FDP: Bestes Resultat seit 1952, aber auch künftig in Opposition
Von Eveline Kracht
Nach dem guten Abschneiden bei der Europawahl mit 14,1 Prozent in Köln hatte sich die FDP auch bei der Kommunalwahl ein zweistelliges Ergebnis erhofft. Ein Ziel, das die Liberalen dann aber doch verfehlten. Anlass zu großem Jubel gab es von daher nicht bei der Wahlparty gestern Abend im Spanischen Bau des Rathauses, zumal das Abschneiden der anderen Parteien der FDP auch künftig die Rolle der Oppositionspartei zuweist.
Doch immerhin: „Mit voraussichtlich 9,4 Prozent haben wir das beste Kommunalwahlergebnis in Köln seit den 11,7 Prozent von 1952“, zeigt sich Reinhard Houben unterm Strich zufrieden. 2004 kam die Partei auf 7,4 Prozent. Großes Lob zollt der Kölner Parteichef dem OB-Kandidaten Ralph Sterck: „Wenn wir ihn nicht gehabt hätten, wäre es schwerer gewesen, unsere Themen zu platzieren.“
Die Kandidatur als Oberbürgermeister sei auch im Nachhinein betrachtet richtig gewesen, sagt Sterck, der 5,56 Prozent erzielt. Die Bewerbung habe immer in dem Dienst gestanden, „unser Ergebnis im Stadtrat zu verbessern“. Diese Strategie, so der Fraktionschef, sei aufgegangen. Dass es zu einer schwarz-gelben Koalition für die Stadt nicht reicht, bedauert Sterck: „Aber man kann in hundert Tagen Wahlkampf eben nicht die schlechte Politik der letzten Jahre wettmachen.“
Äußerst bedauerlich findet Vize-Fraktionsvorsitzende Christtraut Kirchmeyer die Zuwächse von pro Köln. „Und so was in Köln.“ Unterdessen brandet im Theodor-Heuss-Saal immer wieder Beifall auf, als die Hochrechnungen aus den einzelnen Wahlbezirken auf dem Bildschirm erscheinen. Über 18 Prozent der Stimmen für Turadj Zarinfar in Müngersdorf, mehr als 16 Prozent für Dietmar Repgen in Rodenkirchen - Gratulation und Prost. „Sehr schön“, meint Ulrich Breite dazu. Aber auch die Tatsache, dass die Blau-Gelben in Sachsen gleich auf sind mit der SPD, dass sie in Thüringen wieder „dabei sind“ und im Saarland Gewinne verbucht, stimmt den Fraktionsgeschäftsführer froh. „Ein guter Trend.“
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