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29.03.2012

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Alle starren aufs Nadelöhr

Ulrich Wackerhagen
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Bühnen Köln: Reaktionen auf den Vorschlag, den Spielbetrieb mit einem Kredit zu finanzieren

Von Frank Olbert und Markus Schwering

Mit der weiterhin ungeklärten Finanzierung der Kölner Bühnen sowie seinem Vorschlag, Schauspiel und Oper sollten zur Sicherung des Spielbetriebs 2012/13 Kredite aufnehmen, hat Kulturdezernent Georg Quander teilweise Befremden ausgelöst. Sie habe sich "überrumpelt" gefühlt, so die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitta von Bülow. Sie sei davon ausgegangen, dass der Wirtschaftsplan 2011/12 beraten werden sollte; für sie überraschend seien dann bereits der nächste Plan sowie die Kreditfinanzierung in der Diskussion gewesen. Zwar sei es richtig, dass den Bühnen Planungssicherheit gegeben werden müsse. Allerdings bezweifelt von Bülow, dass eine Kreditlösung überhaupt praktikabel ist - "ich kann da nicht zustimmen".

Grundsätzlich bejaht Christoph Hellmann von der Kreissparkasse Köln, dass den Bühnen Kredite bewilligt werden würden. Es handle sich bei Oper und Schauspiel um Eigenbetriebe, also um wirtschaftliche Unternehmen der Kommune - diese wiederum sei ein solventer Partner.

Aus kulturpolitischer Sicht hält es Eva Bürgermeister von der SPD für begrüßenswert, die Bühnen handlungsfähig zu machen. Sie würde dafür auch die Kreditlösung in Kauf nehmen, so die kulturpolitische Sprecherin. Es bestehe noch immer das Problem, dass das aktuelle Budget der Bühnen nicht geklärt sei. Dieses Problem müsse im Zusammenhang mit dem Gesamthaushalt gelöst werden.

Gregor Timmer, Sprecher der Stadt Köln, betont, es gehe darum, die Bühnen vor dem Zusammenbruch zu bewahren und schloss sich den Worten von Generalmusikdirektor Markus Stenz an, man müsse durch das Nadelöhr der derzeitigen Finanzierungsklemme hindurch. Die Kreditlösung sei mit der Bezirksregierung "abgeprüft".

Opernintendant Uwe Eric Laufenberg bezeichnete am Mittwoch die Kreditlösung als unbefriedigend, allerdings habe es kurzfristig keine Alternative gegeben: "Es blieb nichts anderes mehr übrig." Andernfalls hätte man den Spielplan für 2012/13 absagen müssen.

Als "inhaltlich falsch" bezeichnet Laufenberg die auch in dieser Zeitung gemachte Aussage, derzufolge die Kölner Oper eine Erhöhung des Betriebskostenzuschusses um fünf Millionen auf 34,4 Millionen Euro fordert. Diese Erhöhung betreffe nicht allein die Oper, sondern die städtischen Bühnen als Gesamtbetrieb - die Oper, das Schauspiel und den spartenübergreifend arbeitenden Bühnenservice.

In diesem Betrag seien der Ausgleich für Tariferhöhungen, die Rückgängigmachung der Zuschusssenkung zugunsten der freien Szene 2011 und der Mehrbedarf des Servicebereichs enthalten. All diese Posten beträfen beide Sparten, Oper und Schauspiel.

Dieser Interpretation stehen allerdings Äußerungen von Schauspielchefin Karin Beier und des Geschäftsführenden Direktors Patrick Wasserbauer gegenüber. "Herr Laufenberg unterschreibt keine Beschlussvorlage, die der Oper weniger als die gewünschten 34,4 Millionen Euro zusagt", heißt es in einem Brief an Oberbürgermeister Jürgen Roters, mit dem Beier auf die jüngste Kreditlösung reagiert. Wasserbauer wiederum schreibt in einem Brief an Laufenberg vom 15. März, "dass die Oper für die Planung der kommenden Spielzeit nach eigener Aussage einen Betriebskostenzuschussanteil von 34,4 Millionen Euro benötigt und weitere Einsparungen abgelehnt werden".

Ulrich Wackerhagen, kulturpolitischer Sprecher der FDP, sieht die Intendanten nicht in der Verantwortung für die derzeitige Situation. Von diesen könne man nicht verlangen, dass sie ihren Etat von sich aus kürzen. Wackerhagen kritisiert die rot-grüne Ratsmehrheit für ihre Zögerlichkeit bei den Etatverhandlungen sowie namentlich Patrick Wasserbauer, der "hilflos" agiere und "überfordert" wirke. Man habe die Bühnen in eine Lage manövriert, die den weiteren Spielbetrieb gefährde. Eine Kreditaufnahme sei eine zwar unseriöse, aber notwendige Maßnahme.

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