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23.09.2012

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Von Köln nach Berlin

Hans H. Stein
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Parteien nominieren ihre Kandidaten für den Bundestag
In den Parteien bringen sich ein Jahr vor der Bundestagswahl die Kandidaten in Stellung. Die Kölner CDU wird dabei auf den bisherigen Abgeordneten Dr. Michael Paul verzichten müssen, der 2009 den Wahlkreis Köln II (Lindenthal und Rodenkirchen sowie Altstadt- und Neustadt-Süd) erstmals seit 1998 für die CDU holen konnte. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Doch habe er 2009 nicht damit gerechnet, dass er mit 46 Jahren noch einmal Vater eines Wunschkindes werden würde.

Tochter Anna-Lena wird am heutigen Samstag zwei Jahre alt, und Paul will sie und Ehefrau Manuela nicht mehr nur am Wochenende sehen. Politische Gründe gebe es nicht, versichert der Umweltpolitiker, „auch wenn ich mir gewünschte hätte, das bis vor wenigen Monaten von der CDU geführte Umweltministerium hätte zuweilen positiver auf meine Vorschläge reagiert.“ Ob er ab 2012 an seinen früheren Arbeitsplatz im Umweltministerium in Bonn zurückkehrt, wisse er noch nicht, eine Rückkehr in den Rat schließt er aus.

Als Pauls mögliche Nachfolger werden in Kreisen der CDU die frühere Landtagsabgeordnete und heutige Landesschatzmeisterin Andrea Verpoorten sowie Dr. Martin Schoser genannt, der aus Düsseldorf ebenfalls Parlamentserfahrung mitbringt. Auch Peter Kurth, den die CDU 2009 als Bewerber um das Amt des OB ins Rennen schickte, wird als möglicher Kandidat genannt. „Wir sind noch mitten im Findungsprozess“, betont CDU-Parteichef Bernd Petelkau.

Die amtierende Abgeordnete Ursula Heinen-Esser ließ die Frage nach einer erneuten Kandidatur im Wahlkreis II (Porz, Kalk und Innenstadt) gestern noch unbeantwortet. Die parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium hatte den Stimmbezirk 2009 zwar nicht gewonnen, war aber über die Landesliste in den Bundestag eingezogen. Sie kandidierte in diesem Frühjahr auch für den Landtag, hätte auch über die Liste ins Landesparlament einziehen können, entschied sich aber dann doch, in Berlin zu bleiben. Ihre Entscheidung begründete sie mit der „ausdrücklichen Bitte“ des damals neuen Umweltministers Peter Altmaier.

Bei der SPD ist die Sache klarer. Professor Karl Lauterbach und Dr. Rolf Mützenich bewerben sich wieder um ihre Wahlkreise, Gegenkandidaten gibt es hier nicht. Martin Dörmann bekommt Konkurrenz: In seinem Wahlkreis bewirbt sich auch Henning Frey. Ihm werden aber keine Chancen eingeräumt. Im Kölner Süden tritt Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes an, außerdem bewirbt sich hier Valentina Kerst, Mitglied im Kölner Parteivorstand.

Die Grünen rechnen sich keine Chance aus, einen Wahlkreis direkt zu holen. Es geht darum, gut über die Liste abgesichert zu sein. Nachdem die langjährige Bundestagsabgeordnete Kerstin Müller zurückgezogen hat, bewirbt sich Katharina Dröge um einen der vorderen Plätze. Neben ihr wollen Volker Beck und Dr. Matthias Welpmann antreten, ebenso wie die Quereinsteigerin Ruth Brune.

Die FDP nominiert am kommenden Samstag ihre Kandidaten. Um den Wahlkreis III bewirbt sich Ratsmitglied Volker Görzel. In Köln I wirft Architektin Stefanie Ruffen den Hut in den Ring. Für den Wahlkreis Köln IV und Leverkusen ist der Leverkusener Kreisvorsitzende Guido Fischer im Gespräch. In Köln II hat der Kölner Kreisverbandsvorsitzende Hans H. Stein Interesse angemeldet. Ihm werden auch Chancen einen guten Listenplatz eingeräumt. (cid/hap)

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