältere Menschen, die gerne ihre vielleicht zu große Wohnung gegeneine kleinere Wohnung im Veedel tauschen würden. Die kleinere Wohnung, falls man überhaupt eine findet, ist häufig viel teurerer als die alte große Wohnung mit dem langjährigen Mietvertrag.

Lucas Hahn: In Worringen und den anderen Stadtteilen herrscht akuter Mangeln Grundschulplätzen, was zu überfüllten Klassen führt. Ein weiteres drängendes Problem ist der mangelhafte ÖPNV, der Fahrzeiten zwischen benachbarten Vierteln auf bis zu eine Stunde ausdehnt. Dies beeinträchtigt insbesondere junge und ältere Menschen und erfordert dringend eine Lösung.

Welche Form des Wahlkampfesbevorzugt ihr persönlich? Flyern am Wochenmarkt oder digital in Social Media?

Lucas Hahn: Ich setze auf eine sinnvolle Mischung aus persönlichen Begegnungen und digitaler Präsenz. Der direkte Austauschvor Ort ermöglicht es, die Menschen und ihre Anliegen persönlich kennenzulernen. Gleichzeitig bieten soziale Medien eine enorme Reichweite, um wichtige Botschaften zu verbreiten und ein breiteres Publikum zu erreichen. Beides ist unverzichtbar, um nah an den Menschen zu sein und gleichzeitig effektiv zu kommunizieren.

Marlis Pöttgen: Ich bevorzuge den etwas persönlicheren Wahlkampf mit Gesprächen am Wahlstand. Ich bevorzuge den direkten Austausch mit den Menschen. Auch das Verteilen von Flyern in Briefkästen ist für mich ein wichtiger Bestandteil des Wahlkampfs. Bei diesen Spaziergängen durch meinen Wahlkreis komme ich auch immer wieder in interessante Gespräche mit einzelnen Bürgern und Bürgerinnen. Natürlich gehört auch ein wenig Social Media Arbeit mit zum Wahlkampf. Deshalb bin ich auch ein wenig präsent in Facebook.

Wie ist eure Erfahrung mit den politischen Mitbewerbern? Also sowohl im täglichen Miteinander als auch gerade auf den Wochenmärkten?

Marlis Pöttgen: In der Bezirksvertretung Ehrenfeld haben die Vertreter der demokratischen Parteien einen respektvollen und fairen Umgang miteinander; es besteht eine sehr gute Arbeitsatmosphäre. Durch mein langjähriges Engagement in der Kommunalpolitik kenne viele Vertreter der anderen demokratischen Parteien in Ehrenfeld. Wir grüßen uns immer freundlich, im Alltag und auch an den Wahlständen. An den Wahlständen helfen uns auch gegenseitig, z.B. bei Aufheben von Flyern, wenn der Wind die malwegweht.

Lucas Hahn: Im Kölner Norden trifft man sich – auf dem Wochenmarkt oder im Alltag. Diese Begegnungen mit politischen Mitbewerbern empfinde ich als wertvollen Austausch. Es ist spannend, verschiedene Perspektiven zu erleben. Ichschätze es, offen und respektvoll ins Gespräch zu kommen. Für mich zählt nicht das Gegeneinander, sondern gemeinsam die besten Lösungen für Chorweiler zu finden. Das direkte Miteinander ist bereichernd und motiviert mich sehr für unseren Stadtteil.

Was wünscht ihr euch für die Zeit nach dem 14. September?

Lucas Hahn: Für die Zeit nach dem 14.September wünsche ich mir erstmal viele neue Erfahrungen zu sammeln und dann möglichst viel bewegen zu können. Ichkandidiere für die FDP, weil ich überzeugt bin, dass wir die besten Antworten haben und genau diese Antworten gehören in die Tat umgesetzt um den Menschenhier zu helfen.

Marlis Pöttgen: Ich wünsche mir für Köln eine starke FDP-Fraktion im Rat und die FDP in allen Bezirksvertretungen. Dann kann der notwenige Politikwechsel nach zehn Jahren Ratsmehrheit von Grün/CDU in Köln eingeleitet werden. So können wir dazu beitragen, das Köln sicherer und sauberer wird. Die Zuverlässigkeit des ÖPNV in Köln muss unbedingt gesteigert werden. Der Ausbau des ÖPNV muss endlich konsequent verfolgt werden. Der Wohnungsbau wird mehr gefördert und schneller.

Herzlichen Dank für das Gespräch.
[Das Gespräch führte Stephan Wieneritsch.]

Dieser Beitrag erschien zuerst in KölnLiberal.

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Lucas Hahn

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Marlis Pöttgen

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