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26.05.2014

Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnische Rundschau

Pressespiegel

"Anspruch war höher"

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"Wir haben fünf Sitze": FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite (l.) hat genau durchgezählt. Mit Spitzenkandidat Ralph Sterck stellt er fest, dass die Ratsfraktion um vier Sitze geschrumpft ist (Foto: Grönert)
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"Wir haben fünf Sitze": FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite (l.) hat genau durchgezählt. Mit Spitzenkandidat Ralph Sterck stellt er fest, dass die Ratsfraktion um vier Sitze geschrumpft ist (Foto: Grönert)
FDP zieht mit 5,1 Prozent als Fraktion in den Rat
Kölner Stadt-Anzeiger
Das nächste Desaster
Die FDP verliert vier Sitze und entsendet nun nur noch fünf Politiker in den Stadtrat

Von Oliver Görtz

Wenn man am Wahlabend FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite reihenweise jubelnd Menschen umarmen sieht, glaubt man kaum, dass er der Partei angehört, die der große Verlierer dieser Kommunalwahl ist. Aber: "Ich bin glücklich, dass ich im Rat bin", sagt er. Und das ist er denkbar knapp. Fünf statt bislang neun Sitze hat die FDP in der kommenden Legislaturperiode. Breite hat mit seinem fünften Listenplatz also so gerade den Einzug in das Gremium geschafft. Ansonsten ist die Stimmung bei den Liberalen nach dieser Wahl ziemlich gedrückt. Mal wieder.

Um 4,3 auf nun 5,1 Prozent rutschte die Kölner FDP ab. Keine Partei musste höhere Verluste hinnehmen. Die Linke haben die FDP im Rat überholt und haben nun einen Sitz mehr. In Stadtteilen wie Bickendorf, Bilderstöckchen oder Lindweiler kratzt die Partei mit kaum mehr als zwei Prozent an der politischen Bedeutungslosigkeit. Gestandene Ratspolitiker wie zum Beispiel Volker Görzel, Vorsitzender des Stadtbezirksverbands Innenstadt, und Christtraut Kirchmeyer, bislang unter anderem Parteisprecherin im wichtigen Ressort Verkehrspolitik, haben ihre Ratsmandate verloren. Es ist nach der Bundestagswahl das nächste Desaster. "Wir liegen in Köln zwar über dem Landes- und Bundestrend. Aber das Ergebnis ist natürlich nicht zufriedenstellend. Wir hätten uns mehr erhofft", beschreibt es Breite.

"Wir haben die richtigen Themen gesetzt, sind aber in den Abwärtsstrudel der Bundespartei gekommen", sagt er. Mobilität, Sicherheit und Sauberkeit in der Stadt, damit wollten die Liberalen punkten, was aber offenkundig kaum Wähler erreichte.

Breite gibt derweil Durchhalteparolen aus. "Wir haben ein langes Tal zu durchschreiten. Aber wir brennen für die liberale Sache und müssen jetzt in die Hände spucken, damit es wieder aufwärts geht."


Kölnische Rundschau
"Anspruch war höher"
FDP zieht mit 5,1 Prozent als Fraktion in den Rat - Zitterpartie für Ulrich Breite bis zur letzten Minute

Von Katharina Hamacher

Als die ersten Prognosen über den Bildschirm flimmern, herrscht angespannte Stimmung im Theodor-Heuss-Saal: Auch wenn ziemlich schnell nach Schließung der Wahllokale feststand, dass die FDP mit drei Mandaten wieder eine Fraktion im Rat stellen wird, ist die Enttäuschung doch groß. "Unser Anspruch war natürlich höher", sagt Fraktionschef Ralph Sterck.

Als um kurz vor 20 Uhr zum ersten Mal eine Fünf vor dem Komma steht, brandet verhaltener Jubel auf. "Das kann ruhig so bleiben", raunen sich einige Parteifreunde zu. Dass es tatsächlich so bleibt und die FDP am Ende des Wahlabends 5,1 Prozent erzielt, freut ganz besonders Ulrich Breite. Für den FDP-Fraktionsgeschäftsführer gerät der Abend im Spanischen Bau des Rathauses bis zur letzten Minute zur Zitterpartie. Als endgültig klar ist, dass Breite mit in den Rat einziehen wird, ist die Erleichterung groß.

"Wir sind mit zwei blauen Augen davongekommen", sagt Sterck erleichtert. Natürlich habe sich die FDP gewünscht, auf kommunaler Ebene noch bis zu zwei Prozent auf das Ergebnis der Europawahl draufzulegen. "Aber wir wussten, dass es nach der Bundestagswahl schwer werden würde, wieder an Boden zu gewinnen", fügt Kreisvorsitzender Hans H. Stein hinzu. "Wir sind stolz, in Köln wieder über dem Landes- und Bundesdurchschnitt zu liegen." Stein lobt die "hochengagierten" Liberalen. Die Partei stehe geschlossen hinter der Fraktion.

"Das Ergebnis dürfte vielen hier im Saal bekannt vorkommen", sagt Sterck in die Runde und erinnert an das niederschmetternde Ergebnis der Kommunalwahl von 1999. Damals zog die FDP mit nur vier Mandaten in den Rat. "Auch jetzt steht uns harte Arbeit bevor", prophezeit der Fraktionschef. "Aber wir werden alles dafür tun, dass es mit frischem Wind vorangeht und Köln eine dynamische, saubere und sichere Stadt wird."


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