Köln kann mehr
alle Meldungen »

07.02.2011

FDP-Bundestagsfraktion

Meldung

"Neue Ära bricht an"

Am 4./5. Februar nahm Werner Hoyer an der jährlichen Münchner Sicherheitskonferenz teil
Bild vergrößern
Am 4./5. Februar nahm Werner Hoyer an der jährlichen Münchner Sicherheitskonferenz teil
Am 4./5. Februar nahm Werner Hoyer an der jährlichen Münchner Sicherheitskonferenz teil
Bild verkleinern
Am 4./5. Februar nahm Werner Hoyer an der jährlichen Münchner Sicherheitskonferenz teil
Hoyer zu Entwicklungen in arabischer Welt

Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz nahm Werner Hoyer in verschiedenen Interviews Stellung zu den Ereignissen in der arabischen Welt. Bereits am Mittwoch erklärte er in einem Interview mit dem Journalisten Egge Weers für verschiedene regionale Tageszeitungen, dass die Europäische Union den von den Ägyptern ausgelösten Prozess zwar aktiv unterstütze, nicht jedoch Einfluss auf dessen Ausgang nehmen solle:

Egge Weers: Ausgehend von Tunesien, vollzieht sich in Teilen der arabischen Welt eine Atem beraubende Entwicklung, die inzwischen auch Ägypten voll erfasst hat. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Werner Hoyer: Die Entwicklungen der letzten Wochen schienen noch vor kurzer Zeit undenkbar. Was wir bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Länder feststellen können, ist, dass sich der Zorn der Menschen gegen jene Regime richtet, die sich über Jahrzehnte geweigert haben, Verantwortung für wirklich alle Teile der Gesellschaft zu übernehmen. Das traditionelle Modell der arabischen Republiken als Sicherheitsstaat mit 'Erbpräsidentschaften' scheitert, eine neue Ära bricht an. Ich sehe die Aufbruchstimmung, die in weiten Teilen der arabischen Welt zu spüren ist, weniger als Stabilitätsrisiko, sondern vor allen Dingen als ganz große Chance für eine politische und gesellschaftliche Modernisierung. Wir sollten diejenigen unterstützen, die jetzt für Freiheit, Toleranz und Rechtsstaat streiten, vor allem wenn es darum geht, eine stabile, freiheitliche Verfassungsordnung zu schaffen.

Der frühere Außenminister Genscher hat immer gesagt: "Die historische Idee der Freiheit wird sich überall durchsetzen." Sind wir jetzt Zeugen eines historischen Wandels vor allem in Tunesien, aber auch in Ägypten?

Ja, Genscher hat mal wieder Recht. Der Freiheitsdrang, der sich momentan in der arabischen Welt Bahn bricht, ist unterschätzt worden. Umso mehr verdient diese Bewegung jetzt unsere Unterstützung. Denn neben der von uns allen erhofften Entwicklung hin zu mehr Rechtsstaat und Freiheit besteht natürlich auch die Gefahr, dass die teilweise chaotischen Zustände den Ruf nach einer Neuauflage des autoritären Systems laut werden lassen - im schlimmsten Fall sogar mit radikal-islamistischen Tendenzen. Dann wäre eine große Chance vertan.

Ist das jetzt die Stunde des Mittelmeer-Dialogs der NATO, EU und OSZE mit den arabischen bzw. nordafrikanischen Staaten?

NATO, EU und OSZE repräsentieren als Organisationen unser aufgeklärtes, rechtsstaatliches und demokratisches Verständnis, das dazu in der Lage ist, Freiheit, Sicherheit und Wohlstand als echten Mehrwert und eben nicht auf Kosten anderer zu generieren. Wir sehen jetzt, dass dieses Modell auch für Menschen in anderen Regionen, und mit anderen Traditionen, eine große Attraktivität aufweist. Darin liegt eine große Chance, unser Verhältnis zur arabischen Welt qualitativ auf eine neue Stufe zu heben. Insbesondere die EU muss die südlichen Partnerländer, die wie Ägypten nach mehr Demokratie streben, aktiv unterstützen. Dies reicht von der Stärkung der Zivilgesellschaft über Wahlunterstützung bis hin zur Reformberatung im Sicherheits- und Justizbereich.

