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25.04.2012

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Crashkurs in Kulturpolitik

Dr. Ulrich Wackerhagen
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Betriebsausschuss Bühnen debattierte über die Lage
Von Axel Hill

Von seinen Mitarbeitern, die vor dem Historischen Rathaus singend protestierten, wurde Opern-Intendant Uwe Eric Laufenberg mit dem "Toréador" aus "Carmen" in den Kulturausschuss geschickt. Denn auch dort stand die Vorstellung des neuen Spielplans an. Und Laufenberg machte, wie schon auf der Pressekonferenz in der Oper, zuvor klar, dass aufgrund der ungeklärten Situation das neue Programm noch nicht in den Vorverkauf gehen kann: "Das ist eine gar nicht denkbare Situation!" Applaus bekam er nur von CDU und FDP, während SPD und Grüne seinen Ausführungen mit fast versteinerten Mienen folgten.

"Das ist ein schwarzer Tag für Köln und für die Kultur. Ich schäme mich als Politiker, was hier heute geschieht!", so Ulrich Wackerhagen von der FDP. Für seinen Vorschlag, sich "hinter verschlossenen Türen zu treffen, um einen Weg zu finden, Uwe Eric Laufenberg zu halten", kassierte er Jubel und Johlen von den zahlreichen Zuschauern.

"Wenn so weitergemacht wird, wird die nächste Kulturinstitution geschleift", machte Ralph Elster von der CDU klar. Und er mutmaßte: "Auch bei Karin Beier war sicher der eine oder andere froh, dass sie nach Hamburg gegangen ist, weil sie unbequem war." Seine Fraktion attestiert der Ratsmehrheit "eine kultur- und finanzpolitische Geisterfahrt".

Die Grüne Brigitta von Bülow drehte den Spieß um: "Viele in der Stadt würden sich wünschen, wenn sie mehr zur Verfügung hätten als geplant war. Wie vermitteln wir das zum Beispiel in die Freie Szene. Die würden doch mit zwei Millionen Euro mehr Luftsprünge machen." Eva Bürgermeister von der SPD: "Die Finanzkrise ist ja nicht vom Himmel gefallen. Wir mussten an bestimmten Stellen hart eingreifen und auf manche Dinge verzichten."

Laufenbergs Frage, was er denn jetzt tun solle, blieb unbeantwortet: "Wir werden heute keinen Beschluss fassen", so Ausschussvorsitzende Bürgermeister. Wohl auch, weil die letzte Fassung der Dringlichkeitsentscheidung den Mitgliedern nicht vorlag. Nach 80 Minuten Diskussion verließ Laufenberg mit einem knappen "Tschüss" den Saal.

Unfreiwillige Beobachterin des Gefechts war Sigrid Gareis, die Geschäftsführerin der Akademie der Künste der Welt wird: "Ich habe hier gerade einen Crashkurs in Sachen Kulturpolitik bekommen!"

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