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15.12.2009

Kölnische Rundschau

Pressespiegel

Zankapfel für Intendanten

Geplantes Schauspielhaus am Offenbachplatz nach der Überarbeitung
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Geplantes Schauspielhaus am Offenbachplatz nach der Überarbeitung
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Geplantes Schauspielhaus am Offenbachplatz nach der Überarbeitung
Politiker schieben Beschluss über Opernquartier in den Rat

Von Hartmut Wilmes

Kein Beschluss, nirgends. Der Kölner Bühnenausschuss schob gleich zu Beginn die Vorlage zum Opernquartier ohne Votum in die Ratssitzung am Donnerstag. Danach tuckerte die Sitzung vor sich hin - bis Schauspielchefin Karin Beier vehement das Wort ergriff. Und klar machte, dass sie anders als Opernkollege Uwe Eric Laufenberg strikt gegen einen Neubau "ihres" Hauses ist: "Entweder wir werden über das Ausmaß der Finanzkrise verarscht, oder wir müssen umdenken."

Karin Beier lehnt Neubau vehement ab

Sie habe den Neubau nie gewollt, sich nur nach der Kostenexplosion und den Rettungsversuchen der Verwaltung "breitschlagen lassen, mich auch darauf festzulegen". Damals seien Krise und Etatdruck noch nicht absehbar gewesen. Nun glaubt sie, der Neubau solle "vor der Haushaltsdebatte stillschweigend beschlossen werden." Sie werde "mit einer Fülle von Zwangsläufigkeiten wie etwa Zeitdruck konfrontiert, die mich zwingen sollen, das abzunicken". Aber sie quittiere den Dienst als Galionsfigur, werde indes bei gegensätzlichem Ratsbeschluss "nicht zwei Jahre lang vor der Baustelle demonstrieren".

Kollege Laufenberg verzichtete im Intendanten-Zwist auf eine ebenso emotionale Replik, sagte aber mit Nachdruck: "Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass wir ernsthaft darüber diskutieren, das (den Neubau, d. Red.) jetzt zu lassen." Nicht zuletzt aufgrund des Ratsbeschlusses (Sanierung Oper, Neubau Schauspiel) habe er sich für sieben Jahre in Köln verpflichtet.

Laut Beier werde ein Umschwenken auf Qualitäts-Sanierung (Kosten 257 Millionen Euro) die Interimsphase nur von vier auf fünf Jahre verlängern, doch die Verwaltung schlägt für höchstens 295 Millionen Euro Opernsanierung und Schauspielneubau vor.

Jürgen Steffens vom Siegerbüro JSWD räumte ein, dass die Vollversion "den Bauplatz überfordert" hätte. Der Verzicht aufs Restaurant sowie einen Lastenaufzug im Neubau verkleinert diesen, lässt ihn von der Oper abrücken und weniger über die Nord-Süd-Fahrt kragen. Das Schauspiel bekommt eine Montagebühne, die Kinderoper zieht ins Opernhaus, in dessen Substanz ebenfalls "subtiler" eingegriffen werde.

Allerdings werde der Neubau den Riphahn-Nachbarn "ein wenig" überragen, was Baudezernent Bernd Streitberger mit der Höhe des Bühnenturms erklärt und gleichwohl bedauert. Er wie Kulturkollege Georg Quander dringen auf die Ratsentscheidung. Da die Oper aus feuerpolizeilichen Gründen im Sommer ausziehen müsse, sei es schon jetzt schwer, zwischen Auszug und Abriss- bzw. Baubeginn keine allzu große Lücke entstehen zu lassen.

Als Grünen-Sprecherin Brigitta von Bülow fragte, ob man nicht jetzt über die Oper und später übers Schauspiel abstimmen könnte, meinte Streitberger: "Bloß nicht". Während die Grünen noch Detailfragen haben, scheinen SPD, CDU und FDP prinzipiell für die Verwaltungsvorlage zu sein. Wobei CDU-Sprecher Ralph Elster fragte, ob die am Offenbachplatz gesparten Tanzsäle für die erwünschte Compagnie nicht später mindestens ebenso teuer anderswo gebaut werden müssten.

Auch Elster könnte sich eine Entscheidung erst im Januar vorstellen, was FDP-Kollege Ulrich Wackerhagen ablehnt: "Wir haben eine fundierte Vorlage und sind gewählt, um Entscheidungen zu treffen. Außerdem tragen wir Verantwortung dafür, dass uns nicht alles um die Ohren fliegt."

Und Ausschuss-Vorsitzende Eva Bürgermeister erklärte mit Blick auf Karin Beier: "Die SPD ist sich einig, dass der Baubeschluss eine langfristige Investition in die Kulturstadt ist, während die Ausstattung des künstlerischen Etats eine alljährliche Aufgabe ist."

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