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08.07.2009

FDP-Fraktion im Rat der Stadt Köln

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Wackerhagen: Zwei kulturpolitische Hiobsbotschaften

Dr. Ulrich Wackerhagen
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Dr. Ulrich Wackerhagen
Qunader geht und Kostenexplosion beim Opernquartier

Zu den beiden kulturpolitischen Hiobsbotschaften des Dienstags nimmt der Kulturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Dr. Ulrich Wackerhagen wie folgt Stellung:

„1. Kulturdezernent Quander soll Opernintendant in Stuttgart werden
Ich bedauere, aus der Presse erfahren zu müssen, dass sich der Kölner Kulturdezernent Georg Quander auf die Nachfolge des Stuttgarter Opernintendanten beworben und aller Voraussicht nach am 27.07.2009 vom Verwaltungsrat des Württembergischen Staatstheaters gewählt werden soll. Dies bedeutet, dass er seinen bis Mai 2013 bestehenden Vertrag vorzeitig 2011 beenden wird, nachdem er erst vor wenigen Wochen im Hinblick auf die verbleibenden vier Jahre eine positive Bilanz seiner Amtshalbzeit gezogen hat.

Ich schätze Georg Quander und vor allem seine positiven Personalentscheidungen für Köln. Ich rechne fest damit, dass er alle Kraft dafür einsetzt, um die noch verbleibenden zwei Jahre intensiv zu nutzen, damit die auf den Weg gebrachten Beschlüsse auch tatsächlich umgesetzt werden:
- die baldige Fertigstellung des Rautenstrauch-Joest-Museums im Kulturquartier am Neumarkt,
- die Neugestaltung des Opernquartiers und
- den Bau der Archäologischen Zone und des Jüdischen Museums am Rathausvorplatz.

Fünf Museen brauchen einen neuen Direktor bzw. eine neue Direktorin:
- das Museum für Angewandte Kunst (seit 2 Jahren vakant),
- das Stadtmuseum,
- das Museum Ludwig,
- das Römisch-Germanische-Museum und
- das Museum Schnütgen.
Bei diesen Personalentscheidungen muss Georg Quander zeigen, was in ihm steckt, oder ob er sich innerlich bereits auf die Spielpläne in Stuttgart vorbereitet.

Auch der am 30.06.2009 vom Rat nach mehrjährigen Diskussionen beschlossene Kulturentwicklungsplan muss umgesetzt werden. Der Kulturindex in der Wochenendausgabe des Kölner Stadt-Anzeigers bestätigt, dass nur 13 % der befragten Personen an die Umsetzung glauben.

Ich persönlich bin davon ausgegangen, dass Prof. Quander sich zwischenzeitlich so mit Köln und der nachhaltigen Stärkung seiner Kulturpolitik verbunden fühlt, dass er eine zweite Amtszeit anstrebt. Im Grunde bin ich enttäuscht von seiner Entscheidung.

2. Das Opernquartier soll € 400 Mio. kosten
Ich halte es für einen Skandal, heute im Express lesen zu müssen, dass der vom Stadtrat beschlossene Deckelungsbeschluss von € 230 Mio. nicht eingehalten werden kann, sondern dass sich die Baukosten nahezu verdoppeln werden. Ich halte es für einen Skandal als Kulturpolitiker und Mitglied des Unterausschusses Opernquartier, diese Hiobsbotschaft aus der Zeitung und nicht persönlich vom Baudezernten zu erfahren. Er und seine Beamten haben versagt und werden, nachdem der Stadtbahnbau die Milliardengrenze überschritten, das historische Archiv eingestürzt und nun das Opernquartier über € 100 Mio. teurer werden wird, Köln erneut in die Schlagzeilen bringen und der Lächerlichkeit preisgeben.

Lothar Lemper, der Vorsitzende des Kulturausschusses, ist bekannt für seine Überreaktionen. Es gibt keinen Grund, die Debatte um den Standort neu zu eröffnen, nachdem aus dem Architektenwettbewerb ein hervorragendes Siegermodell hervorgegangen ist. Schon der Masterplan hat bewiesen, dass externe Fachleute der Verwaltung überlegen sind. Wir brauchen für das Opernquartier dringend einen externen Projektsteuerer. Das Baudezernat und die Gebäudewirtschaft sind ständig überfordert und nicht geeignet, ein Bauvorhaben termingerecht innerhalb der veranschlagten Kosten zu bauen.


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