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16.01.2010

Kölner Stadt-Anzeiger

Pressespiegel

Die Dienstwagen-Diskussion

Manfred Wolf, MdR
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Rathaus: Bürgermeister äußern Bedenken gegen den Mittelklasse-Toyota

Von Andreas Damm

Unter den ehrenamtlichen Bürgermeistern besteht Diskussionsbedarf: Eignet sich das umweltfreundliche Mittelklasse-Modell Toyota Prius tatsächlich als Dienstwagen, oder sollte ein städtischer Repräsentant mit vier Zylindern und 136 PS unter Wert unterwegs sein? Noch haben sich die vier Stellvertreter des Oberbürgermeisters Jürgen Roters nicht geeinigt. Und so steht derzeit nur eins fest: Der Lexus wird ausgemustert.

Die Idee stammt von Bürgermeisterin Angela Spizig (Grüne): Die Fahrbereitschaft sollte anstatt der beiden Lexus-Karossen drei der wesentlich günstigeren Prius-Modelle anschaffen. Der Hybrid-Wagen ist dank seines niedrigen CO2-Ausstoßes (ab 89 g/km) und seines Benzinverbrauchs (3,9 Liter/100 km) mehrfach mit Öko-Preisen ausgezeichnet worden. "Wenn wir dieses Auto nehmen würden", findet Spizig, "wäre das ein gutes Signal in die Stadt hinein: für Sparsamkeit und Umweltbewusstsein."

Doch es gibt Bedenken gegen die Kompaktklasse. "Wir brauchen keine 350 PS", sagt Bürgermeister Hans-Werner Bartsch zwar. Gleichwohl halte er den "repräsentationsfähigen Charakter" für ein Kriterium zur Auswahl der Dienstwagen. Er sei "offen in dieser Frage", sagt Bartsch und bringt sogleich den Ford Mondeo Econetic ins Gespräch.

Manfred Wolf (FDP) sieht die Angelegenheit gelassen: "Grundsätzlich ist mir das egal. Als vierter Bürgermeister bekomme ich ohnehin nur einen Dienstwagen, wenn einer meiner Kollegen in Urlaub ist." Man müsse "einen Mittelweg finden zwischen Repräsentation und Klimaschutz". Die Stadt sollte jedenfalls "ein bisschen darauf achten, dass Bürgermeister repräsentieren". Er selber, so Wolf, erledige dienstliche Touren des Öfteren mit dem Taxi - oder mit seinem eigenem Auto, einem Lexus mit Hybrid-Antrieb.

"Nicht das Auto repräsentiert die Stadt, sondern wir", betont Bürgermeisterin Spizig. Das sieht auch Stadtchef Roters so, der letztlich zu entscheiden hat. Der Sozialdemokrat hat den Mondeo seines Vorgängers Fritz Schramma übernommen und wird der heimischen Marke treu bleiben. Bei der Motorisierung will er sich allerdings bescheiden. Am liebsten wäre ihm ein Elektroauto, hat er durchblicken lassen.

"Ich selber finde einen Smart durchaus zeitgemäß", sagt Elfi Scho-Antwerpes. "Sparen und Ökologie", natürlich seien das wichtige Themen. Aus einem ganz besonderen Grund hält die Sozialdemokratin den Prius dennoch für unpassend. Einer der Fahrer, "ein langjähriger und erstklassiger Mitarbeiter", sei einfach zu groß für den Toyota. Der Zweimetermann, der privat einen kleinen Peugeot fährt, stoße mit den Knien "fast ans Lenkrad", weiß Scho-Antwerpes. Ein derart enger Arbeitsplatz sei unzumutbar. Sie rät zu einem "umweltfreundlichen Mondeo oder einem Audi".

Angesichts dieses Einwandes hat man bei Toyota am Freitag einen Sitztest gemacht. Sein zwei Meter großer Kollege, so ein Firmensprecher, habe keinerlei Probleme gehabt.

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