Kulinarik zwischen Kultur und Kommerz

Hinterhöfe der Hohe Strasse sollen aufgewertet werden

06.09.2025 Meldung KölnLiberal

Ralph Sterck, stadtentwicklungspolitischer Sprecher

Zwischen dem Dom im Norden und Maria im Kapitol im Süden erstreckt sich die Via Culturalis, die in ihrer Dichte an Kulturbausteinen einzigartig ist. Als Maßnahme des Städtebaulichen Masterplans Innenstadt und mit Förderung des Bundes will sie die ober-, unter- und überirdischen Zeitebenen und Zeitspuren von zwei Jahrtausenden Stadt- und Kulturgeschichte im öffentlichen Raum sichtbar und begreifbar machen.

Westlich davon liegt die Hohe Straße, die als älteste Fußgängerzone Deutschlands von Dom und Hauptbahnhof kommend das Eingangstor zum Einkaufsquartier der Kölner Innenstadt bildet. Sie befindet sich derzeit in einem Umstrukturierungsprozess: Der Einzelhandelsmix verändert sich, Imbisse siedeln sich an, Gebäudewerden umgebaut bzw. saniert oder sogar neu errichtet.

Zwischen diesen Stadträumen liegt der Straßenzug Große Sandkaul, Marspfortengasse und Sporergasse mit dem Jupp-Schmitz-Plätzchen und dem Karl-Küpper-Platz. Diese Rückseiten der benachbarten Blocks präsentieren sich heute als „Hinterhöfe“, die der prominenten Umgebung wenig angemessen erscheinen und eher abstoßend denn einladend wirken.

Auf Einladung des Haus- und Grundbesitzervereinshatten sich im vergangenen Jahr Studierende von Prof. Yasemin Utkuder Fakultät für Architektur der Technischen Hochschule Köln mit dem zentralen Bereich der Altstadt beschäftigt und Lösungsvorschläge erarbeitet. Jana Passetschnik und Frederick Cornelius habendabei mit ihrer Arbeit unter dem Titel „Via Culinaris“ den 1. Platz belegt.

Die Ideen der Preisträger, das Cluster des bestehenden halben Dutzends gastronomischer Einrichtungen zu sichern und auszubauen, verdient eine vertiefende Betrachtung und Umsetzung. So sollen nach ihrer Ansicht z.B. ein Biergarten, Außengastronomieflächen und ein Markt mit einer kleinen Markhalle an Haus Neuerburg geschaffen werden.

Über der Tiefgarage „Am Gürzenich“ existiert ein Baurecht für ein Gebäude, für das bereits mehrere Planungen z.B. als Hotel entwickelt wurden. Da sich jedoch von der Passage aus Richtung Hohe Straße kommend ein wunderbarer Blick auf das Ensemble aus Gürzenich, St. Albanund Wallraf-Richartz-Museum bietet, sollte auf eine Bebauung verzichtet und der Platz stattdessen neugestaltet werden.

Die FDP hat einen entsprechenden Antrag in den Stadtentwicklungsausschusseingebracht. Ziel ist, einen Prozess zu starten, um diesen innerstädtischen Raum mittel- und langfristig aufzuwerten und einen bruchfreien und harmonischen Übergang zwischen dem Einkaufs- und dem Kulturquartier zu schaffen. Dafür sollen die nötigen städtischen und privaten Kräfte mobilisiert und gebündelt werden.

Leider meldeten die Grünen in der letzten Sitzung des Ausschusses dieser Wahlperiode Beratungsbedarf in dieser Frage an, wodurch es vor der KölnWahl nicht mehr zu einer Abstimmung kommt. Uns soll es recht sein, denn damit haben wir Liberale ein schönes Wahlkampfthema, das zeigt, wie wir die Stadt weiterentwickeln wollen und wer auf der Bremse steht…

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Ralph Sterck, MdR

Ralph Sterck, MdR

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