Werden die Umwälzungen, wenn sie vom Erfolg gekrönt sein sollten, Folgen für die Palästina-Frage und darüber hinaus haben?

Von der aktuellen Entwicklung können durchaus positive Impulse für die Lösung der 'Palästina-Frage' ausgehen. Denn mit Ägypten verändert sich eine einflussreiche und bislang als Konstante wahrgenommene Größe in der 'Palästina-Frage'. Damit könnte die Einsicht in die Notwendigkeit eines sich selbst tragenden Friedensprozesses, statt der Garantie vermeintlicher Stabilität von außen, wachsen. Gefährlich wäre ein solcher Prozess dann, wenn er nicht in einen friedlichen, freiheitlichen Verfassungsstaat mündete. Das dieses Risiko Israel Sorgen bereitet, ist sehr gut nachvollziehbar. (05.02.2011)

AUDIO: Werner Hoyer im Interview mit dem Deutschlandfunk (05.02.2011)

AUDIO: Werner Hoyer im Interview mit SWR2 (03.02.2011)

''Alle sind überrascht worden'' - Werner Hoyer im Interview mit der Tagesschau (03.02.2011)

vorherige Meldung nächste Meldung

Liberale Webnews

Aktuelle Highlights

So., 19.11.2017 Deutsch folgt Gebauer als Kreisvorsitzender nach FDP-Köln mit neuer Führungsspitze Yvonne Gebauer und Lorenz Deutsch
Beim außerordentlichen Kreisparteitag der FDP-Köln am Samstag im Lindner City Plaza Hotel wählten gut 100 anwesende Mitglieder den ... mehr
So., 19.11.2017 FDP unterstützt Partnerschaft für hervorragende medizinische Versorgung Kooperation der städtischen Kliniken mit der Uni-Klinik Köln Bettina Houben
Die FDP begrüßt die Überlegungen der Oberbürgermeisterin Henriette Reker, eine strategische Partnerschaft der Kliniken der Stadt Köln mit ... mehr
Mo., 06.11.2017 FDP fordert Konzept „Luisa“ für Köln Houben und Wittmütz: Hilfe für bedrängte oder belästigte Frauen Dr. Annette Wittmütz
Ähnlich wie in anderen Städten bereits etabliert, brauche auch Köln ein Angebot für Frauen und Mädchen, die sich in Clubs, Kneipen oder ... mehr

Termin-Highlights


Di., 21.11.2017, 19:00 Uhr
Gänseessen im Landhaus Kuckuck
Christoph Dammermann
Mit Wirtschaftsstaatssekretär Christoph Dammermann Der Stadtbezirksverband Lindenthal lädt Sie auch in diesem Jahr wieder ganz ...mehr

Do., 23.11.2017, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
Podiumsdiskussion: Kulturpolitische Positionen nach der NRW-Wahl
Lorenz Deutsch, MdL
Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Landtagswahl ist lange vorbei, das Kulturministerium neu konstituiert und seit kurzem auch räumlich neu ...mehr

Mi., 29.11.2017, 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr
Workshop "Argumentieren gegen Rechts"
Wie gehen wir mit AfD und Pegida um? Ein Workshop wider die Neue Rechte Der Autor und Publizist Christoph Giesa warnt in seinem Buch ...mehr

Politik-Highlights

Ralph Sterck, MdR
Rede von Ralph Sterck, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln, anlässlich der Verabschiedung des städtischen Haushaltes ...mehr

So., 24.09.2017
Bundestagswahl 2017
Am 24. September 2017 war Bundestagswahl Nach der überaus erfolgreichen Landtagswahl in NRW, bei der die Kölner FDP mit 13,8% ...mehr

So., 14.05.2017
Landtagswahl 2017
Am 14. Mai 2017 war Landtagswahl in NRW Mit 13,8% Zweitstimmen holte die Kölner FDP bei der Landtagswahl ein Ergebnis, das ...mehr

alle Videos »

Videothek

Bundestagswahl 2017 - Reinhard Houben, Direktkandidat der FDP in Köln I