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13.06.2014

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Stadt soll die U-Bahn-Stationen abgeben

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Nahverkehr: FDP will Alleinverantwortung bei der KVB - Hoffnung auf mehr Sauberkeit und schnellere Reparaturen
Von Tim Attenberger und Matthias Pesch

Defekte Rolltreppen, Graffiti an den Wänden, zerbrochene Kacheln - für die Fahrgäste der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) sind solche Missstände in den U-Bahn-Stationen ein permanentes Ärgernis. Dass deren Beseitigung oft auf sich warten lässt, liegt nicht zuletzt am Zuständigkeitswirrwarr zwischen Stadt und KVB - sie teilen sich die Verantwortlichkeiten nach einem schwer nachvollziehbaren System.

Dieses Durcheinander soll jetzt ein Ende haben: Der Rat hat den Verkehrsausschuss beauftragt, sich mit einem FDP-Antrag zu beschäftigen: Danach soll die KVB die komplette Zuständigkeit für alle rund 40 U-Bahnhöfe inklusive der Zwischenebenen übernehmen. Die Hoffnung von FDP-Fraktionschef Ralph Sterck: Reparaturen könnten besser koordiniert, Sicherheit und Sauberkeit effektiver verbessert werden, "wenn die Verantwortung in einer Hand liegt".

Die derzeitige Regelung ist kompliziert: Für Reinigung und kleinere Instandsetzungsarbeiten sowohl auf den Bahnsteigen als auch auf den Verteilerebenen ist die KVB zuständig - größere Reparaturen und Neubauten dagegen erledigt die Stadt. Einzige Ausnahme: die Passage unter dem Neumarkt, dort ist die KVB allein verantwortlich. Eine weitere Sondervereinbarung besteht für den Appellhofplatz mit seiner weit verzweigten Zwischenebene. Ganz anders sieht es bei den Haltestellen der neuen Nord-Süd-Stadtbahn aus: Hier hat die KVB als Bauherrin die alleinige Regie.

Äußerst komplex ist die Zuständigkeit für Aufzüge und die rund 230 Rolltreppen in den U-Bahn-Stationen bisher geregelt: Die KVB reinigt und repariert alle Anlagen und übernimmt größere Reparaturen und Erneuerungen. Allerdings nur für die Treppen und Aufzüge auf der Fahr- und der Verteilerebene: Von dort bis zur Oberfläche ist die Stadt zuständig.

"Wir begrüßen den Beschluss des Rates", sagt KVB-Vorstandschef Jürgen Fenske - will sich aber zu Einzelheiten nicht weiter äußern. Denn die wollen Stadt und Verkehrs-Betriebe in den nächsten Monaten ausarbeiten, um der Politik eine "qualitätvolle und tragfähige" Entscheidungsgrundlage zu liefern, wie es aus dem Unternehmen hieß.

Ganz einfach werden die Gespräche wohl nicht verlaufen. Gerd Neweling, Leiter des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau, will den aktuellen Zustand nämlich nicht grundlegend verändern. "Wir sind bereit, einige Sachen an die KVB abzugeben", sagt er. "Aber nicht alles." Von der Übertragung der gesamten Haltestellen-Bauwerke an die Verkehrs-Betriebe hält er nichts: "Das hätte keinen Sinn und Zweck, weil sich unsere Leute mit den Rohbauten bestens auskennen und die KVB dafür überhaupt kein Personal hat." Zudem wäre der Aufwand einer Überschreibung der Vermögenswerte angesichts riesiger Berge an Dokumenten gigantisch.

Neweling räumt allerdings ein, dass die Regelung der Zuständigkeiten derzeit kompliziert sei. Schwierig sei vor allem die Frage, wer wann welche Kosten tragen muss. "Damit leben wir aber schon seit Jahrzehnten, und das funktioniert ganz gut", so der Amtsleiter. Mancher KVB-Kunde wird das anders sehen angesichts zahlreicher immer wieder defekter Rolltreppen in den U-Bahnhöfen - oder der abgefallenen Wandkacheln in der Station Bahnhof Deutz/Messe, die seit Jahren nicht ersetzt werden.

FDP-Fraktionschef Sterck ist jedenfalls überzeugt, dass die liberale Initiative Erfolg haben würde. Schließlich seien die neuen Stadtbahn-Haltestellen nach wie vor in gutem Zustand, so sein Befund: "Und das müsste der Standard sein."

(12.06.2014)


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