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21.09.2002

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Ich kleb dir eine

Bundestagskandidat Marco Mendorf vor seinem Plakat
Bundestagskandidat Marco Mendorf vor seinem Plakat
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Bundestagskandidat Marco Mendorf vor seinem Plakat
Zoff um Wahlplakate: Strafanzeigen von Parteien

Von Chris Merting

Zum Wahlkampf gehören Wahlplakate. Rund 10.000 Politikerköpfe auf Holztafeln stellten die Helfer der Parteien in Köln auf. Und dabei ging es in diesem Jahr zwischen den politischen Rivalen kräftig zur Sache: Überklebte, bekritzelte oder zerstörte Plakate überall (mehrere Tausend € Schaden), es gab sogar Übergriffe und Anfeindungen.

Jetzt hat der schmutzige Wahlkampf ein Nachspiel. „Mit mehreren Strafanzeigen werden wir uns nach der Wahl zur Wehr setzen“, kündigt FDP-Bundestagskandidat Marco Mendorf an. Er spricht von „vier organisierten Störaktionen“. Mendorf: „So schlimm war es noch nie.“ Flächendeckend seien die liberalen Gesichter zerstört oder überklebt worden. Nun können zwei linke Gruppierungen mit Anzeigen wegen Sachbeschädigung rechnen.

Illegales Überkleben werfen die Grünen allerdings auch den Liberalen vor. Und dafür stellte der Grüne Kreisverband der Kölner FDP bereits eine Rechnung zu. Die Ökos fordern 72 Euro für sechs überkleisterte Plakate in Porz. „Keine Ahnung, was da passiert ist“, sagt Björn Dietzl von der Porzer FDP. „Wenn sich fanatische FDP-Anhänger mit Plakaten versorgen und nachts losziehen, können wir nichts dafür.“ Die Grünen sehen das anders. Der Zoff geht weiter.

Für die Helfer der Jungen Union kam es noch dicker. Geschäftsführer Stephan Krüger: „So brutal war das noch nie.“ Helfer wurden beim Austausch von zerstörten Plakaten sogar angepöbelt, mit Bier bekippt und bedroht, berichtet er. Motto: Ich kleb dir eine, wenn du Plakate klebst. Der Vandalismus sei da noch das Harmloseste. Der CDU reicht es. Sie hat Strafanzeige gegen Unbekannt erstellt.

Der Krampf mit dem Kleister. OB Schramma hat angeordnet, dass die Plakate eine Woche nach der Wahl verschwunden seien müssen.

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