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12.04.2011

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„Energie-Tiger als Bettvorleger"

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Kooperation: FDP-Kommunalpolitiker warten auf Auskunft über die Partnerschaft von MVV und RheinEnergie

Mannheim. Das Warten hat bald ein Ende. Etwa drei Monate kann sich ein Stadtverwaltung Zeit lassen für die Beantwortung von Fragen aus Fraktionen des Gemeinderats. Vor drei Monaten wollten die FDP-Gemeinderatsfraktionen aus Mannheim und Köln von den jeweiligen Stadtverwaltungen wissen, wie denn der Stand der strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Versorgern RheinEnergie und MVVn Energie sei. Mehrheitlich gehören die Firmen den jeweiligen Städten.

„Mit großen Erwartungen sind die beiden kommunalen Energieunternehmen im Jahr 2007 eine strategische Partnerschaft eingegangen, doch seitdem haben wir von den versprochenen gemeinsamen Aktivitäten nichts gehört oder gesehen“, kritisierten die Kommunalpolitiker der FDP in einer gemeinsamen Mitteilung.

Antworten nicht öffentlich

In Köln waren die Vorzüge der Kooperation entweder streng geheim oder relevant für den Aktienkurs der MVV. Es gab zwar schon eine Antwort, allerdings in nicht-öffentlicher Sitzung des Gemeinderats. „Wir sind sehr gespannt auf die Antworten von hier“, hieß es gestern aus der Mannheimer FDP. In Kürze dürften also auch die Mannheimer Freidemokraten eine Antwort bekommen.

„Hier scheint ein groß angekündigter Energie-Tiger als Bettvorleger gelandet zu sein“, kritisierte der Kölner FDP-Fraktionsvorsitzende Ralph Sterck vergangenes Jahr. „Wir fordern die Verwaltung zur Rechenschaft auf, was aus dieser Vision geworden ist“, mahnte Birgit Reinemund, die wirtschaftspolitische Sprecherin der Mannheimer FDP-Fraktion.

Bei früherer Gelegenheit zählte ein MVV-Sprecher eine ganze Reihe von Gemeinsamkeiten zwischen der MVV und RheinEnergie auf. Es werde im Energiehandel und beim Vertrieb von Ökostrom sowie Naturgas eng zusammengearbeitet. Als Beispiel nannte er die gemeinsame Gesellschaft Secura Energie. Darüber hinaus gebe es einen gemeinsamen Reserveenergievertrag.

Dass gemeinsame Kraftwerksprojekte auf Eis liegen, habe weniger mit der Zusammenarbeit als mit den energiepolitischen Rahmenbedingungen zu tun. Einst war geplant, dass sich die MVV an einem Gas- und Dampfkraftwerk in Köln beteiligen könnte. Doch durch die längere Laufzeit der Atomkraftwerke sei die ausreichende Wirtschaftlichkeit einer solchen Investition wieder fraglich geworden. Außerdem, so wird in der Branche gemunkelt, sei es schwierig, langfristige Gas-Lieferverträge zu vernünftigen Preisen zu bekommen.

Einstieg im Jahr 2007

Für rund 300 Millionen Euro hatte die RheinEnergie im Jahr 2007 rund 16 Prozent der Anteile an der MVV übernommen, heißt es in der FDP-Mitteilung. Der Verkauf der Anteile sei an einen Konsortialvertrag gebunden gewesen, der die strategische Zusammenarbeit in den Bereichen Stromerzeugung (auch regenerative Energien), Beschaffung, Energiehandel sowie Abrechnung und Dienstleistungen vorgesehen habe.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte RheinEnergie einen zweistelligen Millionenbetrag auf den Kaufpreis für die MVV-Anteile abgeschrieben. Konzernchef Dieter Steinkamp hatte nach Angaben des stets gut informierten „Energie Informationsdienstes“ damals eingeräumt, dass die früheren Pläne zur engeren Zusammenarbeit der Konzerne nicht zur realisieren gewesen seien. Daher sei die Wertberichtigung auf die MVV-Beteiligung fällig geworden. Derzeit ist die Rhein-Energie-Beteiligung an der MVV, berechnet nach dem aktuellen Börsenkurs, noch rund 290 Millionen Euro wert. (19.02.2011)

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