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20.12.2010

Stadt Köln

Meldung

Gegen antiisraelische und antisemitische Darstellungen an sogenannter 'Kölner Klagemauer'

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OB, Bürgermeister, Parteien, Kirchen und Institutionen fordern umgehende Entfernung

Mit einer gemeinsamen Resolution haben sich Oberbürgermeister Jürgen Roters, die Kölner Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Ratsfraktionen und Einzelmandatsträger sowie Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche in Köln, der Synagogengemeinde, der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie der Städtepartnerschaftsvereine Köln-Tel Aviv und Köln-Bethlehem gegen die öffentliche Verbreitung menschen- und völkerverachtender antiisraelischer und antisemitischer Darstellungen an der so genannten „Kölner Klagemauer“ gewandt.

Unter dem Namen „Kölner Klagemauer“ startete Ende der 1980er Jahre eine Privatinitiative gegen Wohnungsnot und Obdachlosigkeit. Während des Zweiten Golfkriegs zog sie 1991 als „Klagemauer für Frieden“ vor den Kölner Dom. Was als Forum freier Kommunikation und Mahnung zum Frieden begann, entwickelte sich ab 2004 zu einem Ort, der in geschichtsblinder Einseitigkeit antiisraelische Ressentiments nährt.

„Skandalöser Höhepunkt dieser Entwicklung war die Anbringung einer Karikatur im Januar 2010. Sie zeigte die Umrisse einer jüdisch gekennzeichneten Person, die ein palästinensisches Kind mit Messer und Gabel verspeist. Erst nach lautstarker öffentlicher Kritik zog der Betreiber der Dauerdemonstration diese in unseren Augen volksverhetzende antiisraelische und antisemitische Karikatur zurück“, heißt es in der Erklärung.

„Mit der in extremer Einseitigkeit gegen Israel gerichteten Dauerdemonstration sind nach unserer Auffassung die Grenzen der Meinungsfreiheit in einer Stadt, die für Toleranz und Frieden steht, schon lange überschritten. Die Dauerdemonstration vermittelt keine Botschaften des Friedens, sondern des Hasses gegen ein Volk, das wie kein anderes Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns wurde und dessen Existenzrecht als Staat nach wie vor von vielen Kräften in der Region nicht anerkannt wird. Sie verunglimpft die Klagemauer in Jerusalem, das religiöse Zentrum des jüdischen Volkes“, so die Unterzeichner der Resolution.

Die Kölner Bürgerinnen und Bürger, Kölns Institutionen und der Kölner Rat wollen die Vorgehensweise von Walter Hermann, dem Betreiber der so genannten „Kölner Klagemauer“ nicht länger hinnehmen. Die Unterzeichner fordern Walter Hermann daher auf, alle menschen- und völkerverachtenden Installationen umgehend zu entfernen – genauso, wie er es mit der oben erwähnten Karikatur Anfang 2010 getan hat – und künftig auf solche zu verzichten.

Unterzeichnet wurde die Erklärung von Oberbürgermeister Jürgen Roters, Kölns Erster Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeister Hans-Werner Bartsch, Bürgermeisterin Angela Spizig, Bürgermeister Manfred Wolf, der SPD-Ratsfraktion, der CDU-Ratsfraktion, der Ratsfraktion Bündnis90/Die Grünen, der FDP-Ratsfraktion, den Einzelmandatsträgern von Freie Wähler Köln und Deine Freunde im Rat der Stadt Köln, dem Katholischen Stadtdekanat, dem Evangelischen Kirchenverband Köln und Region, der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, der Synagogengemeinde Köln, dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln - Tel Aviv sowie dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln - Bethlehem.

Oberbürgermeister Jürgen Roters wird den Inhalt der Resolution während seiner momentan laufenden Nahost-Reise in Kölns Partnerstadt Tel Aviv an seinen Amtskollegen und die dortigen Ansprechpartner übermitteln.

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