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27.05.2013

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Das Leid findet direkt vor der Haustür statt

Hans H. Stein
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Der Verein „Aktiv für Meschenich" lud Politiker und Bürger zur Diskussion
Von Sandra Milden

Meschenich. „Wie viele Jahre es gedauert hat, die Umgehung nicht zu bauen, ist schon erschütternd," fasste Professor Dr. Henbert Hirte, CDU, die Meinungen aller anwesenden Politiker zusammen. Der Verein „Aktiv für Meschenich" hatte sie und die Burger zu einem großen Stammtisch in die Gaststatte Rheinisches Kartoffelhaus eingeladen.

„Fragen an die Politik vor der Bundestagswahl" lautete das Thema, dem sich neben Hirte, der als Direktkandidat für die CDU nominiert ist, auch Elfi Scho-Antwerpes (Direktkandidatm der SPD), Manfred Waddey (Vertreter von MdB Volker Beck, Bündnis 90/Die Grünen), Hans H. Stein (Kreisvorsitzender FDP und Bundestagskandidat) und Michael Weisenstein (Kreisverband Köln, Die Linke) stellten.

Im Vorfeld hatte Vereins-Geschaftsführer Ingo Brambach die Fragen der Meschemicher gesammelt und den Politikern zur Verfügung gestellt. Brambach: „Die Bundesebene interessiert die Meschenicher nicht sonderlich." Das Leid finde schließlich seit Jahrzehnten auf kommunaler Ebene, nämlich direkt vor der Haustüre statt, sprach er den LKW-Verkehr und die damit einhergehende Lärmbelästigung sowie die schlechte Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, fehlende Radwege und nicht gehaltene Versprechen an.

Thema Nummer eins sei indes die Ortsumgehung. Erstmals bereits in den 60ern beantragt, hatten die Meschenicher unisono den Glauben an die Stadt verloren. „Wenn ich durch Meschenich nach Brühl fahre, tun mir die Bürger leid", eröffnete Scho-Antwerpes den Reigen. Hier müsse überregional zusammengearbeitet werden. Die Forderung nach der von ihr angeregten Ortsbegehung wurde im Laufe der Diskussion immer größer, denn es gebe genug Probleme, die man dann in „einem Aufwasch" lösen könne, forderten die Meschenicher.

Hirte sah zumindest eine kurzfristige Entlastung durch ein Nachtfahrverbot für LKW. Auch die Einführung der Umweltzone konnte die Burger entlasten. Während Stein sich dieser Meinung anschloss, weil man auch kleinere Maßnahmen nicht kleinreden solle, wie er sagte, sah Waddey hierin keine Lösung. „Machen wir uns nichts vor. In fünf bis sieben Jahren, haben alle die Plakette, und dann ist auch der Verkehr wieder da." Zudem würde die Umweltzone nur die Schadstoffe und nicht die Lärmbelästigung senken.

Seiner Meinung nach ist eine Umgehung über Godorf ein Schritt in die richtige Richtung. Dann hätte man zumindest eine gute Anbindung an die 555. Ob eine bessere Anbindung an die L 150 statt an die B51 eine Alternative darstelle, wurde ebenfalls überlegt. Für ihn gebe es hier keine Alternativen. Das Planfeststellungsverfahren müsse durchgezogen werden.

Wer in Meschenich kein Auto hat und auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, hat es nach Meinung aller Beteiligten auch nicht leicht. Scho-Antwerpes: „Der ÖPNV sollte sozial bleiben und nicht nur etwas für die besseren Stadtteile tun." Hirte, der selbst auch mit dem OPNV angereist war, sprach aus eigener Erfahrung. „Von Bonn aus den Kölner Süden mit öffentlichen Verkehrsmitteln in einer Stunde und fünf Minuten zu erreichen, ist ein Unding", kritisierte er zudem das komplizierte Ticketziehen. Eine direkte Busverbindung gebe es zurzeit auch nicht.

Waddey sprach von einem 132er-Express, der nicht über Rondorf fahren sollte. Weisenstein fand die gesamte Gewichtung falsch: „Für den U-Bahn Ausbau hätte man Kilometer um Kilometer Schiene legen können." Stein freute sich, dass die Bahn zumindest in der Südstadt bald fahren wird: „Ein Ausbauversprechen wäre genauso unredlich wie das damalige Ortsumgehungsversprechen," sprach er den vierten Bauabschnitt der Nord-Süd-Stadtbahn an, den alle anzweifelten.

Weitere Probleme wie die fehlenden Ärzte, die fehlenden Studenten, Familien, Kneipen und Geschafte, die diskutiert wurden, wurden unter einem Punkt zusammengefasst. Wo keine Anbindung bestehe, entstehe automatisch eine Unterversorgung, lautete der Tenor. Hirte: „Spätestens hier beißt die Katze sich in den Schwanz, denn ein Arzt kann hier nicht erreicht werden." Erst nach Klärung könne das Thema „soziale Stadt" und die damit einhergehende Frage nach der Finanzierung einer Sozialraumkoordination wirklich angegangen werden.

(23.05.2013)

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