Politiker diskutierten im Domforum über Änderungen bei den Ladenöffnungszeiten
Was bleibt vom Sonntag? Ursprünglich Tag der Familie und der Erholung, steht er heute oftmals für Ausschlafen oder Shoppen, wenn "verkaufsoffener Sonntag" ist. Kirchen und Sozialverbände hadern mit diesem Bedeutungsverlust, die meisten politischen Parteien in NRW sind bei der Änderung des Ladenschlussgesetzes gegen eine Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage.
Das war auch der eindeutige Tenor beim Diskussionsabend der "Allianz für den freien Sonntag", zu dem die Gewerkschaft Verdi, die Katholische Arbeitnehmerbewegung, die Katholische Betriebsseelsorge, der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen und der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt jetzt Politiker ins Domforum eingeladen hatten.
Schnell formierte sich eine Allianz für den Schutz des Sonntags. Die Positionen bewegten sich zwischen radikaler Ablehnung der Sonntagsöffnungen (Carolin Butterwegge, Linke), gemäßigter Kürzung der Sonntagsangebote (Jochen Ott, SPD) und Zufriedenheit mit der aktuellen Lösung (Ralph Sterck, FDP)
Sterck war es auch, an dessen Vorschlägen sich die Gemüter erhitzten: Kleinere Geschäfte wie Waschanlagen oder Bäckereien sollten ruhig an Sonntagen offen stehen. Ebenso sei es sinnvoll, zu Stadtteilfesten die Geschäfte zu öffnen. Grundsätzlich sei die aktuelle Lösung aber richtig, die festlege, dass an drei Tagen im Jahr in Köln die Geschäfte geöffnet sein dürften. Dabei seien 15 Stunden Verkauf im Jahr erlaubt.
Das Publikum und die Diskussionsteilnehmer bewegte vor allem die Situation der Angestellten, die Sterck außer Acht lasse. Andrea Asch (Grüne): "Der Sonntag sollte komplett der Familie gehören." Ott meinte: "Wir sollten den christlichen Ansatz hinter dem Sonntag nicht vergessen."
Viel Applaus erntete gegen Ende Besucher Günter Bloitzheim: "Sorgen Sie dafür, dass ein Mindestlohn und feste Ladenschlusszeiten eingeführt werden. Andernfalls werden wir irgendwann keinen Sonntag mehr kennen." (jsp)
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