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03.03.2012

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

Meldung

„Um 19 Uhr war die City früher tot“

Das Forum fand im Theodor-Heuss-Saal des Spanischen Baus statt
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Das Forum fand im Theodor-Heuss-Saal des Spanischen Baus statt
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Das Forum fand im Theodor-Heuss-Saal des Spanischen Baus statt
Liberales Wirtschaftsforum diskutierte Vorteile liberaler Öffnungszeiten für Köln

In welcher Weise beeinflusst die von der rot-grünen Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen geplante Einschränkung der liberalen Öffnungszeiten eine Großstadt wie Köln? Welches sind die Vorteile von liberalen Öffnungszeiten? Um diese und andere Fragen zu beantworten, lud die FDP-Fraktion am 1. März 2012 zu einer Podiumsdiskussion in den Theodor-Heuss-Saal im Spanischen Bau des Kölner Rathauses ein. Unter der Moderation von Ina Ensenroth, Kommunikationstrainerin der Agentur schmidt & schorn, wurde zwei Stunden vor und mit 50 anwesenden Gästen engagiert diskutiert.

Martin Brüning machte den Auftakt. Der Leiter der Unternehmenskommunikation der Rewe-Group sah die Entwicklung, die seit der Einführung der liberalen Öffnungszeiten im Jahre 2006 von statten ging, positiv. 16 Prozent, die Rewe an Umsatz mache, würde nach 20 Uhr getätigt. Die Rewe-Group habe sich gut auf die Möglichkeit, ihre Läden länger offen zu lassen, eingestellt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund der späten Arbeitszeit den ÖPNV nicht nutzen können oder kein Auto besitzen, würden nach dem nun späteren Geschäftsschluss gegebenenfalls mit Taxen nach Hause gefahren.

Ähnlich positiv sah auch der Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Aachen, Düren und Köln, Jörg Hamel, die Einführung der liberalen Öffnungszeiten vor sechs Jahren. Er sieht eine Gefahr in einer Einschränkung besonders für die Stadt Köln. So habe der Einzelhandel allein in Köln in den Jahren 2006 bis 2010 13.000 neue Beschäftigte eingestellt. Dabei würde in Köln das Potenzial der liberalen Öffnungszeiten nicht einmal zur Gänze ausgeschöpft. Von den vier möglichen verkaufsoffenen Sonntagen würde die Stadt den Einzelhändlern in Köln nur drei erlauben.

Reinhard Houben, wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Ratsfraktion, betonte die Vorteile, die Köln als attraktive Großstadt auch für Touristen erhalten habe. So sei die City vor der Liberalisierung der Öffnungszeiten abends im wahrsten Sinne tot gewesen. Besonders am Herzen liegt ihm auch der verkaufsoffene Sonntag. Dieser sei für die einzelnen Veedel notwendig, um weiterhin in den Randlagen der Stadt attraktiv zu bleiben. Die Position der Kirchen, den verkaufsoffenen Sonntag abzulehnen, nannte Houben scheinheilig. So hätte seit jeher das Recht bestanden, an Wallfahrtsorten auch sonntags die Läden zu öffnen.

Mit einer anderen Sichtweise stach der DGB-Chef von Köln-Bonn, Andreas Kossiski, hervor. Die Forderung des DGB sei es, den Läden in der Woche von 6 bis 20 Uhr und samstags von 6 bis 18 Uhr Öffnungen zu erlauben. Für Menschen sei es grundsätzlich schädlich, nachts zu arbeiten. Am Sonntag sollten die Läden ganz geschlossen bleiben. Der DGB sei hier in einer Allianz mit den Kirchen. Er berief sich dabei auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das anlasslose verkaufsoffene Sonntage verbiete. Dieses Urteil war in Bezug auf Ladenöffnungen an den Adventssonntagen in Berlin erwirkt worden.

Wichtig war dem fünften Teilnehmer der Runde, Michael Musto, auch der verkaufsoffene Sonntag in den Stadtvierteln. Der Vorstandssprecher der IG Köln VorOrt stellte klar dar, dass ein Ladenbesitzer ein Recht darauf habe, selbst zu entscheiden, wann er seinen Laden öffnen und Ware verkaufen wolle. Die Inhaber und die Mitarbeiter hätten von den liberalen Öffnungszeiten profitiert und sich so gut gegenüber der Innenstadt behaupten können. Die Möglichkeit der sonntäglichen Ladenöffnung sei für die Stadtteilfeste von existentieller Bedeutung und damit eine Bereicherung für das städtische Leben.

Auch wenn auf dem Podium und bei den Besucherinnen und Besuchern die Forderung nach Erhalt der derzeitigen Regelungen bei weitem überwog, ist wohl noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, fasste Gastgeber und FDP-Fraktionschef Ralph Sterck die Diskussion zusammen. Im Anschluss hatten die Gäste Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen bei einem Glas Wasser oder Kölsch. Das Liberale Wirtschaftsforum bietet eine gute Plattform für den regelmäßigen Austausch von Unternehmern, Verbänden und wirtschaftlich interessierten Bürgerinnen und Bürger und wird daher fortgesetzt.

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